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Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom Hl. Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta

Nachrichten

Der Orden von Malta ist stolz auf seine aktivitäten im Libanon


„Der Libanon ist Teil der Wiege der Zivilisation und des Christentums und wir sind stolz auf die Aktivitäten des Malteserordens in diesem Land.” Mit einem warmherzigen Lächeln gibt Graf Jacques de Liedekerke, Großkanzler des Souveränen Militärordens von Malta (oder Minister für Inneres und Äußeres) seinen Gefühlen für unser Land Ausdruck, in dem sich seine Institution auf eine sehr aktive Assoziation und eine diplomatische Vertretung verlassen kann. In seiner Anwesenheit und der seiner drei Regierungskollegen dieses souveränen Staates ohne Staatsterritorium und ohne Staatsgrenzen tagten die Präsidenten der Assoziationen des Ordens am 4. und 5. Juni in Beirut im Hotel Riviera. „Der warmherzige Empfang, der uns in diesem Land zuteil wurde, hat uns bewegt”, betonte Graf Jacques de Liedekerke, der bei einem Interview mit L´Orient-Le Jour über die Aktivitäten seiner Organisation in aller Welt sprach, über den Dialog zwischen den Zivilisationen und die Bedeutung seines Besuchs im Libanon.

Graf Liedekerke ist belgischer Rechtsanwalt, der in Brüssel und in Antwerpen eine internationale Anwaltskanzlei gegründet hat. Im Jahr 1985 ist er dem Malteserorden beigetreten und bekleidet seit Beginn des Jahres 2002 das Amt des Großkanzlers. „Wir sind keine politische Macht”, stellt Graf Liedekerke auf eine Frage nach den Interventionsmöglichkeiten und dem politischen Gewicht des Ordens von Malta klar. „Wir sind eine christlich inspirierte humanitäre Institution, weil wir praktizierende Katholiken sind. Unsere Position ist strikt neutral und das seit der Gründung des Ordens, d.h. seit über 900 Jahren. Wir kümmern uns um die Notleidenden, unabhängig von ihrer Rasse, Hautfarbe, Geschlecht oder Religion. Mit dieser Einstellung gehörte der Orden schon im Mittelalter zur Avantgarde.”

Die Ordensritter sind also unpolitisch. Aber „die Auswirkungen politischen Handelns im humanitären Bereich betreffen uns unmittelbar, auch wenn wir niemals die politischen Akte beurteilen, die kausal für eine bestimmte Situation sein können.” Was geschieht aber, wenn sich der Orden in seinen Aktivitäten durch bestimmte dramatische Umstände gehindert sieht? Antwort: „In diesem Fall apellieren wir an die internationalen Organisationen, damit auf die Kontrahenten Druck ausgeübt wird.”

Wie führt man einen Staat ohne Staatsterritorium? „Unsere Souveränität ist von besonderer Natur. Sie erlaubt uns, in allen Ländern präsent zu sein und zwar mit dem Respekt und der Autorität, die allen Staaten zuerkannt wird”, erklärt Graf Liedekerke . „Unsere Aufgabe ist eine ausschließlich humanitäre. Sie ist grenzenlos und diejenigen, die sich ihr in unserem Namen widmen, tun es einzig und allein, um dieser Sache zu dienen. Das ist unser Ideal, das unsere Tätigkeit prägt.”

Weltweit gibt es über 10.000 Ordensritter: Etwa 3.000 in Lateinamerika, über 5.000 in Asien. „Das sind Länder, in denen das Christentum noch nicht so alt ist wie in den beiden Kontinenten, in denen wir verwurzelt sind”, merkt er an.

„Die Mystik ist der Welt erhalten geblieben”

Die christliche Religion ist tief im mittleren Osten verwurzelt. „Nicht zufällig ist das erste Hospital Ende des XI. Jahrhunderts in Jerusalem gegründet und von den Ordensrittern geleitet worden”, führt Graf Liedekerke aus. „Der Orden hat stets versucht, durch alle Wechselfälle der Geschichte seinen Auftrag treu zu bleiben. Die Christen haben Palästina verlassen und die Ritter sind nach Zypern, Rhodos und Malta gezogen und haben heute ihren Sitz in Rom. Gleichwohl haben wir immer versucht, in der Nähe unserer Wurzeln zu bleiben. Im Libanon verfügen wir über eine Struktur, die uns mit Stolz erfüllt und in Bethlehem haben wir ein Krankenhaus, das uns sehr am Herzen liegt und das, trotz der Ereignisse, die das Land erschüttern, noch steht.”

Denkt der Orden daran, seinen Einfluss in den östlichen Ländern auszubauen? Kann er in Ländern Fuss fassen, in denen die katholische Religion keine oder nur wenige Anhänger hat? „Unser Auftrag ist es, Notleidenden zu helfen, ohne Unterschied der Religion”, erinnert der Großkanzler. „Gleichwohl, um eine stabile Assoziation aufbauen zu können, bedarf es einer existierenden christlichen Gemeinschaft, aus der die erforderliche Zahl von Ordensrittern kommen kann. Wenn das nicht möglich ist, dann bietet sich der indirekte Weg an, in dem wir Teams aus anderen Ländern entsenden. Wir stützen uns auch auf unseren jeweiligen Botschafter vor Ort, der die Hilfsmaßnahmen organisiert. Wir nutzen somit alle Möglichkeiten. Die Tatsache, dass wir ein souveräner Staat sind, gibt uns die Möglichkeit zu direkter Intervention in allen Teilen der Welt.”

Wie schätzen Sie die Arbeit des Malteserordens im Westen ein, wo das christliche Glaubensbekenntnis nicht mehr so weit verbreitet ist wie in der Vergangenheit? „Die Ordensritter werden unter den wirklich Gläubigen erwählt, Menschen, die überzeugt davon sind, dass sie einen geistigen und moralischen Auftrag zu erfüllen haben. Es ist richtig, dass in manchen europäischen Ländern der Glaube einen Stillstand erfährt. Das bedeutet aber nicht, dass sich der religiöse Geist in einer Phase der Dekadenz befindet. Die Mystik ist viel weiter verbreitet als man denken mag. Wenn wir aber feststellen, dass die Ideale, denen wir verpflichtet sind, angegriffen werden, so stellen wir uns und verteidigen sie.”

Als der Libanon für diese Versammlung gewählt wurde, hat der Großmeister (entspricht dem Präsidenten der Republik) ausdrücklich gewünscht, dass auch die Vertreter der 4 Hohen Ämter (die Minister mit den wichtigsten Geschäftsbereichen) daran teilnehmen. Es war dies das erste Mal in der Geschichte des Malteserordens. Weshalb diese außergewöhnliche Massnahme und welcher Stellenwert hat der Libanon in der strategischen Planung des Malteserordens? „Der Libanon gehört nicht nur zur Wiege unserer Zivilisation sondern auch des Christentums und der monotheistischen Religionen” – betont Graf Liedekerke – „folglich ist es ein Land, dem der Malteserorden, der eine europäische Institution ist, zu tiefst verbunden ist. Es handelt sich um ein Land von christlicher Zivilisation und Tradition. Es ist durch entsetzliche Prüfungen gegangen und von daher sehen wir die Notwendigkeit ihm beizustehen. Das ist der Grund, weshalb wir uns besonders bemühen, unseren Hospitaldienst im Libanon zu entwickeln.”

„Wir sind Zeugen, nicht Touristen”

Und er führte weiter aus: „Wir sind stolz auf das, was hier nicht nur von den libanesischen Ordensrittern, deren Wirken bewundernswert ist, realisiert worden ist sondern auch von Menschen aus anderen Ländern, die sich uneigennützig zusammengefunden haben, um mit Geldmittel und ihrem persönlichen Einsatz an der Verwirklichung eines unserer schönsten Projekte mitzuwirken.”

Kann man sagen, dass in Zukunft die Mission des Ordens im Libanon in größerem Umfang mit finanzieller Unterstützung rechnen kann? „Die Hilfe, die man Menschen in Not bringen kann, ist immer unzureichend”, sagt er lächelnd. „Wir werden niemals genug tun können. Unsere Mittel sind auch nicht unbegrenzt. Unsere Finanzquellen sind nicht unerschöpflich, während die Hilfsanforderungen gewaltig sind. Für jedes Land haben wir punktuelle Hilfsprogramme, die in besonderen Fällen oder im Katastrophenfall abgerufen werden können. Sollten wir in der Lage sein, in größeren Umfang helfen zu können, werden wir das tun. Aber man muß auch bedenken, dass die jetzt gewährte Hilfe schon beachtlich ist.”

Auf die Bitte, einige Daten zu nennen, teilt der Minister mit, dass in den medizinischen Zentren jährlich über 200.000 Eingriffe vorgenommen werden. Die Frage, ob die Ordensregierung all dies direkt finanziere, beantwortet Graf Liedekerke wie folgt: „Diese Aktivitäten werden überwiegend durch Spenden finanziert. Es kommen aber auch noch andere Beiträge in Betracht, insbesondere die Erleichterungen seitens der libanesischen Behörden, zu denen hervorragende Beziehungen bestehen.”

Das ist der erste Besuch des Großkanzlers in diesem Teil der Welt. Aber das hindert ihn nicht, „die dramatischen Ereignisse, die diese Region erschüttern, ganz nah zu verfolgen. Aus diesem Grunde”, so fährt er fort, „sind wir nicht als Touristen hier, sondern als Zeugen, um Ihnen Zuspruch zu bringen und um Ihnen unser Verständnis zu versichern für die Schwierigkeiten, mit denen Sie sich konfrontiert sehen.”

Welche Rolle kann heute eine Institution wie der Malteserorden im Annäherungsprozess zwischen dem Westen und dem Osten spielen? „Wir sind keine politische Macht, aber wir haben ein gewisses moralisches Gewicht”, antwortet Graf Liedekerke. „Festzuhalten ist, dass eine Intervention unsererseits niemals möglich wäre, wenn wir nur von einer Seite gebeten würden, einen Dialog zu eröffnen. Wir können humanitäre Hilfe leisten, ohne eine bestimmte politische Festlegung und ohne die Gründe zu beurteilen, die Ursache für das Leid sind.”

Neben Graf Liedekerke haben an der Versammlung teilgenommen: Der Ehrwürdige Bailli Fra` Ludwig Hoffmann von Rumerstein, Großkomtur (Minister für Spirituelles), Bailli Albrecht Freiherr von Boeselager, Großhospitalier (Beauftragter für die Hospitalwerke des Ordens in der Welt) und Bailli Gian Luca Chiavari, Rezeptor des Gemeinsamen Schatzamtes (Finanzminister) sowie 30 Präsidenten von Assoziationen des Ordens aller 5 Kontinente. Es ist das erste Mal, dass die vier Minister, Inhaber der sogenannten Hohen Ämter, gemeinsam an einer solchen Veranstaltung teilnehmen, die alle 2 oder 3 Jahre stattfindet.

Suzanne Baaklini

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