{"id":42597,"date":"2014-01-14T13:35:15","date_gmt":"2014-01-14T12:35:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/news\/die-ansprache-des-grosmeisters-an-das-diplomatische-korps\/"},"modified":"2014-01-14T13:53:29","modified_gmt":"2014-01-14T12:53:29","slug":"die-ansprache-des-grosmeisters-an-das-diplomatische-korps","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/nachrichten\/die-ansprache-des-grosmeisters-an-das-diplomatische-korps\/","title":{"rendered":"Die Ansprache des Gro\u00dfmeisters an das Diplomatische Korps"},"featured_media":0,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-42597","news","type-news","status-publish","hentry","news_categories-diplomatischen-aktivitaten","news_categories-grosmeister-news","news_categories-nachrichten"],"acf":{"highlighted":"no","news_cover":{"id":33581,"url":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/2014.01.14-edited-Address-of-the-Gran-Master-to-the-Diplomatic-Corp_00219.jpg"},"news_content":"<p>Der Gro\u00dfmeister, Fra\u00b4 Matthew Festing, hat heute das beim Souver\u00e4nen Malteserorden akkreditierte Diplomatische Korps zum traditionellen Neujahrsempfang in der Magistralvilla empfangen.<\/p>\n<p><b>Es folgt nachstehend die Ansprache des Gro\u00dfmeisters in vollem Wortlaut.<\/b><\/p>\n<p>Herr Doyen, Exzellenzen, meine Damen, meine Herren,<\/p>\n<p>ich freue mich, Sie heute anl\u00e4sslich des traditionellen Gl\u00fcckwunschtausches zum Jahresbeginn hier in der Magistralvilla begr\u00fc\u00dfen zu k\u00f6nnen: eine gute Gelegenheit, um \u00fcber das soeben zu Ende gegangene Jahr R\u00fcckschau zu halten und um gemeinsam \u00fcber die weitere Zusammenarbeit zu sprechen. Ich danke Ihnen f\u00fcr die liebensw\u00fcrdigen Worte der Anerkennung, die mir durch S. Exz. dem Botschafter Nuncio Alfred D\u00b4Angieri in seiner erstmaligen Funktion als Doyen des Diplomatischen Korps \u00fcbermittelt worden sind. Ich m\u00f6chte an dieser Stelle an seinen Vorg\u00e4nger, S. Exz. Botschafter Alejandro Valladares Lanza, erinnern, der im vergangenen Oktober verstorben ist.<\/p>\n<p>Erlauben Sie mir, meine besten W\u00fcnsche an Sie alle zu richten, an die Staatsoberh\u00e4upter und Regierungen, die Sie vertreten, an Ihre Mitarbeiter und Ihre Familien. Besondere W\u00fcnsche richte ich an die Botschafter von Serbien, Costa Rica, Togo, Thailand, Portugal, der Russischen F\u00f6deration, von Litauen, Kolumbien, Slowakei, Bulgarien, Jordanien, Polen, Montenegro, Honduras und Brasilien, die uns im vergangenen Jahr ihre Beglaubigungsschreiben \u00fcberreicht haben.<\/p>\n<p>Es ist uns ein ganz besonderes Anliegen, die Bande der Zusammenarbeit und Freundschaft, die zwischen dem Orden und Ihren L\u00e4ndern bestehen, st\u00e4ndig zu st\u00e4rken und es hat uns sehr erfreut, im vergangenen Jahr die Pr\u00e4sidenten von Rum\u00e4nien, Paraguay, Togo und Costa Rica, die Premierminister von Litauen, San-Vincent und Grenadine sowie hochrangige Pers\u00f6nlichkeiten aus Liberia, der Tschechischen Republik, von San Marino, der Organisation Amerikanischer Staaten, der Russischen F\u00f6deration und von Pal\u00e4stina empfangen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Im vergangenen Jahr haben wir ferner Kooperationsabkommen mit El Salvador (19. Juni), Mauritius (14 Oktober) und Serbien (11. Dezember) sowie zwei weitere Abkommen mit der OMS f\u00fcr Mozambique (Januar) und Guinea (November) abgeschlossen.<\/p>\n<p>Den Regierungen des <b>F\u00fcrstentum von Monaco <\/b>und des <b>K\u00f6nigreichs Belgien <\/b>m\u00f6chte ich unsere dankbare Anerkennung aussprechen f\u00fcr die 2013 erfolgte Aktivierung der 2012 unterzeichneten Vereinbarungen, durch die die Ordensaktivit\u00e4ten im Libanon (Monaco) und f\u00fcr das Krankenhaus der Heiligen Familie in Bethlehem (Belgien) unterst\u00fctzt wurden.<\/p>\n<p>Danken m\u00f6chte ich ferner auch der <b>Republik von China (Taiwan) <\/b>f\u00fcr die Unterst\u00fctzung unserer Aktivit\u00e4ten in El Salvador.<\/p>\n<p>Der Souver\u00e4ne Malteserorden dankt der italienischen Republik f\u00fcr die Einladung zur Teilnahme mit anderen Staaten an der Expo 2015, die vom 1. Mai bis 31. Oktober 2015 in Mailand zum Thema \u201eDen Planeten ern\u00e4hren, Energie f\u00fcr das Leben\u201c stattfinden wird.\u00a0 Wir werden diese gro\u00dfe Gelegenheit nutzen, um die Aufmerksamkeit auf die Fragen zu lenken, die unsere medizinischen, sozialen und humanit\u00e4ren Aktionen im gro\u00dfen Rahmen des \u201eMillenniumsziel\u201c der Vereinten Nationen leiten.<\/p>\n<p>****<\/p>\n<p>Das Jahr 2013 war gepr\u00e4gt durch die Abdankung von Papst Benedikt XVI. am 11. Februar. Als religi\u00f6ser Laienorden war der Souver\u00e4ne Malteserorden durch den nur zwei Tage nach der Messe zum 900ten Jahrestag der offiziellen Anerkennung unseres Ordens von der Ank\u00fcndigung des R\u00fccktritts besonders betroffen. Als Mitglied unseres Ordens wollte der Papst bei den Feierlichkeiten in der St. Petersbasilika anwesend sein, um den Mitgliedern und Helfern unseres Ordens Worte der Anerkennung und Ermutigung zu sagen. Das wird eine wertvolle Erinnerung an Papst Benedikt XVI. bleiben, der bei vielen Gelegenheiten seine N\u00e4he zu unserer Mission und Aktion gezeigt hat.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte auch die gro\u00dfen Bewegung ansprechen, die den Orden durch die Wahl von Papst Franziskus am 13. M\u00e4rz ber\u00fchrt hat, dessen Aufruf zur Sorge um die Bed\u00fcrftigen sich in unserem Leitmotiv \u201eobesquium Pauperum\u201c wiederfindet. Ich hatte die Ehre, ihm zusammen mit den Leitern unseres Krankenhauses St. Johann Baptist in Rom, anl\u00e4sslich\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0der j\u00e4hrlichen Audienz zum Fest des Hl. Johannes im Juni, pers\u00f6nlich zu begegnen. Seine Direktheit und sein st\u00e4ndiger Aufruf gegen die \u201eGlobalisierung der Indifferenz\u201c, gegen das Leid der anderen und sein Appell zum Frieden durch Dialog haben in so kurzer Zeit so viele Menschen ber\u00fchrt. Wir w\u00fcnschen ihm ein langes Leben!<\/p>\n<p>Wir wollen Mons. Pietro Parolin zu seiner neuen Aufgabe als Staatssekret\u00e4r begl\u00fcckw\u00fcnschen. Er wei\u00df um unsere weltweiten Aktivit\u00e4ten. Ich bin sicher, dass er fortfahren wird zum Wohl der Kirche und der Menschen seinen Auftrag zu erf\u00fcllen, \u201eauf der steten Suche nach Frieden und der Achtung der W\u00fcrde jedes Menschen\u201c.<\/p>\n<p>Das Jahr 2013 war auch f\u00fcr den Souver\u00e4nen Malteserorden ein bedeutsames Jahr, weil es das <b>neunhundertste Jahr der Verk\u00fcndung der Bulle \u201ePie Postulatio voluntatis\u201c<\/b> durch Papst Paschalis II. vom 15. Februar 1113 war: ein gro\u00dfes Privileg, weil es die Grundlage unserer institutionellen Identit\u00e4t und unserer Unabh\u00e4ngigkeit ist.<\/p>\n<p>Die Gedenkmesse, vom seinerzeitigen Staatssekret\u00e4r, Kardinal Tarcisio Bertone, gefeiert, bei der \u00fcber 5.000 Mitglieder, freiwillige Helfer, Staatsoberh\u00e4upter und Regierungsvertreter uns mit zahlreichen Mitgliedern des diplomatischen Korps durch Ihre Anwesenheit geehrt haben, war f\u00fcr den Souver\u00e4nen Malteserorden das herausragende Ereignis.<\/p>\n<p>Der Orden hat es stets verstanden, sich den wechselnden Erfordernissen zu stellen und\u00a0 durch die hohe Qualit\u00e4t und den Standard seines Wirkens Anerkennung zu erfahren. Wie Papst Benedikt uns bei seiner Ansprache am 9. Februar gesagt hat: \u201eIhr wertvolles und segensreiches Werk, das in unterschiedlichen Bereichen erkennbar ist und in vielen Teilen der Welt wirkt, mit dem Schwerpunkt im Dienst am Kranken, ist nicht einfach nur Philanthropie, sondern Ausdruck und gelebtes Zeugnis der Liebe des Evangeliums\u201c.<\/p>\n<p>****<\/p>\n<p>Die Dynamik und Kontinuit\u00e4t der Ordensmission bis in unsere Tage, ist im Verlauf des Jahres 2013 auch in verschiedenen anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern durch Gedenkveranstaltungen gefeiert worden.<\/p>\n<p>In <b>Ungarn <\/b>hat die ungarische Assoziation des Malteserordens den 85ten Jahrestag ihrer Gr\u00fcndung (1928) begangen und den 25ten Jahrestag der Einrichtung des ungarischen Hilfsdienstes des Ordens. Zu diesem Anlass hat vom 11. auf den 13. Oktober in Budapest eine Konferenz \u00fcber Mittel- und Osteuropa stattgefunden, an der teilzunehmen ich das Privileg hatte. Die Er\u00f6ffnung hat, in Anwesenheit des Vizepr\u00e4sidenten des Parlaments, S\u00e1ndor Lezs\u00e1k, und des ungarischen Vizepremierministers, Zsolt Semj\u00e9n,\u00a0 am Sitz des ungarischen Parlaments stattgefunden. Die \u00fcber 200 Teilnehmer aus 12 L\u00e4ndern haben die Gelegenheit genutzt, nicht nur um diese Jubil\u00e4en zu feiern sondern auch um sich ein Bild \u00fcber die vielfachen Ordensaktivit\u00e4ten in diesem Teil von Europa zu machen.<\/p>\n<p>Im September hatte ich die Ehre in <b>Deutschland <\/b>an den Feierlichkeiten zum 60-j\u00e4hrigen Bestehen des deutschen Hilfsdienstes \u201eMalteser Hilfsdienst\u201c in Aachen teilzunehmen mit\u00a0 \u00fcber 1.700 ehrenamtlichen Helfern, Mitgliedern und G\u00e4sten. Beim Festakt wurde eine Videobotschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel \u00fcbertragen, die das \u201ehumanit\u00e4re Engagement\u201c der 48.000 Helfer des Malteserordens gew\u00fcrdigt hat, die in ganz Deutschland t\u00e4tig sind.<\/p>\n<p>In <b>Irland <\/b>hat der Freiwilligendienst des Malteserordens, der sein 75-j\u00e4riges Bestehen gefeiert hat, beim letzten `Beter Togheter Award\u201c eine Anerkennung im Schlo\u00df von Dublin erfahren, wobei die im vergangenen Jahr f\u00fcr die Gemeinschaft geleistete Arbeit der 4.000 Helfer des Ambulanzdienstes mit 300.000 Km an Fahrdiensten, 12.000 Krankentransporten und 100.000 ehrenamtlich geleisteten Arbeitsstunden besonders hervorgehoben wurde.<\/p>\n<p>In <b>Litauen <\/b>hat die Jugendorganisation des Ordens den 20. Jahrestag ihrer Aktivit\u00e4ten in Vilnius begangen, wo sie mit der Unterst\u00fctzung f\u00fcr Alte, Blinde, Behinderte und Kinder aus schwierigen Verh\u00e4ltnissen\u00a0 einen bedeutsamen Hilfsdienst leistet.<\/p>\n<p>****<\/p>\n<p>Wenn wir auf das Jahr 2013 zur\u00fcckblicken, kommen wir nicht umhin an die tragischen Ereignisse zu erinnern, die einen sofortigen Hilfseinsatz f\u00fcr Gemeinschaften in vielen Teilen der Welt erforderten:<\/p>\n<p>Uns allen sind noch die Bilder der Zerst\u00f6rungen nach dem verheerenden Taifun Haiyan gegenw\u00e4rtig, der als der gewaltigste seit Menschengedenken bezeichnet wird, der im vergangenen November zahlreiche Inseln der <b>Philippinen <\/b>getroffen hat, 6.000 Menschenleben gefordert und nach derzeitigen Sch\u00e4tzungen noch 4,1 Millionen Menschen in Notunterk\u00fcnften hinterlassen hat.<\/p>\n<p>Der Hilfseinsatz des internationalen Hilfswerkes des Malteserordens, Malteser International, auf den am meisten betroffenen Inseln erfolgte unmittelbar nach der Katastrophe. Mit der Unterst\u00fctzung der philippinischen Assoziation konnten, trotz der enormen logistischen Schwierigkeiten, die betroffenen Regionen zu erreichen, vor allem die Inseln Samar und Bohol, \u00dcberlebens-Kits, Lebensmittel und Kleidung verteilt werden. Nach dem Erhalt von 5 Millionen Euro an Zuwendungen wird der Orden in der Lage sein, in den n\u00e4chsten zwei Jahren die Wiederaufbauarbeiten in dieser Region aktiv zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Unsere Magistralpost hat zu diesem Anlass eine Sondermarke herausgebracht, aus deren Einnahmen unsere Hilfsma\u00dfnahmen in dieser Region zus\u00e4tzlich unterst\u00fctzt werden.<\/p>\n<p>Das vergangene Jahr war gepr\u00e4gt von der weiterbestehenden Trag\u00f6die des B\u00fcrgerkriegs in <b>Syrien <\/b>und dessen Auswirkungen auf die Nachbarl\u00e4nder mit den vielen Fl\u00fcchtlingen, die zahlreich in die T\u00fcrkei, in den Libanon, nach Jordanien und in das entfernte Bulgarien gekommen sind.<\/p>\n<p>Der Malteserorden war und ist noch immer stark engagiert, um der gro\u00dfen humanit\u00e4ren Krise zu begegnen, die ihre Ursache in der Flucht der Menschen aus ihrer Heimat hat. Nach offiziellen Angaben betr\u00e4gt die Zahl der syrischen Fl\u00fcchtlinge im Libanon 800.000, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit ist die Zahl beinahe doppelt so hoch: eine gewaltige Last f\u00fcr die libanesische Bev\u00f6lkerung, die bei 4 Millionen liegt.<\/p>\n<p>Bis heute konzentriert sich die H\u00e4lfte der syrischen Fl\u00fcchtlinge im Libanon im Norden des Landes, im Bereich des Unterst\u00fctzungspostens von Khaldieh, den der Orden dort seit 1986 zusammen mit der Kongregation der \u201eAntonius-Schwestern\u201c unterh\u00e4lt, nur wenige Kilometer von der syrischen Grenze entfernt. Seit August 2012 ist dieses Zentrum die erste Anlaufstelle f\u00fcr die syrischen Fl\u00fcchtlinge im Libanon und ist f\u00fcr seinen hohen Standard in der medizinischen, sozialen aber auch psychologischen Betreuung bekannt. Lebensmittel, Hygieneartikel und \u00dcberlebens-Kits werden auch in drei weiteren Zentren des Ordens im Libanon verteilt, die die Regionen abdecken, in denen sich syrische Fl\u00fcchtlinge befinden.<\/p>\n<p>In der <b>T\u00fcrkei <\/b>ist im Grenzbereich von Killis, unmittelbar an der Grenze zu Syrien, mit der Einrichtung eines Feldlazaretts eine enge Zusammenarbeit mit \u00f6rtlichen \u00fcberkonfessionellen Partnern zustande gekommen. Es wird vom internationalen Hilfswerk des Malteserordens, Malteser International, zusammen mit der Organisation \u201eInternational Blue Crescent\u201c unterhalten und versorgt eine wachsende Zahl von Fl\u00fcchtlingen medizinisch.<\/p>\n<p>Wir freuen uns, dass Malteser International im syrischen Konflikt der wichtigste humanit\u00e4re Partner der deutschen Ministerien f\u00fcr Ausw\u00e4rtiges und Zusammenarbeit geworden ist.<\/p>\n<p>\u00dcber 10.000 syrische Fl\u00fcchtlinge haben in <b>Bulgarien <\/b>Zuflucht gefunden, wo die Botschaft des Ordens eine bedeutende Rolle bei deren Versorgung mit dem Allernotwendigsten gespielt hat, vor allem mit Essensausgaben, Verteilung von Decken und Kleidung und mit der Ausstattung von drei Fl\u00fcchtlingslagern mit medizinischen Ger\u00e4tschaften und Medikamenten zur Vorsorge gegen den anbrechenden Winter.<\/p>\n<p>Es ist ermutigend festzustellen, wie die dr\u00e4ngende Notwendigkeit den syrischen Fl\u00fcchtlingen zu helfen dazu gef\u00fchrt hat, die schon bestehenden starken Bindungen des Ordens mit muslimischen und orthodoxen Organisationen weiter zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Ich darf an unsere Arbeit in <b>Lampedusa <\/b>erinnern, wo wir angesichts des tragischen Verlusts an menschlichen Leben im Mittelmeer nicht indifferent bleiben d\u00fcrfen. Die Migranten versuchen, die Insel Lampedusa oder auch andere Orte an der s\u00fcditalienischen K\u00fcste zu erreichen, in der Hoffnung nach Europa zu kommen. Lampedusa ist in den letzten Jahren zu einem Symbol dramatischer Flucht vor Krieg, Hungersnot und Verfolgung geworden, hin zu einer sichereren Zukunft, die sich aber unter dem Treiben\u00a0 von Menschenh\u00e4ndlern allzu h\u00e4ufig in Trag\u00f6die verwandelt. Gegen\u00fcber dem Vorjahr ist 2013 die Zahl der Migranten, die Italien und Malta auf dem Seeweg zu erreichen versuchten, erheblich angewachsen. Nach Angaben der UNO-Fl\u00fcchtlingshilfe waren es 2012 ca. 15.000 Migranten und Asylsuchende, die die beiden Mittelmeerl\u00e4nder erreicht haben. 2013 waren es \u00fcber 32.000.<\/p>\n<p>Seit 2008 arbeitet der italienische Hilfsdienst des Malteserordens, CISOM, eng mit den italienischen Beh\u00f6rden zusammen bei Rettungs- und Hilfsma\u00dfnahmen f\u00fcr Migranten, die die gef\u00e4hrliche \u00dcberquerung des Kanals von Sizilien wagen. Dank der Zusammenarbeit mit der italienischen K\u00fcstenwache und der \u201eGuardia di Finanza\u201c haben unsere spezialisierten Helfer auf den Booten der Zollbeh\u00f6rde \u00fcber 4.000 Kindern, M\u00e4nnern und Frauen, vielen davon schwanger, medizinischen, materiellen und auch psychologischen Beistand geleistet.<\/p>\n<p>Insgesamt 97 unserer freiwilligen Helfer waren besonders an der Rettungsaktion nach dem Schiffbruch vom 3. Oktober beteiligt, bei dem 350 Migranten ums Leben gekommen sind, die meisten von ihnen Eritreer.<\/p>\n<p>Eine wichtige Leistung wird ebenfalls von den Psychologen des Rettungsdienstes erbracht, die nicht nur die meist traumatisierten \u00dcberlebenden zu betreuen haben, sondern auch die Retter selbst, die als erste die Last des psychologischen und emotionalen Schocks bei der Bergung der K\u00f6rper aus dem Meer erfahren.<\/p>\n<p>In der <b>Zentralafrikanischen Republik <\/b>haben nach Sch\u00e4tzung der<b> <\/b>Vereinten Nationen \u00a0seit dem Ausbruch der Gewalt im Dezember 2012 \u00fcber 800.000 Menschen ihr Zuhause verloren. Ordre de Malte France, der seit 30 Jahren im Land pr\u00e4sent ist und im ganzen Land 14 medizinische Zentren unterh\u00e4lt, hat seine Hilfsleistungen verst\u00e4rkt und \u00fcber unsere Botschaft weiteres medizinisches Material an die Krankenh\u00e4user und Kinderkliniken geliefert.<\/p>\n<p>Im <b>S\u00fcd Sudan <\/b>rechnet man \u2013 nach Angaben der Vereinten Nationen \u2013 mit \u00fcber 189.000 Menschen, die, nach dem Ausbruch der Gewalt in der Hauptstadt Giuba im Dezember 2013, ihr Zuhause verlassen haben. Das Internationale Hilfswerk des Malteserordens, Malteser International, ist seit \u00fcber 20 Jahren im Land aktiv und f\u00f6rdert, in Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen, Hilfsprojekte. Mit diesen Projekten sollen die sanit\u00e4ren Einrichtungen in den s\u00fcdlichen Bundesl\u00e4ndern des S\u00fcd Sudan verbessert werden.<\/p>\n<p>Infolge der Eskalation der Gewalt im Land erw\u00e4gt Malteser International, im Landesinneren und an der Grenze zu Uganda ein Nothilfeprogramm f\u00fcr die Fl\u00fcchtenden einzurichten.<\/p>\n<p>Nach der politischen Krise in <b>Mali <\/b>von 2012 haben etwa 475.000 Menschen ihre Heimat verlassen. Viele sind \u00fcber die Grenzen in die Nachbarl\u00e4nder, nach Mauretanien, Niger und Burkina Faso geflohen. In Burkina Faso haben 150 Mitarbeiter des Ordens eine aktive Rolle bei der Hilfsaktion der UNO-Fl\u00fcchtlingshilfe (UNHCR) \u00fcbernommen mit der Einrichtung von\u00a0 acht Ambulanzstationen im Land. Ordre de Malte France hilft ferner auch den in Mali Vertriebenen \u00a0mit Medikamenten, Nahrungsmittel, Hygieneartikel und Kleidung.<\/p>\n<p>Auch die <b>Demokratische Republik des Kongo <\/b>ist k\u00fcrzlich von heftigen Gewaltausbr\u00fcchen zwischen Rebellen und dem kongolesische Milit\u00e4r getroffen worden, die Zehntausende \u00fcber die Grenze nach Uganda getrieben haben sowie in die arme und abgelegene Provinz Bundibugyo. Wegen dieser humanit\u00e4ren Krise hat Malteser International vier medizinische Zentren an der Grenze zu Uganda reaktiviert und sie mit Betten, Zelten, K\u00fchlboxen f\u00fcr Impfstoffe, und Medikamenten ausgestattet sowie mobile \u00c4rzteteams f\u00fcr 22.000 Fl\u00fcchtlinge und die Anwohner der benachbarten Regionen aufgestellt.<\/p>\n<p>Wenn ich \u00fcber das schreckliche Leid berichte, das durch diese B\u00fcrgerkriege \u00fcber die Menschen kommt, komme ich nicht umhin, auch \u00fcber das Grauen der sexuellen Gewalt gegen\u00fcber Frauen und Kindern in der Demokratischen Republik des Kongo zu sprechen. Mit der weltweit h\u00f6chsten Rate an Gewaltf\u00e4llen dieser Art, etwa 1.100 im Monat, handelt\u00a0 es sich hier offensicht um eine Art Kriegswaffe, mit dem Ziel, die Menschen zu erniedrigen und zu terrorisieren.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Orden seit 1996 in der Demokratischen Republik des Kongo zahlreiche Projekte betreibt, die den Menschen bessere Lebensumst\u00e4nde bringen sollen, hat sich unser Internationales Hilfswerk im Verlauf der letzten zehn Jahre um den medizinischen und psychologischen Beistand f\u00fcr etwa 50.000 Opfer dieser Gewalt bem\u00fcht. Zu diesem Zweck besteht eine enge Zusammenarbeit mit 50 lokalen Organisationen und so konnten Fortschritte bei der Ausbildung von Unterst\u00fctzungsteams erzielt werden, zu denen h\u00e4ufig Frauen geh\u00f6ren, die ihrerseits selbst Opfer von Gewalt waren.<\/p>\n<p>****<\/p>\n<p>Trotz der Dringlichkeit dieser Eins\u00e4tze, vernachl\u00e4ssigt der Orden nicht seine sonstigen Aktivit\u00e4ten in zahlreichen L\u00e4ndern der Welt, beginnend mit <b>Haiti, <\/b>wo Mitarbeiter des Malteserordens weiterhin an Hilfsma\u00dfnahmen arbeiten, um den Menschen zu helfen \u2013 wie\u00a0 <b>\u00a0<\/b>\u00a0\u00a0in den Schulen und beim Wiederaufbau der Infrastruktur \u2013 vier Jahre nach dem verheerenden Erdbeben.<\/p>\n<p>In <b>Asien <\/b>ist das Internationale Hilfswerk des Malteserordens, Malteser International weiterhin aktiv in <b>Pakistan, Indien, Myanmar, Thailand, Kambodscha und Vietnam. <\/b>Das sind Regionen, die h\u00e4ufig von Naturkatastrophen betroffen sind und wo die Vorsorge gegen Katastrophen wichtig ist. Die Projekte reichen von der Entwicklung von Allarmsystemen, \u00fcber die Wiederaufforstung <b>\u00a0<\/b>von Mangrovenw\u00e4ldern entlang den K\u00fcsten bis hin zu schwimmenden Trinkwasserstationen f\u00fcr den Fall von \u00dcberschwemmungen. Eine wichtige Aufgabe ist die Vorbereitung der Menschen auf den Katastrophenfall mit\u00a0 besonderer Sensibilisierung f\u00fcr die Situation der Menschen mit Behinderung, die bei einem unvorhergesehenen Ungl\u00fccksfall unweigerlich zu den ersten Opfern z\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Im November hat der Souver\u00e4ne Malteserorden eine zweite Niederlassung seines Hilfswerks, Malteser International, in Miami in Florida er\u00f6ffnet, um bei Naturkatastrophen auf dem <b>amerikanischen Kontinent <\/b>besser und effizienter eingreifen zu k\u00f6nnen. Die in Not geratenen Gemeinschaften werden mit besonderen Entwicklungsprogrammen in engem Zusammenwirken mit unseren diplomatischen Missionen und mit den in fast allen amerikanischen L\u00e4ndern bestehenden nationalen Assoziationen betreut werden.<\/p>\n<p>Unsere Bem\u00fchungen gelten auch den ausgegrenzten Volksgemeinschaften, insbesondere dem Volk der Roma, die gr\u00f6\u00dfte v\u00f6lkische Minderheit mit etwa 12 Millionen Menschen.<\/p>\n<p>Projekte zugunsten der <b>Roma <\/b>sind f\u00fcr den<b> <\/b>Orden nichts Neues, der schon mit zahlreichen Aktivit\u00e4ten im Wohnungs- und Bildungsbereich in mehreren europ\u00e4ischen L\u00e4ndern engagiert ist, darunter in Ungarn, Rum\u00e4nien und Albanien. Im vergangenen Jahr hat der Orden einen Sonderbotschafter ernannt, der die Zusammenarbeit mit den internationalen Organisationen im Rahmen der \u201eRichtlinien des Europarats zur Integration der Roma bis 2020\u201c, \u00fcber Ausbildung, Besch\u00e4ftigung, Gesundheit und Unterkunft \u00a0koordiniert<\/p>\n<p>****<\/p>\n<p>Der Souver\u00e4ne Malteserorden leistet nicht nur Menschen in Not Hilfe, sondern hat sich stets auch um die Bewahrung des religi\u00f6sen Erbes bem\u00fcht, \u00fcber das sich ein Volk identifiziert.<\/p>\n<p>Am vergangenen 7. November hatte ich Gelegenheit, vor der Generalversammlung der UNESCO in Paris \u00fcber die wichtigsten Aktivit\u00e4ten des Ordens in diesem Bereich zu sprechen.\u00a0 Diese Aktivit\u00e4ten geh\u00f6ren zu den Priorit\u00e4ten des Malteserordens.\u00a0 Zusammen mit der <b>Europ\u00e4ischen Kommission und der UNESCO,<\/b> sind so k\u00fcrzlich \u00a0in Paris, Br\u00fcssel und in Zypern gemeinsam bedeutsame Initiativen unternommen worden.<\/p>\n<p>Wie ich bei dieser Gelegenheit betont habe, sollte die Bewahrung des religi\u00f6sen Erbes als lebenswichtiges Element bei der F\u00f6rderung der sozialen Sicherheit gesehen werden, beim Aufbau des Friedens und der \u00dcberwindung von Krisen sowie eine Garantie f\u00fcr sozialen Fortschritt, f\u00fcr die Umwelt und eine ma\u00dfvolle wirtschaftliche Entwicklung. Die \u201eRichtlinien \u00fcber die F\u00f6rderung und den Schutz der Religions- und Glaubensfreiheit\u201c, die am 24. Juni unter Berufung auf das internationale Recht vom Europarat angenommen worden sind, sind ein ermutigendes Beispiel und ein gro\u00dfer Schritt hin zur Achtung der Unterschiedlichkeit, des Respekts und der Toleranz zwischen Menschen verschiedenen Glaubens und der Anerkennung der Universalit\u00e4t der Menschenrechte.<\/p>\n<p>****<\/p>\n<p>Exzellenzen,<\/p>\n<p>ich m\u00f6chte mit der Feststellung abschlie\u00dfen, dass uns, wie vielen anderen auch, bewusst wird, dass die Frage der Identit\u00e4t immer mehr in den Mittelpunkt der gro\u00dfen Auseinandersetzungen r\u00fcckt. Wir erfahren das in den vielen Bereichen, in denen wir t\u00e4tig sind, unabh\u00e4ngig davon, ob es sich um ein reiches oder armes Land handelt. Das ist die Folge des Zusammenbruchs der gro\u00dfen Massenideologien, die das internationale Leben im XX. Jhdt. gepr\u00e4gt haben. Die meisten Menschen sind auf der Suche nach kultureller Orientierung, territorialer Identit\u00e4t, religi\u00f6sem Bezug und spirituellen Werten sowie einer guten F\u00fchrung durch nationale und internationale Institutionen. Gleichzeitig sehen wir, dass die Globalisierung an ihre Grenzen st\u00f6\u00dft und die Staaten wieder erstarken. Es gibt Erkenntnisse \u00fcber eine neue Geopolitik in allen Regionen der Welt, w\u00e4hrend die innerstaatlichen und interregionalen Konflikte die fr\u00fcheren politischen und wirtschaftlichen Ost-West- und Nord-S\u00fcdteilungen abgel\u00f6st haben.<\/p>\n<p>Aber die R\u00fcckkehr der Staaten erfordert auch eine R\u00fcckkehr der Diplomaten, weil die Diplomatie das bevorzugte Instrument der Staaten ist. Die Diplomatie von heute kommt auf unterschiedliche Weise zum Tragen: neben der traditionellen Diplomatie gibt es eine kulturelle Diplomatie, eine Wirtschaftsdiplomatie und auch eine humanit\u00e4re Diplomatie. Und nat\u00fcrlich gibt es auch die Diplomatie des Heiligen Stuhls, die \u00e4lteste und am meisten gesch\u00e4tzte.<\/p>\n<p>Der Malteserorden wird sich seiner Rolle weiter treu bleiben, gem\u00e4\u00df seiner unabh\u00e4ngigen, unpolitischen und neutralen Natur, indem er Dialogbr\u00fccken baut, vermittelnde und mediatisierende Auftr\u00e4ge f\u00fcr die internationale Staatengemeinschaft durchf\u00fchrt, insbesondere f\u00fcr diejenigen Staaten, zu denen er diplomatische Beziehungen unterh\u00e4lt.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang darf ich erfreut die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen <b>Honduras und San Marino<\/b> im vergangenen Dezember im Magistralpalast erw\u00e4hnen.<\/p>\n<p>Die Welt von heute \u2013 und ich m\u00f6chte den Souver\u00e4nen Malteserorden mit einbeziehen \u2013 braucht Diplomaten wie Sie, meine Freunde.<\/p>\n<p>Liebe Botschafter und hohe Mitglieder des Diplomatischen Korps, erlauben Sie mir, Ihnen Dank zu sagen f\u00fcr Ihre stete Unterst\u00fctzung und Mitarbeit bei der Aus\u00fcbung Ihres Auftrags. Ich entbiete meine aufrichtigen W\u00fcnsche jeweils dem Land, das von Ihnen vertreten wird, Ihnen, Ihren Mitarbeitern und Ihren Familien f\u00fcr ein friedliches und erfolgreiches Jahr 2014.<\/p>\n","news_gallery":"no"},"news_categories":[{"id":117,"name":"Diplomatischen aktivit\u00e4ten","slug":"diplomatischen-aktivitaten","description":"","link":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/nachrichten-kategorien\/nachrichten\/diplomatischen-aktivitaten\/"},{"id":118,"name":"Gro\u00dfmeister News","slug":"grosmeister-news","description":"","link":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/nachrichten-kategorien\/nachrichten\/grosmeister-news\/"},{"id":115,"name":"Nachrichten","slug":"nachrichten","description":"","link":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/nachrichten-kategorien\/nachrichten\/"}],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/notizie\/42597","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/notizie"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/news"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/notizie\/42597\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=42597"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}