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Nachrichten

Brief vom krankenhaus sacre coeur aus Haiti

Rom, 24/02/2004 


Seitdem die Rebellen Anfang Februar die Stadt Gonaives im Norden der Insel eingenommen haben, hat die Gewalt in Haiti erheblich zugenommen. Die gegen die Regierung gerichtete Protestbewegung hat sich Ende 2003 zugespitzt und immer brutalere Formen angenommen.

Schwester Ellen von den Barmherzigen Schwestern des Krankenhaus-Projekts CRUDEM (mit 65 Betten und einer angeschlossenen Versorgungsküche), das in Milot in der Nähe von Cape Haitien liegt und von der American Association des Malteserordens unterstützt wird, berichtet von den Sorgen, die sie und ihre Mitarbeiter um ihre Patienten haben.

Haiti im Februar 2004

„Ein von Herzen kommender Dank für Ihre Gebete, die wir so dringend benötigen, auch wenn wir hier im Krankenhaus, Gott sei Dank, noch alle wohlauf sind.

Hier in Milot haben wir keinerlei Polizeischutz. Wir haben aber eine Gruppe von Anhängern des Präsidenten Aristide, die hier Wache hält und uns vor den Aufständischen schützt, die inzwischen nun mehr wenige Meilen entfernt sind. Solange unser Personal zur Arbeit kommen kann und solange wir Medikamente und Treibstoff für den Generator haben, werden wir unser Haus offen halten. Im Moment übernehmen wir auch noch die Notfälle der Geburtshilfeabteilung des Justinien-Krankenhauses von Cape Haitien, das bis gestern ohne elektrischen Strom war. In unserem Haus können wir diese Arbeiten zusätzlich übernehmen, auch wenn wir keinen Chirurgen für Notfälle haben. Wenn tagsüber die Straßen weniger gefährlich sind finden sich hier viele Patienten ein. Wir mussten deshalb die Sicherheitsvorkehrungen erhöhen.

Wir sind hier allesamt guter Dinge, bleiben bei unserem Krankenhauspersonal, helfen die Kranken und Verwundeten zu versorgen und bereiten uns auf alle Eventualitäten, ob gute oder schlechte, vor.“ Schwester Ellen

Zur Geschichte des Krankenhauses

Das CRUDEM-Projekt – ein Projekt zur Entwicklung der ländlichen Region von Milot – liegt im Norden der Insel Haiti. Es ist eines der 100 Projekte, die der Hl. Vater im Jahr der Caritas 1999 benannt hat.

In Milot und seiner Umgebung leben 25.000 Menschen. Bis nach Cape Haitien, der zweitgrößten Stadt von Haiti, sind es 12 Meilen. Mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von 250 Dollar pro Kopf und der höchsten Kinder- und Müttersterblichkeit ist Haiti das ärmste Land der westlichen Hämisphere. Annähernd 20% der Kinder sterben vor dem 2. Lebensjahr. Malaria und Tuberkulose sind weit verbreitet. Nur wenige verfügen über elektrischen Strom und haben Zugang zu sauberem Wasser. Weniger als die Hälfte der Bevölkerung kann lesen.

Das Krankenhaus ist im Jahr 1986 eingeweiht worden und verfügte damals über 12 Betten, eine Apotheke, ein Labor, eine Röntgeneinrichtung, einen Kreißsaal, einen Operationssaal sowie zusätzlich über eine angeschlossene Versorgungsküche.

Dank der Spenden, die von der American Association des Malteserordens zur Verfügung gestellt wurden, konnte das Haus um ein Stockwerk aufgestockt werden. Eine Abteilung für Kinderheilkunde wurde von den Mitgliedern des Malteserordens von St. Louis, Missouri, gestiftet. Das Krankenhaus hat heute eine Kapazität von 65 Betten und verfügt jetzt über einen 2. Operationssaal. Täglich werden an bis zu 100 meist unterernährte Kinder im Vorschulalter kostenlos 2 Mahlzeiten gereicht. Zwischen den Mahlzeiten werden die Kinder erzieherisch betreut. Weitere 500 Grundschulkinder werden unter der Schirmherrschaft von CRUDEM schulisch betreut, während sich der Malteserorden der Straßenkinder annimmt.

Im Jahre 2002 wurden in diesem Krankenhaus 30.000 Patienten behandelt, 1.000 chirurgische Eingriffe wurden durchgeführt und über 500 Kinder zur Welt gebracht. Das Krankenhaus hat jetzt einen festen Personalstand von 7 Ärzten und einem Zahnarzt und ist Arbeitgeber für 98 Menschen.

Kranken und Armen in einem Missionskrankenhaus zu helfen ist sehr attraktiv. Bis November 2003 haben rund 450 Ärzte und freiwillige Krankenpfleger, einschließlich Ordensmitglieder, hier für CRUDEM gearbeitet. Für einige war es nicht das erste Mal. Auch Spezialisten kommen jetzt regelmäßig, um Spezialbehandlungen durchzuführen, die sonst nur in den Privatkrankenhäusern in Port-au-Prince möglich sind.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Patienten oft von weit her kommen, beispielsweise von Port-au-Prince, der Hauptstadt des Landes, und dann einen ganzen Tag mit dem Bus unterwegs sind. Wenn ein Patient allerdings zu CRUDEM kommt, dann ist er häufig schon in einem so schlechten Zustand, dass ein chirurgischer Eingriff unumgänglich ist. So ist zum Beispiel der Graue Star so weit und allgemein in der Bevölkerung verbreitet, dass die Menschen erst dann zur Behandlung kommen, wenn sie schon so gut wie erblindet sind.

Ungefähr 2/3 des Haushaltes des Krankenhauses wird aus Mitteln der Stiftung CRUDEM in den Vereinigten Staaten bestritten, die im Gesundheitswesen von Haiti zu einem Faktor ersten Ranges geworden ist. Die 3 Assoziationen des Malteserordens in den Vereinigten Staaten unterstützen die Stiftung CRUDEM, in deren Verwaltungsausschuss mehrere Ordensmitglieder vertreten sind.

brief vom krankenhaus sacre coeur aus haiti

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