{"id":224283,"date":"2024-01-09T14:13:59","date_gmt":"2024-01-09T12:13:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/?post_type=news&#038;p=224283"},"modified":"2024-01-09T16:18:31","modified_gmt":"2024-01-09T14:18:31","slug":"neujahrsansprache-des-grossmeisters-an-das-beim-malteserorden-akkreditierte-diplomatische-korps","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/nachrichten\/neujahrsansprache-des-grossmeisters-an-das-beim-malteserorden-akkreditierte-diplomatische-korps\/","title":{"rendered":"Neujahrsansprache des Gro\u00dfmeisters an das beim Malteserorden akkreditierte Diplomatische Korps"},"featured_media":0,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-224283","news","type-news","status-publish","hentry","news_categories-diplomatischen-aktivitaten","news_categories-grosmeister-news","news_categories-nachrichten"],"acf":{"not_a_news":false,"highlighted":"no","news_content":"<p><strong>Der Gro\u00dfmeister Fra&#8216; John Dunlap hielt heute die Audienz zum Jahresbeginn mit dem beim Souver\u00e4nen Malteserorden akkreditierten Diplomatischen Korps. Die Audienz fand in der Magistralvilla in Rom statt.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/nachrichten\/ansprache-vom-doyen-des-diplomatischen-korps-akkreditiert-beim-malteserorden\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Im Anschluss an die Rede des Dekans des diplomatischen Korps<\/a>, Antoine Zanga, Botschafter der Kamerun, hielt der Gro\u00dfmeister seine Ansprache.<\/strong><\/p>\n<p><em>Herr Dekan, Exzellenzen, meine Damen und Herren,<\/em><\/p>\n<p>ich freue mich sehr, Sie heute zur traditionellen Neujahrsaudienz des beim Souver\u00e4nen Malteserorden akkreditierten Diplomatischen Korps begr\u00fc\u00dfen zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Ich danke dem Botschafter von Kamerun, S.E. Antoine Zanga, herzlich f\u00fcr seine inspirierenden und ermutigenden Worte.<\/p>\n<p>Es ist mir eine Ehre und ein Vergn\u00fcgen, anl\u00e4sslich des Neujahrsempfangs vor einem so bedeutenden Publikum eine Rede zu halten. Obwohl ich bereits im vergangenen Jahr bei dieser Gelegenheit gesprochen habe, ist es heute das erste Mal, dass ich Ihnen meine Gedanken und Ansichten als Gro\u00dfmeister des Souver\u00e4nen Malteserordens darlege.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte \u00fcber die Rolle und die Bedeutung des Malteserordens sprechen, einer Institution im zweiten Jahrtausend ihres Bestehens. Um die Rolle des Ordens in der Welt von heute zu verstehen, ist es meines Erachtens notwendig, die bedeutende Erneuerung, die der Orden im letzten Jahr vollzogen hat, seine weitverzweigten Aktivit\u00e4ten in der ganzen Welt, die Sicht des Ordens auf die zahlreichen Krisen, die uns heute bedr\u00e4ngen, und die Bedeutung und den Wert der &#8222;religi\u00f6sen Diplomatie&#8220; in den internationalen Beziehungen zu kennen.<\/p>\n<p><strong>Unsere Vergangenheit neu entdecken, um unsere Zukunft zu gestalten <\/strong><\/p>\n<p>Vieles hat sich im vergangenen Jahr ver\u00e4ndert, und das rasante Tempo des Wandels wird sich auch im neuen Jahr fortsetzen. Das Generalkapitel Ende Januar hat eine neue, reformorientierte Regierung gew\u00e4hlt: In enger Zusammenarbeit mit Kardinal Tomasi, dem damaligen Sonderbeauftragten des Heiligen Vaters f\u00fcr den Orden, und Kardinal Ghirlanda, dem damaligen Kirchenrechtsexperten des Generalkapitels und heutigen Kardinalpatron. Ein neuer Codex und eine neue Verfassung, die den Orden in vielerlei Hinsicht st\u00e4rkten, wurden ausgearbeitet und verabschiedet. Das Wichtigste ist, dass der Orden sich durch diesen Erneuerungsprozess als Religi\u00f6ser Orden wiederentdeckt und erneuert hat.<\/p>\n<p>Die internationalen Aktivit\u00e4ten des Ordens haben sich nach dieser einschneidenden Wahl deutlich und dynamisch beschleunigt. Dies gilt insbesondere, wenn man die vergangenen zw\u00f6lf Monate mit den Jahren davor vergleicht. Diese Jahre waren gepr\u00e4gt von den Nachwirkungen der durch die COVID-Pandemie verursachten Probleme, vom unerwarteten Tod des Gro\u00dfmeisters Fra&#8216; Giacomo dalla Torre und vom \u00dcbergang zum neuen Codex und zur neuen Verfassung, die von der neuen Regierung mit neuen Priorit\u00e4ten und Zielen eingef\u00fchrt wurden.<\/p>\n<p>Sobald die neue Regierung im Amt war, haben wir eine Reihe wichtiger diplomatischer Initiativen ergriffen. Im zweiten Halbjahr haben wir den wichtigsten internationalen Partnern des Ordens eine Reihe offizieller Besuche abgestattet. Am 19. Juni besuchte ich den Papst im Vatikan, wo ich vom Heiligen Vater sehr herzlich empfangen wurde. Im gleichen Monat habe ich eine Delegation in die Republik Malta gef\u00fchrt, die seit Jahrhunderten die Heimat des Ordens &#8211; und heute ein gro\u00dfer Freund des Ordens ist. Im November statteten wir der Republik Italien einen offiziellen Besuch ab und wurden vom Pr\u00e4sidenten der Italienischen Republik herzlich empfangen. Es gab nat\u00fcrlich historische und traditionelle Gr\u00fcnde f\u00fcr diese offiziellen Besuche zu Beginn unserer Amtszeit, aber sie sind auch der Tatsache geschuldet, dass diese Staaten, die uns unterst\u00fctzen, die Probleme der Welt oft mit denselben Augen sehen wie wir im Malteserorden.<\/p>\n<p>Im September haben wir die Zeremonien zur \u00dcberreichung der Beglaubigungsschreiben an die beim Orden akkreditierten Botschafter wiederaufgenommen. Wir haben drei Zeremonien abgehalten, bei denen neun neue Botschafter ihre Beglaubigungsschreiben \u00fcberreichten. Im Magistralpalast haben wir auch mehrere Besuche von Pers\u00f6nlichkeiten aus Ihren L\u00e4ndern empfangen, die alle sehr willkommen waren. Es waren dies: der Pr\u00e4sident der Republik Paraguay, die Pr\u00e4sidenten der parlamentarischen Versammlungen von Bulgarien, Kanada, der Slowakei und Litauen, die Premierminister des Libanon und der Ukraine, die Au\u00dfenminister von Italien, Armenien, Panama, El Salvador, Costa Rica, Paraguay und Gambia, die Verteidigungsminister von Italien und die Gesundheitsminister von Armenien und Kap Verde. Bei einigen dieser Gelegenheiten haben wir die Jahrestage der Aufnahme diplomatischer Beziehungen gefeiert, von denen manche bis in die sp\u00e4ten vierziger und fr\u00fchen f\u00fcnfziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts zur\u00fcckreichen.<\/p>\n<p>Wir messen nicht nur den Beziehungen des Ordens zu den beim Orden akkreditierten Botschaften grundlegende Bedeutung bei, sondern sch\u00e4tzen auch die informellen Beziehungen zu anderen befreundeten L\u00e4ndern, von denen wir heute einige empfangen. Im vergangenen Oktober haben wir uns mit einigen regionalen Gruppen getroffen, um die Mission und die diplomatischen und humanit\u00e4ren Aktivit\u00e4ten des Souver\u00e4nen Malteserordens vorzustellen. Eine unserer Priorit\u00e4ten ist es, die Zahl der L\u00e4nder zu erh\u00f6hen, mit denen wir diplomatische Beziehungen unterhalten. Derzeit sind es 113 L\u00e4nder, die fast 60 Prozent der Mitglieder der Vereinten Nationen ausmachen. Diese Zahl hat sich in den letzten 40 Jahren verdreifacht, von 42 im Jahr 1981 auf heute 113, zuletzt mit der Republik Gambia, mit der wir im vergangenen September ein Abkommen unterzeichnet haben.<\/p>\n<p>Die Bedeutung der Ausweitung unserer diplomatischen Beziehungen ergibt sich aus einem Schl\u00fcsselfaktor: Wir k\u00f6nnen humanit\u00e4re Krisen in L\u00e4ndern, mit denen wir diplomatische Beziehungen unterhalten, wirksamer angehen. Es ist mein sehnlichster Wunsch, und ich werde mich daf\u00fcr einsetzen, dass der Wunsch Wirklichkeit wird, dass der Orden Beziehungen zu mehr L\u00e4ndern und regionalen Organisationen aufnimmt.<\/p>\n<p><strong>Weltweit f\u00fchrend in der humanit\u00e4ren Hilfe <\/strong><\/p>\n<p>Der Souver\u00e4ne Malteserorden leistet weltweit humanit\u00e4re Hilfe, ohne Ansehen der Regionen, der politischen Erw\u00e4gungen oder des kulturellen, religi\u00f6sen oder sozialen Status der Unterst\u00fctzten. Die zahlreichen Aktivit\u00e4ten vor Ort zeugen von der wahrhaft globalen Ausrichtung und Reichweite unseres Ordens.<\/p>\n<p>In diesem Engagement beweist der Orden seine Treue zu seiner Berufung, den Herren Kranken und den Armen zu dienen. Die Pflicht, den Armen zu helfen, ist in der Tat universell, und der Orden strebt danach, diese Universalit\u00e4t in seiner Herangehensweise an die Probleme der Armut in der Welt widerzuspiegeln. Wir befassen uns zum Beispiel nicht nur mit der humanit\u00e4ren Hilfe oder der Entwicklungshilfe. Wir widmen auch den Fragen der sozialen Eingliederung und des sozialen Zusammenhalts besondere Aufmerksamkeit, da wir uns in vielen L\u00e4ndern, die zu den fortgeschrittenen Volkswirtschaften z\u00e4hlen, um die Armen, die Behinderten und die alten Menschen k\u00fcmmern.<\/p>\n<p>Leider ist die Existenz der &#8222;neuen Armen&#8220; &#8211; d.h. der Armen, die in wohlhabenden L\u00e4ndern leben &#8211; eine dramatische soziale Realit\u00e4t, und der Bedarf in diesem Bereich ist erheblich gestiegen.<\/p>\n<p>Um den \u00c4rmsten und Schw\u00e4chsten auf internationaler Ebene helfen zu k\u00f6nnen, bedarf es jedoch verschiedener Voraussetzungen, insbesondere der weitgehenden Achtung einiger grundlegender universeller Prinzipien und eines Rahmens f\u00fcr eine wirksame internationale Zusammenarbeit. Der Malteserorden glaubt an eine internationale Ordnung, die auf den Prinzipien der menschlichen Br\u00fcderlichkeit und Solidarit\u00e4t beruht. Aus diesem Grund achtet der Orden die Normen des humanit\u00e4ren V\u00f6lkerrechts und bekennt sich zu den Bestimmungen der Charta der Vereinten Nationen.<\/p>\n<p>Nur ein internationales System, das auf Grunds\u00e4tzen und Regeln sowie auf Mechanismen der gegenseitigen Zusammenarbeit, der Vermittlung und der friedlichen Beilegung von Konflikten beruht, kann die Wahrung der Menschenrechte und ein menschenw\u00fcrdiges Leben gew\u00e4hrleisten. Unter einem menschenw\u00fcrdigen Leben verstehe ich die Verf\u00fcgbarkeit grundlegender Dienstleistungen wie Bildung und Gesundheit sowie die Bedingungen f\u00fcr ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum.<\/p>\n<p><strong>Die Sicht des Ordens auf die aktuellen Krisen <\/strong><\/p>\n<p>Multilaterale Zusammenarbeit und ein System, das auf den universellen Prinzipien der Solidarit\u00e4t beruht, sind auch die Voraussetzungen f\u00fcr die Bew\u00e4ltigung der grundlegenden Probleme unserer Zeit. Internationale Zusammenarbeit und die Achtung universeller Prinzipien sind notwendig, um Migration, globale Gesundheit, Verschuldung, Klimawandel, Energiewende und die vielen Herausforderungen &#8211; aber auch die enormen Chancen -, die sich aus der Entwicklung der k\u00fcnstlichen Intelligenz ergeben, wirksam anzugehen.<\/p>\n<p>Leider scheint sich das internationale System in die entgegengesetzte Richtung zu bewegen. Wir sind mit zunehmender Fragmentierung, neuen Spaltungen, strategischem Wettbewerb und Rivalit\u00e4ten konfrontiert. Der Orden ist zutiefst besorgt \u00fcber den Widerstand gegen den Geist multilateraler Zusammenarbeit. Dies gilt insbesondere, wenn wir sehen, dass die Vereinten Nationen mit Situationen konfrontiert sind, in denen ihr Mandat f\u00fcr Frieden und Sicherheit aufgrund von Spaltungen im Sicherheitsrat nicht erf\u00fcllt werden kann.<\/p>\n<p>Die Risiken von Instabilit\u00e4t und Krisen- und Konfliktgebieten nehmen zu. Dies f\u00fchrt zu den immensen humanit\u00e4ren Trag\u00f6dien, die sich vor unseren Augen abspielen. Die Ukraine und der Gazastreifen sind die offensichtlichsten F\u00e4lle, aber andere Krisensituationen werden von der internationalen Gemeinschaft entweder vernachl\u00e4ssigt oder \u00fcbersehen. Wie der Heilige Vater k\u00fcrzlich sagte: &#8222;Wir erleben einen Dritten Weltkrieg auf Raten&#8220;.<\/p>\n<p>Wann immer eine Krise zu einem Konflikt eskaliert, tr\u00e4gt die Zivilbev\u00f6lkerung die Hauptlast, insbesondere die Schw\u00e4chsten: Kinder, Frauen, Alte und Menschen mit Behinderungen. Das haben wir in der Ukraine und im Gaza-Streifen gesehen, wo t\u00e4glich Hunderte von Zivilisten get\u00f6tet oder verletzt werden. Weder zivile Infrastruktur noch soziale Einrichtungen bleiben verschont: H\u00e4user, Schulen, Krankenh\u00e4user, Fabriken, Stra\u00dfen und so fort. In j\u00fcngster Zeit wurden wir Zeugen von gezielten Angriffen auf Energieversorgungseinrichtungen, um die lebenswichtige Energieversorgung der Zivilbev\u00f6lkerung unter schwierigsten Wetter- und Lebensbedingungen zu unterbrechen.<\/p>\n<p>Auch Krankenh\u00e4user und Hilfseinrichtungen wurden von den K\u00e4mpfern mit verheerenden Folgen angegriffen. Diese Zerst\u00f6rung lebenswichtiger Einrichtungen hat das Gesundheitssystem f\u00fcr Millionen nicht am Kampf Beteiligter praktisch zum Erliegen gebracht und ganze Gesellschaften gef\u00e4hrdet. Eine solche Situation widerspricht ethischem menschlichem Verhalten. Der Souver\u00e4ne Malteserorden bekr\u00e4ftigt sein Engagement f\u00fcr ein internationales System, das auf den Regeln und Grunds\u00e4tzen der Br\u00fcderlichkeit, der Zusammenarbeit und der Solidarit\u00e4t beruht.<\/p>\n<p>Wir rufen insbesondere zur Achtung des V\u00f6lkerrechts, des humanit\u00e4ren V\u00f6lkerrechts und der Bestimmungen der Charta der Vereinten Nationen auf. Der Orden hat dies im vergangenen Jahr durch seine Diplomatie konsequent getan und wird dies auch weiterhin tun. Wir haben an internationalen Veranstaltungen teilgenommen, wir haben in internationalen Foren gesprochen und wir haben Erkl\u00e4rungen ver\u00f6ffentlicht, in denen wir die Notwendigkeit der Achtung des menschlichen Lebens, der Neutralit\u00e4t der humanit\u00e4ren Hilfe und des Schutzes der Helfer, die den bedrohten Menschen Hilfe bringen, bekr\u00e4ftigt haben.<\/p>\n<p>Dennoch muss die internationale Gemeinschaft noch mehr tun. Alle Institutionen und Organisationen, deren Mandat und Berufung tief in der humanit\u00e4ren Mission verwurzelt sind, sollten zusammenarbeiten, um eine gr\u00f6\u00dfere Wirkung zu erzielen und eine st\u00e4rkere Lobbyarbeit bei politischen Entscheidungstr\u00e4gern, den Medien, Bildungseinrichtungen und anderen \u00f6ffentlichen Kommunikationskan\u00e4len zu betreiben.<\/p>\n<p>Wichtige internationale Foren wie die G7, G20 und andere sollten von den Anw\u00e4lten der humanit\u00e4ren Hilfe nachdr\u00fccklich aufgefordert werden, die Aufmerksamkeit auf die schrecklichen humanit\u00e4ren und sozialen Folgen von Kriegen und Konflikten zu lenken. Die Zerst\u00f6rung der Infrastruktur tr\u00e4gt zu den hohen Kosten bei, welche die Konfliktl\u00e4nder aufbringen m\u00fcssen und die letztlich wieder unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig stark von der Zivilbev\u00f6lkerung getragen werden. Der Souver\u00e4ne Malteserorden ist unpolitisch und neutral, aber er ist nicht unsensibel gegen\u00fcber Gewalt und Ungerechtigkeit und er wendet seine Augen nicht von den menschlichen Trag\u00f6dien und den Verantwortlichkeiten ab, die sie verursachen.<\/p>\n<p>Nach dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine hat der Orden seine weltweiten Ressourcen mobilisiert. In den vergangenen zwei Jahren hat er sowohl in der Ukraine als auch in den Nachbarl\u00e4ndern und in anderen L\u00e4ndern umfangreiche humanit\u00e4re Hilfsma\u00dfnahmen f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge und Binnenvertriebene durchgef\u00fchrt. Diese Ma\u00dfnahmen reichten von medizinischer Hilfe bis hin zu psychologischer Unterst\u00fctzung und wurden in mehr als 60 Zentren in der Ukraine selbst durchgef\u00fchrt. Wir sch\u00e4tzen den Wert der gesamten Operation auf 60 Millionen Euro.<\/p>\n<p>Es \u00fcberrascht nicht, dass dem Souver\u00e4nen Malteserorden das Heilige Land besonders am Herzen liegt. Hier wurde unser Herr Jesus Christus geboren, hier hat er gelebt und seine Botschaft der Hoffnung und des Glaubens verbreitet. Hier wurde er gekreuzigt und ist auferstanden. Und in diesem Land wurde vor 1.000 Jahren der Malteserorden gegr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich waren wir entsetzt \u00fcber die Anschl\u00e4ge vom 7. Oktober auf israelische B\u00fcrger und Ausl\u00e4nder im S\u00fcden Israels. Keine noch so extreme Ungerechtigkeit kann jemals die Gewalt, die Brutalit\u00e4t und das Fehlen jeglichen menschlichen Mitgef\u00fchls entschuldigen, die diese abscheulichen Terrorakte kennzeichnen. Wir bekunden unsere Solidarit\u00e4t mit den Familien der Opfer und den Geiseln, die noch immer von terroristischen Gruppen festgehalten werden.<\/p>\n<p>Gleichzeitig versto\u00dfen die Szenen der Zerst\u00f6rung, des Todes und des gro\u00dfen menschlichen Leids, die wir in den letzten Wochen in Gaza gesehen haben, gegen die Grunds\u00e4tze der Menschlichkeit. Sie verletzen die Normen des humanit\u00e4ren V\u00f6lkerrechts und die Pflicht, das Leben von Menschen auch in den schwierigsten Konfliktsituationen zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Der Orden beabsichtigt, seine Mittel einzusetzen, um die tragischen humanit\u00e4ren Folgen der gegenw\u00e4rtigen Situation in Gaza, insbesondere f\u00fcr Kinder und Waisen, zu bek\u00e4mpfen, sobald es die Bedingungen vor Ort erlauben.<\/p>\n<p>In der Zwischenzeit setzen unsere mutigen und engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre wertvolle und kostbare Arbeit im Krankenhaus der Heiligen Familie in Bethlehem trotz vieler Entbehrungen fort.<\/p>\n<p>Wir arbeiten auch hart daran, unsere Eins\u00e4tze vor Ort effizienter und vielf\u00e4ltiger zu gestalten. Wir m\u00fcssen schnell auf Notsituationen reagieren und ein breiteres Spektrum an finanziellen Ressourcen f\u00fcr unsere humanit\u00e4ren Eins\u00e4tze nutzen. Unser oberstes Ziel bleibt es, den Bed\u00fcrftigen mit einem Minimum an Verfahren und Kosten, einem Maximum an Wirksamkeit und mit direktem Zugang zu den Notleidenden zu helfen.<\/p>\n<p><strong>Der Wert religi\u00f6ser Diplomatie <\/strong><\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend m\u00f6chte ich kurz auf ein wenig bekanntes und selten behandeltes Thema eingehen: die &#8222;religi\u00f6se Diplomatie&#8220;. Um das Wesen des Malteserordens besser zu verstehen, muss man ihn in all seinen Facetten betrachten: als Religi\u00f6sen Orden der R\u00f6misch-Katholischen Kirche, als souver\u00e4ne K\u00f6rperschaft des V\u00f6lkerrechts, anerkannt von den Vereinten Nationen und von 113 Staaten der Welt, mit dem Auftrag, den Kranken und Armen zu dienen, von der lokalen Suppenk\u00fcche bis zur anspruchsvollen internationalen Nothilfe. Es ist daher nur folgerichtig, dass der Orden sich aktiv f\u00fcr die F\u00f6rderung der &#8222;religi\u00f6sen Diplomatie&#8220; auf internationaler Ebene einsetzt.<\/p>\n<p>Religionen sind f\u00fcr viele Menschen und Gruppen auf der ganzen Welt eine starke Quelle der Inspiration und Motivation. Im besten Fall k\u00f6nnen Religionen die Menschheit dazu inspirieren, trotz aller \u00c4ngste au\u00dfergew\u00f6hnliche Anstrengungen zu unternehmen, um den Schw\u00e4chsten und Verletzlichsten in der Gesellschaft zu helfen. Ein wichtiger Teil der religi\u00f6sen Diplomatie ist der interreligi\u00f6se Dialog, der eine grundlegende Komponente bei der Suche nach Frieden und Gerechtigkeit darstellt. Der Einsatz und die herausragenden Leistungen der fast 100.000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer des Malteserordens in aller Welt sind ein Beispiel daf\u00fcr, wie Religion Frieden und Gerechtigkeit inspirieren kann. Ich m\u00f6chte ihre Arbeit w\u00fcrdigen, insbesondere jene, die mit Risiken und Bedrohungen f\u00fcr ihre eigene Sicherheit konfrontiert sind, und ihre glaubensbasierte Motivation anerkennen.<\/p>\n<p>Wie ich bereits erw\u00e4hnt habe, besteht eine unserer Priorit\u00e4ten in der neuen Regierung darin, die F\u00e4higkeiten und die Reichweite unseres diplomatischen Netzwerks zu st\u00e4rken. Wir glauben, dass wir auf diese Weise das Konzept der religi\u00f6sen Diplomatie f\u00f6rdern k\u00f6nnen, in dem s\u00e4kulare und religi\u00f6se Organisationen eine gemeinsame Basis finden k\u00f6nnen, um der internationalen Diplomatie mehr Harmonie und einen gemeinsamen Sinn zu verleihen. Zu diesem Zweck werden wir Ende dieses Monats hier auf dem Aventin eine Konferenz der Botschafter des Ordens abhalten. An diesem dreit\u00e4gigen Treffen werden alle Botschafter und Sondergesandten des Malteserordens teilnehmen. Sie werden verschiedene Themen er\u00f6rtern, darunter einige der wichtigsten globalen Fragen, die f\u00fcr ihre T\u00e4tigkeit von Bedeutung sind.<\/p>\n<p><strong>Schlussfolgerung <\/strong><\/p>\n<p>Der Malteserorden beabsichtigt, seine traditionelle Rolle auf der Weltb\u00fchne als Verfechter des Friedens und der Solidarit\u00e4t sowie als Akteur humanit\u00e4rer Hilfe wahrzunehmen. Der Orden ist der Auffassung, dass ein wachsender Bedarf an starker und effektiver humanit\u00e4rer Diplomatie besteht, die zum Teil durch eine st\u00e4rkere Betonung der religi\u00f6sen Diplomatie unterst\u00fctzt werden kann. Seine mehr als 900-j\u00e4hrige Geschichte, sein Engagement f\u00fcr die Armen und seine zahlreichen Errungenschaften, berechtigen den Orden dazu als wichtiger Akteur in diesem Bereich zu handeln und anerkannt zu werden. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen wir mit anderen gleichgesinnten Organisationen zusammenarbeiten und unsere Eins\u00e4tze ausweiten und nachhaltiger gestalten. Aber letztlich verfolgen wir unsere Mission mit demselben Geist und denselben Zielen, die den Seligen Gerhard und seine Mitbr\u00fcder bei der Gr\u00fcndung unseres Ordens, des Souver\u00e4nen Malteser-Ritterordens, inspiriert haben.<\/p>\n<p>Der Malteserorden z\u00e4hlt auf seine freundschaftlichen und kooperativen Beziehungen zu Ihren L\u00e4ndern und zu anderen, mit denen er in Zukunft Beziehungen aufbauen wird. In diesem Geist der Hoffnung und der Hingabe an unseren Auftrag w\u00fcnsche ich Ihnen allen, Ihren Familien, dem gesamten Personal Ihrer Botschaften und den Menschen in Ihren L\u00e4ndern alles Gute f\u00fcr das neue Jahr und wir erbitten f\u00fcr sie im Gebet eine fruchtbare und erfolgreiche Zukunft. M\u00f6gen im kommenden Jahr Frieden und Menschlichkeit \u00fcber Gewalt und Ungerechtigkeit siegen.<\/p>\n<p>Ich danke Ihnen.<\/p>\n","news_gallery":"yes","news_excerpt":"Der Gro\u00dfmeister Fra\u2018 John Dunlap hielt heute die Audienz zum Jahresbeginn mit dem beim Souver\u00e4nen Malteserorden akkreditierten Diplomatischen Korps.","focus_on":"no","breaking":"yes","evidence":"yes","hidden_news":"no","news_cover":{"id":224447,"url":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/NICU0475_1.jpg"},"news_gallery_elements":[{"id":224393,"url":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/NICU0354_1.jpg"},{"id":224411,"url":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/NICU0408_1.jpg"},{"id":224429,"url":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/NICU0439_1.jpg"},{"id":224465,"url":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/NICU0500_1.jpg"},{"id":224519,"url":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/NICU5977_1.jpg"},{"id":224537,"url":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/NICU6026_1.jpg"}]},"news_categories":[{"id":117,"name":"Diplomatischen aktivit\u00e4ten","slug":"diplomatischen-aktivitaten","description":"","link":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/nachrichten-kategorien\/nachrichten\/diplomatischen-aktivitaten\/"},{"id":118,"name":"Gro\u00dfmeister News","slug":"grosmeister-news","description":"","link":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/nachrichten-kategorien\/nachrichten\/grosmeister-news\/"},{"id":115,"name":"Nachrichten","slug":"nachrichten","description":"","link":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/nachrichten-kategorien\/nachrichten\/"}],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/notizie\/224283","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/notizie"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/news"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/notizie\/224283\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=224283"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}