{"id":264382,"date":"2025-07-16T13:24:21","date_gmt":"2025-07-16T11:24:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/?post_type=news&#038;p=264382"},"modified":"2025-07-16T13:32:23","modified_gmt":"2025-07-16T11:32:23","slug":"botschaft-papst-leo-xiv-mitglieder-malteserorden-geburt-johannes-taeufers","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/nachrichten\/botschaft-papst-leo-xiv-mitglieder-malteserorden-geburt-johannes-taeufers\/","title":{"rendered":"Botschaft von Papst Leo XIV. An die Mitglieder des Souver\u00e4nen Malteserordens zum Hochfest der Geburt Johannes des T\u00e4ufers"},"featured_media":0,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-264382","news","type-news","status-publish","hentry","news_categories-grosmeister-news","news_categories-nachrichten"],"acf":{"not_a_news":false,"highlighted":"no","news_cover":{"id":260520,"url":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/TOM4881-scaled.jpg"},"news_content":"<p>Ich freue mich ganz besonders, anl\u00e4sslich der Feier des Hochfestes des heiligen Johannes des T\u00e4ufers, Schutzpatron eures Ordens, der seinen Namen tr\u00e4gt, diese Botschaft an Euch zu richten.<\/p>\n<p>Die Kirche dankt Euch f\u00fcr all das Gute, das Ihr dort tut, wo es der Liebe bedarf, in manchmal sehr schwierigen Situationen. Sie dankt Euch auch f\u00fcr das Bem\u00fchen um Erneuerung, das Ihr seit einigen Jahren vorantreibt, f\u00fcr eine gr\u00f6\u00dfere Treue zum Evangelium, in enger und herzlicher Zusammenarbeit mit dem Kardinalpatron, der von mir in seinem Amt best\u00e4tigt wurde. Geht weiter in diese Richtung!<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen sagen, dass der heilige Johannes der T\u00e4ufer schon vor seiner Geburt die von Gott empfangene Sendung erf\u00fcllt hat, Verk\u00fcndiger Jesu zu sein. Er wird es mit radikaler Schlichtheit sein ganzes Leben hindurch tun. Seine Vorstellung vom Messias war anfangs zu sehr an die des strengen Richters gebunden (vgl. Mt  3,7-12). Jesus hilft ihm, die Perspektive zu \u00e4ndern, umzukehren, vor allem als er zu ihm geht und ihn bittet, getauft zu werden, dem\u00fctig unter viele B\u00fc\u00dfer gemischt (vgl. Mt  3,13-17). Nach dieser Erscheinung verweist Johannes auf Jesus als das Lamm Gottes, das die S\u00fcnde der Welt hinwegnimmt (vgl. Joh  1,29.36). Seiner Einladung folgend werden zwei seiner J\u00fcnger zu J\u00fcngern Jesu (vgl. Joh  1,37). Und der T\u00e4ufer wird, indem er sein Leben hingibt, weil er an der Wahrheit festh\u00e4lt, zum Zeugen Jesu, der die Wahrheit ist.<\/p>\n<p>Der heilige Johannes der T\u00e4ufer, Euer himmlischer Schutzpatron, muss Euer Leben und die Sendung erleuchten, die zu erf\u00fcllen Ihr in der Kirche berufen seid, durch das Wirken des Heiligen Geistes.<\/p>\n<p>Euer Orden hat als Ziel die \u00bbtuitio fidei\u00ab und das \u00bbobsequium pauperum\u00ab. Zwei Aspekte des einen Charismas: Der Glaube wird verk\u00fcndigt und bewahrt in der liebevollen Hingabe an die Armen, an die Ausgegrenzten, an alle, die die Unterst\u00fctzung, die Hilfe anderer brauchen. Sich nicht darauf beschr\u00e4nken, die Armen in ihren N\u00f6ten zu unterst\u00fctzen, sondern ihnen die Liebe Gottes verk\u00fcndigen mit dem Wort und dem Zeugnis. Wenn das fehlen w\u00fcrde, verl\u00f6re der Orden seinen religi\u00f6sen Charakter und w\u00fcrde darauf reduziert werden, eine Organisation mit phil-anthropischen Zielen zu sein.<\/p>\n<p>Die Liebe, die jeder von uns den anderen schenken muss, ist die, die sich auf eine Ebene mit ihrem Empf\u00e4nger stellt, so wie Jesus es getan hat, der sich auf eine Ebene mit uns gestellt hat, solidarisch mit den Verachteten, mit denen, denen das Leben genommen ist, weil es als wertlos betrachtet wird (vgl. Lk  10,29-37). Daher kann Jesus eine liebevolle Antwort von uns bekommen, weil er uns in seiner Erniedrigung seine Liebe schenkt, die wir ihm in der Dankbarkeit zur\u00fcckerstatten k\u00f6nnen. So ist es mit dem Armen. Wenn wir ihn lieben und uns auf eine Ebene mit ihm stellen, dann kommt die Liebe, die wir ihm schenken, in seiner Dankbarkeit, die nicht aus Dem\u00fctigung, sondern aus Freude besteht, zu uns zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Das ist die \u00bbtuitio fidei\u00ab, denn so gebt Ihr konkret den Glauben an Gott weiter, der die Liebe ist, indem Ihr die Erfahrung seiner N\u00e4he anbietet.<\/p>\n<p>Um den Glauben zu sch\u00fctzen und zu bewahren, zeigt uns der Apostel Paulus, wie wir uns ausr\u00fcsten sollen: die Waffenr\u00fcstung Gottes anziehen, um den listigen Anschl\u00e4gen des Teufels zu widerstehen; die H\u00fcften umg\u00fcrten mit Wahrheit; den Brustpanzer der Gerechtigkeit antun; zum Schild des Glaubens greifen, mit dem man die feurigen Geschosse des B\u00f6sen ausl\u00f6schen kann; den Helm des Heils und das Schwert des Geistes nehmen, das ist das Wort Gottes (vgl. Eph  6,11-18).<\/p>\n<p>Gewiss braucht Ihr f\u00fcr die vielen lobenswerten guten Werke, die Euer Orden in verschiedenen Teilen der Welt vollbringt, viele \u2013 auch wirtschaftliche \u2013 Mittel und viele Vermittlungen. Aber man muss immer darauf achtgeben, die Mittel nur als solche, als zweckdienlich zu betrachten.<\/p>\n<p>Um einen guten Zweck zu erf\u00fcllen, m\u00fcssen die Mittel jedoch gut sein; aber in diesem Bereich kann die Versuchung leicht unter dem Anschein des Guten auftreten, als Illusion, die guten Ziele, die man sich setzt, mit Mitteln erreichen zu k\u00f6nnen, die sich sp\u00e4ter vielleicht nicht als dem Willen Gottes entsprechend erweisen. Auch Jesus wurde darin versucht: Der B\u00f6se \u00bbzeigte ihm alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht\u00ab (Mt  4,89) und versprach ihm, sie ihm zu geben, wenn er ihn anbeten w\u00fcrde. Dann w\u00e4re Jesus jedoch nicht mehr der leidende Gottesknecht gewesen, der sich in Demut jeder weltlichen Macht ent\u00e4u\u00dfert, um mit der Liebe die Liebe des Menschen zu erobern. Jesus best\u00e4tigt auch in dieser besonders heimt\u00fcckischen Versuchung den Primat Gottes und verkauft sich nicht an die Macht dieser Welt. H\u00e4tte er der Versuchung zugestimmt, dann h\u00e4tte Jesus unrechtm\u00e4\u00dfige Mittel angewandt und nicht das vom Vater f\u00fcr seine Sendung gesetzte Ziel erreicht. Der Malteserorden hat im Laufe seiner Geschichte je nach den Umst\u00e4nden verschiedene Mittel angewandt, die jedoch auf ihre heutige G\u00fcltigkeit \u00fcberpr\u00fcft werden m\u00fcssen, um das Ziel der \u00bbtuitio fidei\u00ab und des \u00bbobsequium pauperum\u00ab zu erlangen.<\/p>\n<p>\u00dcber die Jahrhunderte hat der Orden immer gr\u00f6\u00dfere Bedeutung im internationalen Bereich bekommen, eine ganz besondere Art der Souver\u00e4nit\u00e4t, mit Sonderrechten in diesem Bereich, die unbedingt dem Ziel der \u00bbtuitio fidei\u00ab  und des \u00bbobsequium pauperum\u00ab dienen m\u00fcssen. W\u00fcrden diese Sonderrechte von Euch benutzt, um Euch, vielleicht unbemerkt, in die Weltlichkeit hineinziehen zu lassen, dann w\u00fcrdet Ihr gerade aufgrund der Illusion, die die Weltlichkeit mit sich bringt, Gefahr laufen, bei Eurem Handeln das Ziel aus den Augen zu verlieren. Wir m\u00fcssen uns best\u00e4ndig das aneignen, was Jesus gelehrt hat, der den Vater nicht gebeten hat, uns aus der Welt zu nehmen, denn er sendet uns \u00bbin\u00ab die Welt, sondern dass wir nicht \u00bbvon\u00ab der Welt sein m\u00f6gen, wie er nicht von der Welt ist; und er hat den Vater gebeten, uns vor dem B\u00f6sen zu bewahren (vgl. Joh  17,14-16.18).<\/p>\n<p>Der Heilige Geist deckt die T\u00e4uschungen des B\u00f6sen auf, daher sind wir aufgerufen, best\u00e4ndig zu unterscheiden, ob der Heilige Geist oder der B\u00f6se, oder jedenfalls unser Eigeninteresse, uns leitet.<\/p>\n<p>Ihr bem\u00fcht euch um einen Weg der Erneuerung. Die Erneuerung darf nicht einfach nur institutionell, normativ sein: Sie muss vor allem innerlich, geistlich sein, denn das gibt den Ver\u00e4nderungen der Normen Sinn. Ihr habt euer Eigenrecht erneuert, die Verfassung und den \u00bbCodex Melitensis\u00ab. Das war notwendig, da verschiedene Dinge gekl\u00e4rt werden mussten, besonders das Wesen eines  Ordens, das durch die Mitglieder des Ersten Standes gegeben ist und von ihnen garantiert wird, an dessen charismatischer Kraft aber auch der Zweite und der Dritte Stand teilhaben, mit unterschiedlicher Abstufung.<\/p>\n<p>Ihr habt auch die Arbeit am \u00bbKommentar\u00ab zum dem einen und dem anderen normativen Text abgeschlossen. Eine \u00e4u\u00dferst n\u00fctzliche Arbeit, um au\u00dfer dem w\u00f6rtlichen Verst\u00e4ndnis der Normen auch das ihrer geistlichen und theologischen Grundlage zu erleichtern, die von erstrangiger Bedeutung f\u00fcr eine richtige Auslegung und Anwendung im Heiligen Geist sind. Gewiss ist der Weg der Erneuerung nicht beendet, ja er steht sogar erst am Anfang, denn er verlangt die Umkehr des Herzens, eine Lebensaufgabe f\u00fcr jeden von uns. Wir wissen, wie m\u00fchsam die Umkehr des Herzens ist. Besonders die Mitglieder des Ersten Standes sind aufgerufen, sich in diesem Sinne zu bem\u00fchen, jede Versuchung der Verweltlichung, also eines Lebens, das nicht von jener Radikalit\u00e4t des Evangeliums beseelt ist, die einem  Orden zu eigen ist, zu \u00fcberwinden. Wenn der Erste Stand diesen Weg der Umkehr, der zwar schwierig und anspruchsvoll, aber von der Gnade des Geistes des Auferstandenen getragen ist, nicht vollbringt, dann darf man nicht darauf hoffen, dass der Zweite und der Dritte Stand ihn in ihren jeweiligen Umst\u00e4nden vollbringen.<\/p>\n<p>Die Umkehr ist jedoch immer angespornt von einer bedeutsamen Erfahrung, die unser Herz ber\u00fchrt. Euer Handeln zugunsten der \u00bbHerren Kranken\u00ab, wie ihr gerne sagt, sowie der Armen jeder Art, verdienstvoll vor Gott und vor den Menschen, ist das, was Eure Umkehr st\u00fctzt. Das karitative und apostolische Handeln ist Frucht und Ausdruck einer Spiritualit\u00e4t, die Euch von den Anf\u00e4ngen an vom seligen Gerhard \u00fcbermittelt wurde und die zu verk\u00f6rpern Ihr in der heutigen Welt berufen seid und die immer mehr dem Evangelium entspricht, Frucht best\u00e4ndiger L\u00e4uterung.<\/p>\n<p>Mit gro\u00dfer Freude habe ich erfahren, dass es Anw\u00e4rter gibt, die darum gebeten haben, die Erfahrung des Noviziats zu beginnen, und zwar eines Noviziats mit gemeinsamem Wohnsitz, was eine Neuheit darstellt, nachdem das Gemeinschaftsleben sich schon lange aufgel\u00f6st hatte. Das gibt Anlass zu gro\u00dfer Hoffnung, aber es ist auch eine Herausforderung f\u00fcr den ganzen Orden und vor allem f\u00fcr die Ausbilder. Die Ausbildung ist ein grundlegender Aspekt f\u00fcr alle Institute des geweihten Lebens, und sie ist besonders anspruchsvoll wegen der Komplexit\u00e4t des Lebens der Kandidaten in der heutigen Zeit. Das erfordert mehr denn je eine besondere Ausbildung der Ausbilder, ohne die die Ausbildungst\u00e4tigkeit vage und unwirksam bliebe, was passieren w\u00fcrde, wenn ihr Ablauf und ihr Inhalt nicht gut festgelegt w\u00e4ren. Die Ausbildung betrifft nicht nur den Ersten Stand, sondern, unter anderen Bedingungen, auch den Zweiten und den Dritten Stand. Sie muss als grundlegendes Element das Gebet vor Augen haben: das liturgische und das pers\u00f6nliche Gebet, gen\u00e4hrt von Einsamkeit und Stille. Diese Dimensionen sind notwendig, je mehr man sich der T\u00e4tigkeit des Dienstes am N\u00e4chsten widmet, damit diese ein Zeugnis der Liebe Gottes sei, der vergegenw\u00e4rtigt wird.<\/p>\n<p>Ebenso gibt es Anlass zu gro\u00dfer Hoffnung, dass einige Mitglieder mit Profess eine Erfahrung des Gemeinschaftslebens beginnen wollen. Ich ermutige diesen Wunsch von Herzen, auf dass das Gemeinschaftsleben konkret zur gegenseitigen Liebe und zur echten Observanz der drei evangelischen R\u00e4te heranformen m\u00f6ge. Auch wenn dieses Vorhaben bei der Umsetzung auf einige Schwierigkeiten sto\u00dfen wird, so k\u00f6nnen diese mit Hilfe des Heiligen Geistes \u00fcberwunden werden, dank dem die Hoffnung nicht zugrunde gehen l\u00e4sst (vgl. R\u00f6m  5,5).<\/p>\n<p>Unsere Liebe Frau vom Berg Philermos, der heilige Johannes der T\u00e4ufer und der selige Gerhard m\u00f6gen F\u00fcrsprache halten f\u00fcr die Erf\u00fcllung aller Eurer edelsten Empfindungen und W\u00fcnsche, w\u00e4hrend ich Euch von Herzen den Apostolischen Segen sende, in den ich Eure Angeh\u00f6rigen und alle, denen Ihr in eurem Dienst begegnet, einschlie\u00dfe.<\/p>\n<p>Aus dem Vatikan, am 24. Juni 2025<\/p>\n<p>LEO PP. XIV<\/p>\n<p>\u00a9 Vatican Media<\/p>\n","news_gallery":"no","news_excerpt":"Ich freue mich ganz besonders, anl\u00e4sslich der Feier des Hochfestes des heiligen Johannes des T\u00e4ufers, Schutzpatron eures Ordens, der seinen Namen tr\u00e4gt, diese Botschaft an Euch zu richten.","focus_on":"no","breaking":"yes","evidence":"yes","hidden_news":"no","cover_image_copyrighted":false},"news_categories":[{"id":118,"name":"Gro\u00dfmeister News","slug":"grosmeister-news","description":"","link":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/nachrichten-kategorien\/nachrichten\/grosmeister-news\/"},{"id":115,"name":"Nachrichten","slug":"nachrichten","description":"","link":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/nachrichten-kategorien\/nachrichten\/"}],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/notizie\/264382","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/notizie"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/news"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/notizie\/264382\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=264382"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}