{"id":42458,"date":"2015-01-13T14:11:42","date_gmt":"2015-01-13T13:11:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/news\/die-ansprache-des-grosmeisters-an-das-diplomatische-corps\/"},"modified":"2023-01-16T15:30:16","modified_gmt":"2023-01-16T14:30:16","slug":"die-ansprache-des-grosmeisters-an-das-diplomatische-corps","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/nachrichten\/die-ansprache-des-grosmeisters-an-das-diplomatische-corps\/","title":{"rendered":"Die Ansprache des Gro\u00dfmeisters an das Diplomatische Corps"},"featured_media":0,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-42458","news","type-news","status-publish","hentry","news_categories-diplomatischen-aktivitaten","news_categories-grosmeister-news","news_categories-nachrichten"],"acf":{"highlighted":"no","news_cover":{"id":32433,"url":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/2015.01.13-Address-of-the-Grand-Master-to-the-Diplomatic-Corps_00235.jpg"},"news_content":"<p>Der Gro\u00dfmeister, Fra\u00b4 Matthew Festing, hat heute das beim Souver\u00e4nen Malteserorden akkreditierte Diplomatische Korps zum traditionellen Neujahrsempfang in der Magistralvilla in Rom empfangen.<\/p>\n<p><strong>Es folgt nachstehend die Ansprache des Gro\u00dfmeisters<\/strong><\/p>\n<p>Herr Doyen, Exzellenzen, meine Damen, meine Herren,<\/p>\n<p>h\u00f6chst dramatische, gewaltsame Ereignisse pr\u00e4gen den Beginn des neuen Jahres. Der schwerste Terrorakt in Frankreich seit dem Krieg, der in Paris 17 Menschenleben gefordert hat, ist auch ein brutaler Angriff auf unsere Grundwerte, auf Meinungsfreiheit und Toleranz.<\/p>\n<p>In Nigeria, abseits des Fokus der Medien, sollen bei einem verheerenden Angriff von Boko-Haram-Milizen 2.000 Menschen ermordet worden sein. Die islamistische Bewegung zeichnet auch verantwortlich f\u00fcr die Entf\u00fchrung von mehr als 250 M\u00e4dchen im Schulalter im vergangenen Jahr.<\/p>\n<p>Der Souver\u00e4ne Malteserorden verurteilt jegliche Form von Gewalt, sei es k\u00f6rperliche, psychische oder moralische Gewalt, aufs Sch\u00e4rfste und bekr\u00e4ftigt nachdr\u00fccklich sein Eintreten gegen jegliche Form von Intoleranz und Gewalt im Namen von Religion.<\/p>\n<p>Herr Doyen, Exzellenzen, meine Damen, meine Herren,<\/p>\n<p>ich freue mich sehr, Sie heute hier zum traditionellen Austausch von guten W\u00fcnschen zum Jahresbeginn willkommen zu hei\u00dfen. Besondere Gr\u00fc\u00dfe richte ich an all die Botschafter, die erst k\u00fcrzlich ihre wertvolle Zusammenarbeit mit uns begonnen haben. Ich bedanke mich sehr herzlich f\u00fcr die guten W\u00fcnsche und die erfreuliche Wertsch\u00e4tzung der Arbeit des Malteserordens, die vom Doyen in Ihrem Namen \u00fcbermittelt wurden. Seien Sie versichert, dass meine Dankbarkeit keineswegs formaler Natur ist: In diesen schwierigen und oftmals dramatischen Zeiten kann der Malteserorden f\u00fcr sein humanit\u00e4res Engagement gar nicht genug Unterst\u00fctzung, Mitwirkung und Ermutigung erfahren.<\/p>\n<p>Die Linderung von Not ist eine schwierige Aufgabe. Uns, den Erben der Hospitaliers, ist dies seit jeher bewusst. Im Moment scheint diese Aufgabe sogar noch schwieriger. W\u00e4hrend ich mich heute an Sie wende, sind 50 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht vor Krieg, Verfolgung, Armut und Hunger. In Syrien ist ein ganzes Volk auf der Flucht. Die Wiege des Christentums ist von Konfessionskriegen bedroht: Ganze Bev\u00f6lkerungsgruppen leben in der st\u00e4ndigen Bedrohung durch extremistische Organisationen. Schleuser und Menschenh\u00e4ndler haben Hochkonjunktur. Dass dies in einer Zeit wie dieser geschieht, ist angesichts der tragischen Lektionen aus zwei Weltkriegen, V\u00f6lkermorden und totalit\u00e4ren Regimen paradox. Unter dem br\u00fcchigen Schutz eines angeblich \u201eglobalen Friedens\u201c werden \u201elokale\u009d\u201c Konflikte mit einer immer gr\u00f6\u00dferen Gewalt ausgetragen. Es gelten weder moralische noch althergebrachte Grenzen. Diese Gewalt unterscheidet nicht zwischen K\u00e4mpfern in Uniform und wehrlosen Zivilisten. Im Ersten Weltkrieg wurden unz\u00e4hlige Soldaten get\u00f6tet. In den regionalen Kriegen der Gegenwart sind die Frauen und Kinder die Opfer. Trotz der vor langer Zeit verankerten Grundrechte ist der Beginn des 21. Jahrhunderts gekennzeichnet von negativen Entwicklungen wie neuen, willk\u00fcrlichen Grausamkeiten. Mit Methoden aus vergangenen Jahrhunderten treffen die modernen K\u00e4mpfer in \u201eirregul\u00e4ren Kriegen\u201c die schw\u00e4chsten Mitglieder der Weltgesellschaft. Immer \u00f6fter wird ihr Hass durch religi\u00f6sen Fanatismus gesch\u00fcrt, durch ein verzerrtes Ideal, das Verrat an ihrem urspr\u00fcnglichen Glauben begeht und ihren Verstand und ihr Herz regelrecht bet\u00e4ubt. Unsere Zeit ist auf tragische Weise gezeichnet von einer allm\u00e4hlichen Zersetzung in der Durchsetzung von humanit\u00e4rem Recht. Die Einhaltung von Rechtsgrunds\u00e4tzen ist von verschiedenen Seiten unter erheblichen Druck geraten. Auch die Flucht in milit\u00e4rische Vergeltungsschl\u00e4ge, die nicht f\u00fcr weniger Gewalt sorgen, sondern zu noch mehr toten Zivilisten und Kollateralwirkungen f\u00fchren, sind ein Zeichen daf\u00fcr. W\u00e4hrend die Trag\u00f6dien ihren Lauf nehmen, werden die entwickelten Gesellschaften weltweit erfasst von etwas, was Papst Franziskus als \u201eGlobalisierung der Gleichg\u00fcltigkeit\u201c bezeichnet. Unsere Seelen haben es sich bequem gemacht. Wir sind taub und unempf\u00e4nglich f\u00fcr die Not unserer Mitmenschen im Nahen Osten oder in Afrika, an den R\u00e4ndern des Mittelmeeres, ja, sogar in den Au\u00dfenbezirken unserer St\u00e4dte.<\/p>\n<p>Auf diese schwierige Situation muss der Malteserorden eine Antwort finden. Treu unserem Motto \u201eVerteidigung des Glaubens und Dienst an den Armen\u201c m\u00fcssen wir unserer seit langer Zeit geltenden Herausforderung gerecht werden. Unsere Reaktion ist wie immer eine zweifache: auf der einen Seite \u00e4u\u00dferste Entschlossenheit, die W\u00fcrde des Menschen zu verteidigen, und auf der anderen Seite hohe Flexibilit\u00e4t, was die Anpassung an bestehende Umst\u00e4nde anbelangt, um nahe bei den Hilfsbed\u00fcrftigen sein zu k\u00f6nnen. Der Orden hat immer seine Identit\u00e4t behalten und ist vor Ver\u00e4nderungen nie zur\u00fcckgeschreckt. Wie fr\u00fcher sind die Ritter des Ordens auch heute \u00c4rzte und Pflegekr\u00e4fte, Sozialarbeiter und Mitarbeiter in humanit\u00e4ren Organisationen. Nat\u00fcrlich sind neue Therapien und Instrumente an die Stelle der alten getreten, das Ziel aber ist immer gleich geblieben.<\/p>\n<p>Der Malteserorden bewahrt sich seine spirituelle Vision, die auf eine 1 000 Jahre alte Tradition der Treue zur r\u00f6mischen Kirche zur\u00fcckgeht. Durch diese Verbindung erreicht unsere auf dem Glauben gegr\u00fcndete humanit\u00e4re Einrichtung eine noch gr\u00f6\u00dfere Wirksamkeit. Der Orden folgt voll und ganz der von Papst Franziskus k\u00fcrzlich ausgesprochenen Einladung, \u201esich die H\u00e4nde schmutzig zu machen\u201c im Umgang mit unseren Mitmenschen in den vergessenen Gegenden unserer Welt. Im gerade zu Ende gegangenen Jahr haben wir mit dem Heiligen Stuhl und dem Heiligtum von Pompeji eine Vereinbarung \u00fcber die Einrichtung einer neuen Mensa an diesem besonderen Ort der Marienverehrung geschlossen. Die besonderen Beziehungen, die wir mit dem Stuhl Petri pflegen, wurden mit der Ernennung von Kardinal Raymond Leo Burke zum neuen Cardinalis Patronus erst k\u00fcrzlich bekr\u00e4ftigt. Ich m\u00f6chte unseren Cardinalis Patronus noch einmal des Respekts und der Bewunderung versichern, die wir ihm bereits bei Aufnahme des hohen Amts \u00fcbermittelt haben, und erneut unsere Dankbarkeit f\u00fcr die f\u00fcnf Jahre verdienstvoller Arbeit seines Vorg\u00e4ngers Kardinal Paolo Sardi zum Ausdruck bringen.<\/p>\n<p>Unsere Eigenst\u00e4ndigkeit ist Garant f\u00fcr die Autorit\u00e4t und Autonomie, die wir ben\u00f6tigen, um bestm\u00f6gliche Ergebnisse zu erzielen. Auf der Weltb\u00fchne treten wir als eine \u201ehumanit\u00e4re Einrichtung\u201c auf, deren Sinn und Zweck darin besteht, den Armen und Ausgegrenzten eine Stimme zu geben, und zwar ohne geheime Tagesordnungen oder politische und wirtschaftliche Interessen. Es ist unsere Tradition der Unparteilichkeit, aufgrund derer unseren Absichten Glaube geschenkt wird. Und durch das Vertrauen, das auf diese Weise entsteht, ist sichergestellt, dass unsere Initiativen vielfach gesch\u00e4tzt werden. Das Netzwerk bilateraler Beziehungen, das Sie und unsere Botschafter in \u00fcber 100 L\u00e4ndern gemeinsam pflegen und ausbauen, ist wie immer eine wertvolle Unterst\u00fctzung, was die Effektivit\u00e4t und die Effizienz unserer Hilfeleistungen anbelangt.<\/p>\n<p>Die Au\u00dfenpolitik des Malteserordens hat 2014 wichtige Ergebnisse erzielt, beispielsweise die Kooperationsabkommen mit der pal\u00e4stinensischen Regierung, der Tschechischen Republik und der Internationalen Organisation der Frankophonie. Es waren auch diplomatische Beziehungen, denen wir den Ausbau von Gesundheitseinrichtungen, besonders f\u00fcr M\u00fctter und Kinder, in Kamerun sowie die Ausarbeitung von Kooperationsabkommen zur Unterst\u00fctzung von Gemeindekliniken in El Salvador verdanken. Besonders wichtig ist die fortgesetzte Kooperation zwischen dem Malteserorden und dem italienischen Verteidigungsministerium f\u00fcr das Milit\u00e4rkorps der italienischen Assoziation in den Bereichen Erste Hilfe, Naturkatastrophen und Notsituationen. Diese traditionelle Kooperation nahm ihren Anfang unmittelbar nach der Vereinigung Italiens und wird seit damals immer wieder bekr\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>In 120 L\u00e4ndern auf f\u00fcnf Kontinenten bew\u00e4hrt sich das \u201eNetzwerk\u201c des Malteserordens durch die Arbeit unserer 59 Priorate und nationalen Assoziationen, unserer 33 Hilfsdienste, unserer internationalen Hilfsorganisation Malteser International sowie Tausender Mitglieder, medizinischer Kr\u00e4fte und Freiwilliger.<\/p>\n<p>Alte Menschen, k\u00f6rperlich und geistig Behinderte, Arme, Leprakranke, ausgesetzte Kinder, Alleinerziehende, \u2026 sie alle brauchen unsere Hilfe. Unsere Aktionen, die so umfangreich sind, wie das menschliche Leiden unendlich ist, im Einzelnen zu beschreiben, w\u00e4re in dieser kurzen Zeit nicht m\u00f6glich. Lassen Sie mich nur einige wichtige Beispiele erw\u00e4hnen, allen voran die gr\u00f6\u00dfte humanit\u00e4re Katastrophe der Gegenwart: Die Flucht zahlloser Menschen aus ihrer Heimat stellt uns ohne Zweifel vor die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung, die es zu bew\u00e4ltigen gilt. Die Binnenfl\u00fcchtlinge im Irak versuchen sich vor dem IS in Sicherheit zu bringen, den terroristischen sogenannten Gotteskriegern, die in zwei Jahren das jahrhundertealte friedliche Zusammenleben verschiedener Kulturen zerst\u00f6rt haben. Im irakischen Teil Kurdistans ist der Orden mit Ausr\u00fcstung und Personal in mobilen Kliniken vertreten, die von Malteser International und lokalen Partnern betrieben werden. In der T\u00fcrkei, die seit 2011 \u00fcber 1,7 Millionen syrischen Fl\u00fcchtlingen Zuflucht bietet, unterh\u00e4lt der Orden ein Feldhospital mit medizinischen und psychologischen Fachkr\u00e4ften, das aktiv mit den muslimischen Hilfsorganisationen zusammenarbeitet. Im Libanon, wo heute rund ein Drittel der Bev\u00f6lkerung aus Fl\u00fcchtlingen besteht, haben wir unser seit 30 Jahren bestehendes Engagement durch den Aufbau von Hilfszentren und die Entsendung von Fachkr\u00e4ften verst\u00e4rkt.<\/p>\n<p>Vergessen wir auch nicht die Tausende von verzweifelten Menschen, die ihr Leben in die H\u00e4nde skrupelloser Schleuser legen und sich in seeunt\u00fcchtigen Booten auf \u201eReisen der Hoffnung\u201c \u00fcber das Mittelmeer begeben. Die Zahlen sprechen f\u00fcr sich: 2014 erreichten 130.000 Menschen die italienischen K\u00fcsten, darunter 700 % mehr S\u00e4uglinge und Kleinkinder als im Vorjahr. Auf der sizilianischen Insel Lampedusa und auf den Schiffen der K\u00fcstenwache, die Menschen unter schwierigsten Umst\u00e4nden aus Seenot retten, sind rund um die Uhr Fachkr\u00e4fte des italienischen Hilfsdienstes des Malteserordens im Einsatz. Den Migranten, die mit der Hoffnung auf ein besseres Leben nach Europa kommen, sind unsere medizinische und soziale Betreuung und unsere Sprachprogramme in Frankreich, Belgien, Deutschland, Spanien und Italien eine gro\u00dfe Hilfe. Menschen ohne Aufenthaltserlaubnis stehen die Assoziationen des Malteserordens bei ihren Asylantr\u00e4gen und den zahlreichen Verwaltungsverfahren bei.<\/p>\n<p>Eine sichere Heimat brauchen auch die Tausende von Menschen im Gaza-Streifen, die unter dem Konflikt mit Israel zu leiden haben. Dies ist die Gegend im Nahen Osten, in der unser Krankenhaus zur Heiligen Familie in Bethlehem seit Jahrzehnten die Anlaufstelle f\u00fcr alle M\u00fctter ist. Diese Insel des Friedens in einem geplagten Land baut derzeit seine Aktivit\u00e4ten und Au\u00dfenstellenprogrammen aus, um die Frauen in den umliegenden D\u00f6rfern betreuen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Nicht zu vergessen sind die modernen \u201eGei\u00dfeln der Menschheit\u201c, allen voran die Ebola-Epidemie, die in Westafrika bislang 8.000 Menschenleben gefordert hat. Im Kampf gegen das Virus schicken wir Medikamente und Ausr\u00fcstung nach Liberia \u2013 und nach Conakry in Guinea, wo der Ordre de Malte France Kliniken unterh\u00e4lt, Fr\u00fcherkennungsprogramme durchf\u00fchrt und Aufkl\u00e4rung betreibt. Im selben Sinne k\u00e4mpfen \u00fcberall in Afrika zahlreiche Fachkr\u00e4fte unter dem achtspitzigen Kreuz seit Jahren gegen unsichtbare Gegner wie Malaria, Tuberkulose und HIV\/AIDS.<\/p>\n<p>Dabei gen\u00fcgt es nicht, nur die Gegenwart zu betrachten. Ist die erste Hilfe geleistet, sind nur allzu oft die Probleme des sozialen und materiellen Wiederaufbaus zu bew\u00e4ltigen. Daher ist es unser Grundsatz, auch dann am Ort eines Notfalleinsatzes zu bleiben, wenn die Welt\u00f6ffentlichkeit nicht mehr hinschaut. Gefestigt haben wir diese Vorgehensweise in S\u00fcdostasien nach dem Tsunami 2004. Dort haben wir in den letzten Jahren unsere Wasserreinigungsprogramme, die Schulungsma\u00dfnahmen f\u00fcr die Bauern und unsere Mikrokreditprojekte abgeschlossen. Auf Haiti f\u00fchren wir genau f\u00fcnf Jahre nach dem verheerenden Erdbeben unsere Lese- und Schreibkurse, unsere Familienassistance und unsere Seuchenpr\u00e4ventionsprogramme fort. Auf Samar und den anderen Inseln des Archipels der Philippinen, wo vor einem Jahr \u2013 kaum beachtet von den Medien \u2013 der Taifun Haiyan Leid und Tod brachte, versorgen wir die Menschen nach wie vor mit Medikamenten und Kleidung, helfen beim Wiederaufbau von Geb\u00e4uden und entwickeln Initiativen, um Familien zu einem h\u00f6heren Einkommen zu verhelfen.<\/p>\n<p>Ihre Exzellenzen,<\/p>\n<p>meine kurzen Betrachtungen an dieser Stelle k\u00f6nnen den Tatsachen in keiner Weise gerecht werden. Ich m\u00f6chte Ihnen nicht vor Augen f\u00fchren, was wir tun, sondern wie viel noch zu tun ist. Angesichts zahlloser Menschen, die an den Rand gedr\u00e4ngt wurden und Not leiden, m\u00fcssen wir uns alle die Frage stellen, wie wir die Weichen f\u00fcr die Zukunft stellen wollen: Im Gef\u00e4lle zwischen Norden und S\u00fcden, zwischen den Ersten und den Letzten, zwischen Wohlergehen und Elend haben wir die Chance, in der Mitte die Zukunft zu gestalten.<\/p>\n<p>In Anbetracht des Ausma\u00dfes der Herausforderungen und der Unzul\u00e4nglichkeit unserer Instrumente f\u00e4llt mir Jesu Warnung ein: \u201eDie Ernte ist gro\u00df, der Arbeiter aber sind wenige\u201c (Lukas 10:2). Der Malteserorden bekr\u00e4ftigt an dieser Stelle in fester \u00dcberzeugung in Ihrer Gegenwart seine Selbstverpflichtung, seinen Teil zu leisten, sein gesamtes Potenzial zu mobilisieren und dabei besonderes Augenmerk auf die j\u00fcngere Generation zu richten, die neues Leben f\u00fcr die Welt und auch f\u00fcr unsere langj\u00e4hrige Arbeit verhei\u00dft. Diesen Weg haben wir bereits eingeschlagen, etwa mit Initiativen wie dem Caravan-Projekt f\u00fcr behinderte Menschen im Libanon, bei dem sich jedes Jahr junge Freiwillige aus Europa engagieren. Richtungsweisend sind auch die Entscheidungen von unserem Strategieseminar auf Rhodos, mit denen wir uns die Selbstverpflichtung auferlegt haben, in den n\u00e4chsten zehn Jahren die Einbeziehung junger Menschen in das Leben des Ordens zu st\u00e4rken. Ohne Vorbehalte oder pers\u00f6nliche Vorurteile wollen wir \u201eneue Rekruten\u201c gewinnen, die dann mit ihrer Begeisterung und ihrem Willen, sich voller Gro\u00dfz\u00fcgigkeit anderen Menschen zu widmen, ein neues Kapitel der Produktivit\u00e4t in der langen Geschichte unseres Ordens schreiben werden.<\/p>\n<p>Genau diese Geschichte ist es, die uns immer wieder vor Augen f\u00fchrt, dass unsere Aktivit\u00e4ten nicht nur von den weit ge\u00f6ffneten Armen und Herzen unserer Freiwilligen getragen werden. Neben den personellen Ressourcen verf\u00fcgen wir auch \u00fcber institutionelle Ressourcen \u2013 das gesetzlich verankerte Vorrecht des Ordens \u2013, die wir einsetzen k\u00f6nnen, um im h\u00f6heren Interesse der menschlichen Entwicklung immer neue Verbindungen zwischen Regierungen und zwischen Kulturen zu kn\u00fcpfen. Die j\u00fcngst mit dem S\u00fcdsudan aufgenommenen diplomatischen Beziehungen, derer wir uns sehr gl\u00fccklich sch\u00e4tzen, zeigen, was aufrichtige Diplomatie bewirken kann, wenn sie sich an die Menschen und nicht gegen sie wendet. In dieser Hinsicht wende ich mich speziell an Sie als erfahrene Diplomaten und unsere privilegierten Gespr\u00e4chspartner und bitte Sie, uns zu helfen, damit wir in den zerst\u00f6rten Regionen dieser Welt das wiederholen k\u00f6nnen, was die uralten Chroniken des Ordens \u00fcber das von unserem Gr\u00fcnder, dem Seligen Gerard, in Jerusalem gegr\u00fcndete Hospital berichten: \u201eDie Armen werden aufgenommen und gespeist, die Kranken werden behandelt, die Sakramente werden gespendet, die Pilger und die Betr\u00fcbten werden aufgerichtet, die Analphabeten unterrichtet und die Gefangenen erl\u00f6st.\u201c<\/p>\n<p>In diesem Sinne w\u00fcnsche ich Ihnen allen, Ihren Familien und den V\u00f6lkern, die Sie vertreten, alles Gute f\u00fcr ein gesch\u00e4ftiges Jahr 2015 voller spiritueller Gnade.<\/p>\n<p>Fra\u2019 Matthew Festing<\/p>\n","news_gallery":"yes","news_gallery_elements":[{"id":132555,"url":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/G_05_01.jpg"},{"id":132568,"url":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/G_05_03.jpg"},{"id":132581,"url":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/G_05_02.jpg"},{"id":132594,"url":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/G_05_04.jpg"},{"id":132607,"url":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/G_05_05.jpg"}]},"news_categories":[{"id":117,"name":"Diplomatischen aktivit\u00e4ten","slug":"diplomatischen-aktivitaten","description":"","link":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/nachrichten-kategorien\/nachrichten\/diplomatischen-aktivitaten\/"},{"id":118,"name":"Gro\u00dfmeister News","slug":"grosmeister-news","description":"","link":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/nachrichten-kategorien\/nachrichten\/grosmeister-news\/"},{"id":115,"name":"Nachrichten","slug":"nachrichten","description":"","link":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/nachrichten-kategorien\/nachrichten\/"}],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/notizie\/42458","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/notizie"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/news"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/notizie\/42458\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=42458"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}