{"id":42556,"date":"2016-01-12T16:57:49","date_gmt":"2016-01-12T15:57:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/news\/ansprache-seiner-hoheit-und-eminenz-dem-fursten-und-grosmeister-fra-matthew-festing-an-das-beim-souveranen-malteserorden-akkreditierte-diplomatischen-korps\/"},"modified":"2023-01-16T15:32:07","modified_gmt":"2023-01-16T14:32:07","slug":"ansprache-seiner-hoheit-und-eminenz-dem-fursten-und-grosmeister-fra-matthew-festing-an-das-beim-souveranen-malteserorden-akkreditierte-diplomatischen-korps","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/nachrichten\/ansprache-seiner-hoheit-und-eminenz-dem-fursten-und-grosmeister-fra-matthew-festing-an-das-beim-souveranen-malteserorden-akkreditierte-diplomatischen-korps\/","title":{"rendered":"Ansprache Seiner Hoheit und Eminenz, dem F\u00fcrsten und Gro\u00dfmeister Fra\u2019 Matthew Festing an das, beim Souver\u00e4nen Malteserorden akkreditierte, Diplomatischen Korps"},"featured_media":0,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-42556","news","type-news","status-publish","hentry","news_categories-diplomatischen-aktivitaten","news_categories-grosmeister-news","news_categories-nachrichten","news_tags-breaking-de","news_tags-evidence-de"],"acf":{"highlighted":"no","news_cover":{"id":32907,"url":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/visitors.jpg"},"news_content":"<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Der Gro\u00dfmeister <\/span>Fra\u2019 Matthew Festing empfing heute das beim Souver\u00e4nen Malteserorden akkreditierte Diplomatische Korps zur\u00a0traditionellen\u00a0Neujahrsaudienz. Die Audienz fand in der Magistralvilla in Rom statt.\u00a0<span class=\"s1\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><strong>Hier ist die Adresse des\u00a0Gro\u00dfmeisters<\/strong><\/p>\n<p class=\"p1\"><em style=\"line-height: 1.5;\">Sehr geehrter Doyen, Eure Exzellenzen, verehrte Damen und Herren,<\/em><\/p>\n<p>Es ist mir eine gro\u00dfe Freude, Sie heute anl\u00e4sslich des traditionellen Neujahrsempfangs in der Magistralvilla begr\u00fc\u00dfen zu k\u00f6nnen. Ich m\u00f6chte dem Doyen des Diplomatischen Korps, Botschafter der Tschechischen Republik, Pavel\u00a0Vosalik, f\u00fcr seine freundlichen und bedeutungsvollen Worte danken. Ich m\u00f6chte Ihnen allen, insbesondere den Botschaftern, die letztes Jahr ihre Beglaubigungsschreiben empfangen haben und zum ersten mal Teil dieser Runde sind, meine besten W\u00fcnsche zu Teil werden lassen. Mit gro\u00dfem Bedauern haben wir vom Tod des kubanischen und des liberianischen Botschafters erfahren. Wir sind dankbar \u00fcber Ihre Leistung und ihren Beitrag. Wir schlie\u00dfen Sie in unsere Gebete ein.<\/p>\n<p>Dieses traditionelle und freudige Ereignis, findet &#8211; wieder einmal &#8211; vor dem Hintergrund eines h\u00f6chst besorgniserregenden internationalen Szenarios statt. Der Dialog, der die Basis unserer Mission ist, baut Br\u00fccken des Friedens zwischen V\u00f6lkern und Regierungen. Heute werden diese Br\u00fccken, sobald sie stabil sind, von Hindernissen aus Angst und Misstrauen geschw\u00e4cht &#8211; eine bittere Erbschaft der fundamentalistischen Offensive in vielen Teilen der Erde. Wie ich es in meinem Kondolenzschreiben an den franz\u00f6sischen Pr\u00e4sident Hollande nach den Terroranschl\u00e4gen in Paris im vergangenen November formulierte: \u201eDer Terrorismus ist ein Feind der Menschheit und eine Bedrohung f\u00fcr die gesamte internationale Gemeinschaft.\u201f W\u00e4hrend der Belagerung des Konzertsaals Bataclan reagierte der Malteserorden auf den Notruf der Pariser Pr\u00e4fektur und sandte sofort 40 Rettungssanit\u00e4ter und 8 Fahrzeuge, um die Opfer zu versorgen. Von Frankreich bis nach Mali, vom Massaker in einer Behinderteneinrichtung in Kalifornien bis in den vom Krieg zerrissenen Nahen Osten &#8211; die Dimensionen dieses Konfliktes wachsen.<\/p>\n<p>Wir leben in einer \u00c4ra asymmetrischer Konflikte, in der die Konfliktparteien &#8211; unl\u00e4ngst nicht mehr Nationen oder Gruppen &#8211; die Menschenrechtskonventionen, die von Staaten nach jahrhundertelangen Gr\u00e4ueltaten kodifiziert wurden, missachten. Wir leben in einer \u00c4ra, in der Kampfschaupl\u00e4tze durch Attacken auf Schulen, Krankenh\u00e4usern, Theater und auf \u00f6ffentliche Pl\u00e4tze ersetzt werden und die Opfer oftmals nicht Soldaten, sondern unschuldige Zivilisten sind, die sich auf lange und gef\u00e4hrliche Fluchtrouten begeben.<\/p>\n<p>Diese kollektive Odyssee von 60 Millionen Menschen weltweit &#8211; also einer ganzen &#8222;Nation auf der Flucht&#8220; &#8211; ist zum be\u00e4ngstigenden Symbol unserer Zeit geworden und f\u00fchrt zu einem komplexen Handlungsszenario der humanit\u00e4ren Hilfsorganisationen. Der Souver\u00e4ne Malteserorden hat immer bekr\u00e4ftigt, dass es keine kurzfristige L\u00f6sung f\u00fcr dieses Problem gibt, noch k\u00f6nnten Mauern oder Parolen die L\u00f6sung sein. Wir m\u00fcssen statt Mauern Br\u00fccken bauen, wie Papst Franziskus es k\u00fcrzlich forderte: es liegt am Mangel langfristiger, politischer L\u00f6sungen, dass es zu anhaltenderen Krisen und einem noch nie da gewesenen Ausma\u00df an Vertreibung kommt.<\/p>\n<p>Wir m\u00f6chten nun einen Aktionsaufruf starten, der die Menschenrechte, wie sie nach dem Krieg in der Genfer Konvention festgeschrieben wurden, bekr\u00e4ftigt. Die Europ\u00e4ische Union muss zur Bew\u00e4ltigung der humanit\u00e4ren Krise zusammenarbeiten, um eine gemeinsame Politik und schnellere Verwaltungsverfahren zu entwickeln und die zentralen Werte anzuerkennen: Leben zu sch\u00fctzen, die Menschenw\u00fcrde zu wahren und Toleranz zu f\u00f6rdern. Es ist ist bedauerlich, dass die Fl\u00fcchtlinge aus Syrien sich unter lebensgef\u00e4hrlichen Umst\u00e4nden auf den Weg nach Europa machen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Langzeitprogramme und -Ziele sind f\u00fcr diese Herausforderung n\u00f6tig. Lassen Sie mich dennoch daran erinnern, dass wir im Vergleich zu anderen L\u00e4ndern, die \u00fcber Jahre Millionen von Fl\u00fcchtlingen aufgenommen haben, \u00fcber relativ kleine Zahlen sprechen. Der Libanon hat die gr\u00f6\u00dfte Zahl syrischer Fl\u00fcchtlinge aufgenommen, gefolgt von Jordanien, wo es sich gesch\u00e4tzt bei jedem Zehnten um einen Fl\u00fcchtling handelt. Trotz angespannter Lage sind diese L\u00e4nder nicht kollabiert. Es ist entscheidend und unerl\u00e4sslich, dass die Nachbarl\u00e4nder Syriens, wo Fl\u00fcchtlinge unter schlimmen Bedingungen leben, besser unterst\u00fctzt werden.<\/p>\n<p>Malteser International, unser weltweites Hilfswerk, versorgt t\u00e4glich Tausende von Menschen im Irak, der T\u00fcrkei, dem Libanon durch Fachpersonal, mobilen medizinische Einheiten und Sozialpflege. Im Libanon, wo jeder Dritte Einwohner ein Fl\u00fcchtling ist, wird das Spektrum an Unterst\u00fctzung von der libanesischen Assoziation \u00fcbernommen und Malteser International hilft unterst\u00fctzend. Auf dem Meer vor der K\u00fcste der Insel Lampedusa arbeiten ununterbrochen \u00c4rzte, Krankenpflegepersonal und Rettungshelfer des italienischen Hilfswerkes auf Marineschiffen, die im Mittelmeer patrouillieren, um tausende verzweifelter M\u00e4nner, Frauen und Kinder zu retten. Allein im Oktober und November wurden 1.500 Menschen gerettet, die haltlos dahin trieben. Der Orden hat seine Mission als Reaktion auf den wachsenden Zustrom und die herzzerrei\u00dfenden Todesf\u00e4lle von Fl\u00fcchtlingen auf dem Weg nach Griechenland in den letzten Wochen auch auf die \u00c4g\u00e4is ausgedehnt.<\/p>\n<p>Im Jahr 2015 standen wir auch Fl\u00fcchtlingen auf der \u201eBalkan-Route\u201f bei, die meisten von ihnen waren Syrer. Wir setzen unsere Aktivit\u00e4ten entlang der Hauptfl\u00fcchtlingsrouten mit sozial-medizinischer Versorgung und Integrationsprogrammen fort. In Deutschland und Frankreich sind wir seit Jahren aktiv, in Ungarn und \u00d6sterreich seit kurzem. Die Fl\u00fcchtlingskrise betrifft nicht nur Europa, sondern auch Mittelamerika und S\u00fcdostasien.<\/p>\n<p>Diese Erfahrung f\u00fchrte im November zu unserer Teilnahme als Beobachter am Gipfeltreffen zum Thema Migration in Valletta, Malta, an dem europ\u00e4ische und afrikanische Staaten teilnahmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">*****<\/p>\n<p>Abgesehen von den humanit\u00e4ren Krisen sind viele Erdteile von Epidemien und Naturkatastrophen betroffen. In Afrika &#8211; Kenia, im S\u00fcdsudan, an der Elfenbeink\u00fcste, in Kamerun und vielen anderen L\u00e4ndern hat der Malteserorden zum Beispiel klinische Projekte entwickelt, um Ebola, Tuberkulose und AIDS zu bek\u00e4mpfen. Wir organisieren auch Pr\u00e4ventionskampagnen, Schulungen f\u00fcr medizinisches Personal, mobile \u00c4rzteteams und die Optimierung der Wasser- und Nahrungsversorgung. Dar\u00fcber hinaus bieten wir eine breite Palette von Sozial- und Gemeinschaftspflege an. In 21 L\u00e4ndern Mittel- und S\u00fcdamerikas weht unsere Flagge \u00fcber Erholungsheimen, Tageskliniken, Zentren f\u00fcr &#8222;Stra\u00dfenkinder&#8220; und Hospizen f\u00fcr HIV-infizierte M\u00fctter und Kinder.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Weltgemeinschaft darum bem\u00fcht ist, die Folgen des Klimawandels, der einen betr\u00e4chtlichen Anteil an globaler Armut hat, zu reduzieren, hilft der Malteserorden vielen Gesellschaften durch Ma\u00dfnahmen, die seine Folgen lindern. In S\u00fcdostasien setzen wir, mit Hilfe von Malteser Inernational, Programme zur Katastrophenvorsorge um, mit denen wir Fluten und Erdrutsche bek\u00e4mpfen. Bei vielen unserer Projekte f\u00f6rdern wir einen nachhaltigen Umgang mit den nat\u00fcrlichen Ressourcen, wie z.B. W\u00e4ldern und Fl\u00fcssen, und st\u00e4rken lokale Gemeinschaften.<\/p>\n<p>In Krisengebieten bleiben wir lange, nachdem die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft sich anderen Themen zuwendet. Der Doyen hat heute \u00fcber \u201eGeschichten gesprochen, die aus den Nachrichten verschwinden, obwohl das Elend andauert\u201f. Es sind genau diese Geschichten, die uns interessieren. Lassen Sie mich Ihnen das am Beispiel von Nepal und den Philippinen schildern. Acht Monate nach den beiden verheerenden Erdbeben in Nepal erschweren politische Unstimmigkeiten und umweltspezifische Einschr\u00e4nkungen eine ohnehin schwierige Lage. Die Entwicklungshelfer haben Ger\u00f6ll wegger\u00e4umt, \u00fcber 70.000 Menschen verpflegt und versorgt und befinden sich immer noch vor Ort, um medizinische, logistische und soziale Hilfe zu leisten. Der Taifun, der die Philippinen im Jahr 2013 heimgesucht hat, tausenden Menschen die Existenz kostete, ist in den Medien bereits Geschichte. Doch f\u00fcr den Malteserorden haben seine Folgen immer noch Nachrichtenwert. Inmitten der Ruinen haben wir hunderte neuer H\u00e4user gebaut, die neuen und heftigen Wetterbedingungen standgehalten haben. Ich konnte mir k\u00fcrzlich, w\u00e4hrend meines offiziellen Besuchs, ein Bild machen und brachte dies w\u00e4hrend meiner Gespr\u00e4che mit dem Pr\u00e4sidenten Benigno Aquino zur Sprache.<\/p>\n<p>In Asien leisten wir au\u00dferdem den Armen und Kranken Beistand, besonders den Opfern von Lepra. Wir unterst\u00fctzen Projekte zur Gentherapie bei Lepra in Kambodscha, Laos und Vietnam.<\/p>\n<p>In anderen Gegenden widmen wir uns mit derselben Hingabe klassischeren Aufgaben, hinter denen jedoch ebenso gro\u00dfe Bed\u00fcrftigkeit steckt. In Kuba verteilen wir 750.000 Mahlzeiten pro Jahr an Arme, in Peru versorgen wir die indigene Bev\u00f6lkerung in abgelegenen, l\u00e4ndlichen Gebieten mit Medikamenten und stellen \u00e4rztliche Versorgung. Von Europa bis S\u00fcdamerika verbinden dutzende von Erholungsheime, Hospize, Behinderten- und Altenheime f\u00fcr Menschen mit seelischen Beschwerden den traditionellen Geist der Dienstbereitschaft mit einer modernen, klinischen Behandlung. In Bethlehem ist unser Krankenhaus der Heiligen Familie seit mehr als 25 Jahren ein Bezugspunkt f\u00fcr Tausende von M\u00fcttern, die meisten Nichtchristinnen. Und in unseren Sommer-Camps lernen junge Enthusiasten &#8211; vielleicht die freiwilligen Helfer der Zukunft &#8211; spielerisch, was Gro\u00dfz\u00fcgigkeit und aktive gelebte N\u00e4chstenliebe bedeutet. Sie werden so zu einf\u00fchlsameren Menschen und besseren Erwachsenen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">*****<\/p>\n<p>Unsere spirituelle Dimension als religi\u00f6ser, katholischer Orden &#8211; die Motivation dessen, wer wir sind und was wir tun &#8211; sollte wie ein Gebet gelebt und verstanden werden: als eine Geste an unsere Mitmenschen. So ein Vorbild war unser geliebter, verstorbener Gro\u00dfmeister, Fra\u2019 Andrew Bertie, dessen Seligsprechungsprozess im vergangen Februar er\u00f6ffnet wurde. Die Anh\u00f6rung von Zeugen ist nun in vollem Gang.<\/p>\n<p>Das religi\u00f6se Element ist der rote Faden, der das Innenleben unserer Mitglieder mit den nach au\u00dfen gewandten Handlungen unseres Pilgerdaseins verbindet. Im vergangen Jahr begleiteten Mitglieder und Freiwillige aus 42 Nationen Tausende von Behinderten oder Kranken nach Lourdes und zu anderen, gro\u00dfen Mariensanktuarien weltweit. K\u00fcrzlich f\u00fchrte unser Botschafter f\u00fcr die Kultur der Roma eine Gruppe von 250 Pilgern aus sechs L\u00e4ndern in den Vatikan. Es ist ein Zeugnis f\u00fcr die Bestrebungen des Malteserordens, Roma in die Gesellschaft zu integrieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">*****<\/p>\n<p>Das letzte Jahr war in diplomatischer Hinsicht durch meine Besuche bei den Staatschefs von Albanien, den Philippinen, Malta, der Republik von China (Taiwan) und dem K\u00f6nigreich von Spanien gepr\u00e4gt. Ich war erfreut, im Magistralpalast den Pr\u00e4sident Litauens und den Generaldirektor der Vereinten Nationen (Wien) sowie viele andere Staatschefs begr\u00fc\u00dfen zu d\u00fcrfen. Im November feierten wir den Beginn diplomatischer Beziehungen mit Grenada. W\u00e4hrend der n\u00e4chsten Wochen werden mich meine Reisen zu den Pr\u00e4sidenten von El Salvador, Honduras und Panama f\u00fchren. In Mittelamerika ist der Souver\u00e4ne Malteserorden seit kurzem zu einem extra-regionalen Beobachter des Zentralamerikanischen Integrationssystems (SICA) avanciert. Diese neue Rolle wird unsere aktive Teilnahme an regionalen medizinischen und sozialen Programmen erm\u00f6glichen, was uns eine effiziente Intervention nach Naturkatastrophen erleichtern wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">*****<\/p>\n<p>Das Ziel des Humanit\u00e4ren Weltgipfels, der vom Generalsekret\u00e4r der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, initiiert wurde und dieses Jahr im Mai in Istanbul stattfinden wird, ist eine Reform der humanit\u00e4ren Soforthilfe. Wir organisierten im Mai ein Symposium \u201eReligionen gemeinsam f\u00fcr die Humanit\u00e4re Hilfe\u201d am Sitz der Vereinten Nationen in Genf. Es galt herauszustellen, dass Spiritualit\u00e4t, wenn sie im Rahmen einer humanit\u00e4ren Institution gelebt wird, einen enormen Impuls im Kampf gegen Armut, Krankheit und Krieg geben kann. Ein wichtiger Effekt war die Entscheidung des UN-Sekretariats, w\u00e4hrend der globalen Konsultationen zum Humanit\u00e4ren Weltgipfel im Oktober in Genf eine Nebenveranstaltung anzusetzen, an der unterschiedliche religi\u00f6se Organisationen teilnahmen. Ziel dieses Events war es, Themen zu diskutieren, die auf dem Symposium zur Sprache gekommen waren. Dies hatte so eine starke Eigendynamik innerhalb der Vereinten Nationen, dass f\u00fcr das Gipfeltreffen in Istanbul gerade eine Sonderveranstaltung zur Rolle von Religion und kirchlichen Institutionen im Bereich der humanit\u00e4ren Hilfe ausgearbeitet wird.<\/p>\n<p>Kirchliche Organisationen und Institutionen regen zu hoch motivierter, eigenfinanzierter und politisch unabh\u00e4ngiger Arbeit an. Der Malteserorden dient in \u00fcber 900-j\u00e4hriger Geschichte Menschen in Not, unabh\u00e4ngig von ihrer Herkunft. Wir sind in 120 L\u00e4ndern auf f\u00fcnf Kontinenten pr\u00e4sent. Unsere diplomatischen Beziehungen mit 106 Staaten und 30 internationalen Organisationen legen den Ma\u00dfstab f\u00fcr unseren internationalen Status. Im Oktober haben wir hier in der Magistralvilla eine Konferenz zwischen den zwei lybischen Delegationen von Tobruk und Tripolis organisiert &#8211; ein bedeutungsvolle Zusammenkunft. Vertreter des Hohen Kommissariats der Vereinten Nationen f\u00fcr die Fl\u00fcchtlinge und des Italienischen Au\u00dfenministeriums nahmen ebenfalls teil. Das Treffen war ein Erfolg, da beide Delegationen feststellten, dass es in der Migrationsfrage keine Meinungsverschiedenheiten gab. Sie waren dankbar, ihre Standpunkte erl\u00e4utern zu k\u00f6nnen und die Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert sind, zu beschreiben, so zum Beispiel das boomende Schleuser-Gewerbe und die Notwendigkeit, die Menschenrechte im Land zu st\u00e4rken. Dieses Beispiel zeigt, wie humanit\u00e4re Diplomatie den Dialog und das Verst\u00e4ndnis zwischen V\u00f6lkern f\u00f6rdern kann.<\/p>\n<p>Exzellenzen,<\/p>\n<p>Meine W\u00fcnsche f\u00fcr Sie, Ihre Familien und Ihre Nationen, die sie so ehrenwert vertreten, sind in diesem Jahr mit den Hoffnungen auf das Jubil\u00e4um der Barmherzigkeit verkn\u00fcpft, das Papst Franziskus im Dezember feierlich eingel\u00e4utet hat. Ich bin stolz, dass 2.500 unserer freiwilligen Helfer aus vielen L\u00e4ndern ihren Beitrag dazu leisten. W\u00e4hrend dieser 12 Monate werden sie in unserer Erste-Hilfe-Station am Petersplatz und an den anderen drei gro\u00dfen, r\u00f6mischen Basiliken Dienst tun. Wie Papst Franziskus in seiner Verk\u00fcndigungsbulle des au\u00dferordentlichen Jubil\u00e4um schrieb, ist &#8222;die Barmherzigkeit das grundlegende Gesetz, das im Herzen eines jeden Menschen ruht (&#8230;) und der Weg, der Gott und Mensch vereinigt, denn er \u00f6ffnet das Herz f\u00fcr die Hoffnung, dass wir, trotz unserer Schuld, f\u00fcr immer geliebt werden.&#8220; Unter diesem Aspekt ist das Jubil\u00e4um ein besonderer Moment f\u00fcr eine starke Bekenntnis zu christlichen Werten. Es ist au\u00dferdem eine Gelegenheit f\u00fcr einen neuerlichen Dialog und die Kooperation zwischen Religionen, jetzt mehr denn je auch mit jenen, die nicht an Gott glauben.<\/p>\n<p>Verehrte Botschafter, die sie mit Engagement Ihre wichtige Mission aus\u00fcben: jedem von Ihnen gelten meine besten W\u00fcnsche f\u00fcr 2016, auf dass es reich an Gelegenheiten zu menschlicher Entwicklung und spirituellem Wachstum sein m\u00f6ge.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Fra\u2019 Matthew Festing<\/p>\n","news_gallery":"yes","news_gallery_elements":[{"id":116428,"url":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/2016-Fra-Matthew-Festing-Diplomatic-Corps-audience-1.jpg"},{"id":116454,"url":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/2016-Sovereign-Order-of-Malta-Diplomatic-Corps-audienceb.jpg"},{"id":116441,"url":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/2016-Sovereign-Order-of-Malta-Diplomatic-Corps-audience.jpg"},{"id":42567,"url":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/2016-Sovereign-Order-of-Malta-Diplomatic-Corps-audiencec.jpg"},{"id":42562,"url":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/2016-Sovereign-Order-of-Malta-Diplomatic-Corps-audienced.jpg"},{"id":36395,"url":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/2016-Sovereign-Order-of-Malta-Diplomatic-Corps-audiencee-1.jpg"}],"news_excerpt":"The Grand Master Fra\u2019 Matthew Festing received today the Diplomatic Corps accredited to the Sovereign Order of Malta for the traditional audience of the beginning of the new year. 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