{"id":42824,"date":"2013-01-08T17:25:41","date_gmt":"2013-01-08T16:25:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/news\/die-ansprache-des-grossmeisters-an-das-diplomatische-korps\/"},"modified":"2013-01-08T10:55:38","modified_gmt":"2013-01-08T09:55:38","slug":"die-ansprache-des-grossmeisters-an-das-diplomatische-korps","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/nachrichten\/die-ansprache-des-grossmeisters-an-das-diplomatische-korps\/","title":{"rendered":"Die ansprache des Grossmeisters an das Diplomatische Korps"},"featured_media":0,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-42824","news","type-news","status-publish","hentry","news_categories-grosmeister-news","news_categories-nachrichten"],"acf":{"highlighted":"no","news_cover":{"id":34137,"url":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/DSC_6512a-1.jpg"},"news_content":"<p>Der Gro\u00dfmeister, Fra\u00b4 Matthew Festing, hat heute das beim Souver\u00e4nen Malteserorden akkreditierte Diplomatische Korps zum traditionellen Neujahrsempfang in der Magistralvilla in Rom empfangen.<\/p>\n<p><strong>Es folgt nachstehend die Ansprache des Gro\u00dfmeisters in vollem Wortlaut.<\/strong><\/p>\n<p>Herr Doyen, Exzellenzen, meine Damen, meine Herren,<\/p>\n<p>ich freue mich, Sie heute anl\u00e4sslich des traditionellen Gl\u00fcckwunschaustauschs zum Jahresbeginn, wegen der Restaurierungsarbeiten in unserer Kirche, ausnahmsweise hier in diesen Rahmen begr\u00fc\u00dfen zu k\u00f6nnen. Ich danke dem Doyen des Diplomatischen Korps, S. Exz. dem Botschafter Valladares Lanza, f\u00fcr die liebensw\u00fcrdigen Worte, mit denen er mir Ihre W\u00fcnsche \u00fcbermittelt und Ihre Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr den Malteserorden und dessen Auftrag ausgedr\u00fcckt hat.<\/p>\n<p>Ich richte meine besten W\u00fcnsche an Sie alle, insbesondere an die Botschafter der Europ\u00e4ischen Union, von San Marino, der Elfenbeink\u00fcste, von Zypern, Spanien, Peru und Uruguay, die im abgelaufenen Jahr ihre Beglaubigungsschreiben \u00fcberreicht haben.<\/p>\n<p>Das Jahr 2012 war aus diplomatischer Sicht durch zwei bedeutsame Ereignisse gekennzeichnet, die ich gerne erw\u00e4hnen m\u00f6chte:<\/p>\n<p>1) <strong>Ein neues Abkommen zwischen der Republik Italien<\/strong> und dem Souver\u00e4nen Malteserorden, das den Status der bilateralen Beziehungen und die Anwesenheit des Ordens in Italien seit 1834 best\u00e4tigt, ist am 17. Mai vom Au\u00dfenminister unterzeichnet und vom Pr\u00e4sidenten der Republik am 1. Oktober ratifiziert worden. Dieses Abkommen, das die Entwicklung der Ordensaktivit\u00e4ten in den Bereichen Gesundheitsdienst, Soziales, humanit\u00e4re Aktivit\u00e4ten sowie Zivilschutz und Nothilfe, in Zusammenwirken mit der Republik Italien, bekr\u00e4ftigt, best\u00e4tigt unsere hervorragenden Beziehungen. Ich m\u00f6chte hier den h\u00f6chsten Vertretern des italienischen Staates meine tiefste Anerkennung zum Ausdruck bringen.<\/p>\n<p>2) Die im vergangenen Juni erfolgte Einrichtung bilateraler diplomatischer Beziehungen mit der <strong>Republik Zypern<\/strong> und, im Oktober, der erste Staatsbesuch S. Exz. des Pr\u00e4sidenten Christofias beim Souver\u00e4nen Malteserorden. Es ist uns eine Ehre, auf diese wundersch\u00f6ne Insel Zypern zur\u00fcckkehren zu k\u00f6nnen, um gemeinsame Aktivit\u00e4ten zum Erhalt und Schutz des multikulturellen und multireligi\u00f6sen Charakters der Region entwickeln und gleichzeitig einen Beitrag zu Frieden und Stabilit\u00e4t in diesem Mittelmeerraum leisten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Auch wenn mein Gesundheitszustand es mir nicht erlaubt hat, alle <strong>Staatsvisiten und offiziellen Besuche<\/strong>, wahrzunehmen, die ich mir gew\u00fcnscht hatte, so war ich doch besonders geehrt:<\/p>\n<p>Im Februar zu einem Staatsbesuch in die <strong>Bundesrepublik \u00d6sterreich<\/strong> reisen zu k\u00f6nnen \u2013 ein Land, das uns besonders am Herzen liegt, wo der Malteserorden seit dem 12. Jhdt. vertreten ist und wo er eng mit der Regierung bei nationalen und internationalen Projekten zusammenarbeitet. Bei dieser Gelegenheit konnte ich auch die in Wien ans\u00e4ssigen Einrichtungen der Vereinten Nationen besuchen, wie die UNIDO, die UNODC sowie die CTBTO und die AIEA.<\/p>\n<p>Im Juli nach Moskau zu reisen, wo ich die besondere Ehre hatte, vom und <strong>Patriarchen von Moskau und ganz Russland, Seiner Heiligkeit Kyrill<\/strong>, empfangen zu werden. Wir haben verschiedene Fragen der Kooperation auf humanit\u00e4rem und kulturellem Gebiet er\u00f6rtert sowie insbesondere \u00fcber die gemeinsame Sorge der fortdauernden S\u00e4kularisierung und religi\u00f6sen Diskriminierung gesprochen.<\/p>\n<p>Ich habe mich ferner gefreut, an den Er\u00f6ffnungen zahlreicher bedeutsamer Ausstellungen teilnehmen zu k\u00f6nnen, die von unseren diplomatischen Missionen \u00fcber die Geschichte und den Auftrag des Ordens veranstaltet worden sind. Diese Veranstaltungen haben mir Gelegenheit zu Begegnungen mit den politischen, religi\u00f6sen und diplomatischen Vertretern dieser L\u00e4nder gegeben, um so die bestehenden guten Beziehungen vertiefen und die Zusammenarbeit weiter verst\u00e4rken zu k\u00f6nnen. Ich m\u00f6chte insbesondere hervorheben die Ausstellungen:<\/p>\n<p>\u2013 im <strong>Europ\u00e4ischen Parlament<\/strong>, in Br\u00fcssel;<\/p>\n<p>\u2013 im <strong>Kreml<\/strong>, in Moskau;<\/p>\n<p>\u2013 im <strong>K\u00f6niglichen Schloss von Warschau<\/strong>, in Polen.<\/p>\n<p>Im September folgten der Gro\u00dfkanzler, der Gro\u00dfhospitalier und der diplomatische Rat einer Einladung von Pr\u00e4sident Ma und seiner Regierung zu einem Besuch nach <strong>Taiwan<\/strong>, um die M\u00f6glichkeiten zu gemeinsamen Initiativen in Asien, Afrika und S\u00fcdamerika zu pr\u00fcfen.<\/p>\n<p>Nach dem Staatsbesuch des Pr\u00e4sidenten der Republik Zypern, S. Exz. Demetris Cristofias, begleitet vom Au\u00dfenminister, S. Exz. Erato Kozakou-Marcoullis, hatten wir die Ehre die hohen Vertreter von Liberien, Tonga, der Tschechischen Republik, von Panama, Russland, Rum\u00e4nien, des Vereinigten K\u00f6nigreich, von Chile, Wei\u00dfrussland und Slowenien zu empfangen sowie den Vizepremierminister und Au\u00dfenminister von Belgien, S. Exz. Didier Reynders, zu begr\u00fc\u00dfen, um \u00fcber die Entwicklung gemeinsamer Initiativen zu sprechen.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang sei erw\u00e4hnt, dass der Orden im Verlauf des soeben zu Ende gegangenen Jahres eine Reihe von <strong>Kooperationsabkommen<\/strong> mit anderen Staaten abgeschlossen hat. Solche Abkommen sind wichtig, weil sie die die humanit\u00e4ren Aktivit\u00e4ten erleichtern und die Entwicklung von Gesundheitsprogrammen und weiterer Initiativen f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Im Jahr 2012 hat der Souver\u00e4ne Malteserorden mit folgenden Staaten Kooperationsabkommen abgeschlossen: <strong>Frankreich, Ost-Timor, Belgien, Monaco, Republik des Kongo, Mozambique und Guinea<\/strong>.<\/p>\n<p><strong>Der Bereich unserer humanit\u00e4ren Aktivit\u00e4ten<\/strong><\/p>\n<p>Das Jahr 2012 war gekennzeichnet durch zahlreiche Naturkatastrophen in unterschiedlichen Regionen der Welt, von der D\u00fcrre in Afrika zum Orkan Bopha auf den Philippinen, dem schrecklichen Sturm, der Haiti getroffen hat, und in Europa, wo Erdbeben in Italien, Schneef\u00e4lle und \u00dcberschwemmungen in Mittel- und Osteuropa unausl\u00f6schliche Spuren im Land und bei den Menschen hinterlassen haben. In all diesen F\u00e4llen ist der Orden sofort aktiv geworden und hat Hilfe geleistet. Um nur vier zu nennen:<\/p>\n<p>\u2013 In <strong>Haiti<\/strong> hat der Tropensturm Isaac im August schwere \u00dcberschwemmungen und Zerst\u00f6rungen verursacht. \u00dcber 16.000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. In der Region von Belle-Anse, eine der am dichtesten bev\u00f6lkerten Regionen im Land, in der der Malteserorden bereits seit einigen Jahren pr\u00e4sent ist, wurden 70.000 Menschen vom Rest der Welt abgeschnitten. \u00dcber 4.000 H\u00e4user sind zerst\u00f6rt, besch\u00e4digt oder fortgeschwemmt worden und die Familien haben ihre Ernten, den Anbau und ihr Vieh (ca. 30.000 Tiere) verloren. Nach den ersten Nothilfema\u00dfnahmen, leistet der Orden, im Zusammenwirken mit den Einwohnern, weitere Hilfe.<\/p>\n<p>\u2013 Auf den <strong>Philippinen<\/strong> hat der Orkan Bopha Tod und Zerst\u00f6rung gebracht mit \u00fcber 400 Toten und 400 vermissten. Etwa 50.000 Menschen befinden sich noch in Auffanglagern. Insgesamt sind 5 Millionen Menschen von dem Sturm betroffen. Die philippinische Assoziation des Ordens hat sich, zusammen mit Malteser International, umgehend dem Notfall gestellt und 1.200 Lebensmittelpakte und Haushaltssets an Familien in den am st\u00e4rksten betroffenen Regionen, Dumaguete City, Cagayan de Oro und Comostela Valley, verteilt. Der Wideraufbau ist jetzt die vordringliche Sorge und der Orden hilft hier bei der Beschaffung der notwendigsten Materialien.<\/p>\n<p>\u2013 In <strong>Italien<\/strong> haben im Mai zwei schwere Erdbeben die Region der Emilia Romagna ersch\u00fcttert mit Toten, Hunderten von Verletzten und \u00fcber 15.000 Menschen ohne Dach \u00fcber dem Kopf. Das italienische Hilfskorps des Malteserordens \u2013 CISOM \u2013 hat, zusammen mit dem Milit\u00e4rkorps der italienischen Assoziation des Malteserordens, eine Zeltstadt f\u00fcr die Erdbebengesch\u00e4digten eingerichtet. 700 freiwillige Helfer haben dort den Menschen f\u00fcr 4 Monate geholfen.<\/p>\n<p>\u2013 Im <strong>Norden von Kenia<\/strong>, ein Jahr nach der verheerenden D\u00fcrre, der eine schwere Hungersnot am Horn von Afrika folgte, arbeitet das internationale Hilfswerk des Malteserordens daran, durch Nahrungs- und Wassermangel auftretenden Krisen vorzubeugen indem es den Menschen hilft, sich auf k\u00fcnftige D\u00fcrreperioden einzustellen.<\/p>\n<p>Der Auftrag des Malteserordens, den Benachteiligten in der Gesellschaft zu helfen ist vielf\u00e4ltig und verwirklicht sich durch zahlreiche Aktivit\u00e4ten auf der ganzen Welt, von der Altenhilfe \u00fcber den Betrieb von Krankenh\u00e4usern in vielen L\u00e4ndern Europas und Afrikas bis hin zu Nothilfe und Rehabilitation. Erlauben Sie mir, auf zwei Bereiche unserer Aktivit\u00e4ten n\u00e4her einzugehen, die 2012, bedingt durch die Wirtschaftskrise, zunehmend an Bedeutung gewonnen haben: das <strong>Problem der Obdachlosen<\/strong> und der <strong>Fl\u00fcchtlinge<\/strong>, die die gesamte Gesellschaft betreffen; die Notwendigkeit den Hungernden und Obdachlosen zu helfen hat stark zugenommen.<\/p>\n<p>Der Malteserorden leistet seinen Beitrag, um die Notlage der vielen Obdachlosen und Fl\u00fcchtlinge zu lindern indem er die unterst\u00fctzt, die ohne Dach und Heimat sind. Lassen Sie mich einige Beispiele nennen:<\/p>\n<p>\u2013 In ganz <strong>Deutschland<\/strong> unterhalten wir 13 \u201eTagesheimst\u00e4tten\u201c, wo wir an Obdachlose Decken, Schlafs\u00e4cke, Kleidung und Mahlzeiten austeilen, \u00e4rztliche Untersuchungen, Rasier- und Duschm\u00f6glichkeiten anbieten. So k\u00f6nnen wir etwa 3.000 notleidenden Menschen in Berlin, Hildesheim, Hamburg, K\u00f6ln, Paderborn und Freiburg helfen. Au\u00dferdem wurden \u201ePartnerschaftsl\u00e4den\u201c gegr\u00fcndet, um an Obdachlose und Arme Kleidung ausgeben zu k\u00f6nnen. 2012 haben wir auf diese Weise etwa 28.000 Menschen helfen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u2013 In <strong>Frankreich<\/strong> l\u00e4uft das Projekt f\u00fcr die Obdachlosen ohne Unterbrechung das ganze Jahr \u00fcber. Der Malteserorden unterh\u00e4lt auf der Seine zwei Wohnschiffe: Le Fleuron Saint Jean, das 2012 eine Rekordauslastung von 98% mit \u00fcber 13.470 G\u00e4sten gesehen hat, und Le Fleuron Saint Michel mit \u00fcber 6.600 G\u00e4sten. Im Winter sind in Paris und in den Vororten in der Nacht Teams auf den Stra\u00dfen unterwegs, die sich der Obdachlosen annehmen. Ein gleiches Hilfsangebot gibt es in Versailles, Bourges, Annecy, Toulon, Nantes und Toulouse.<\/p>\n<p>\u2013 In <strong>Belgien<\/strong> haben sich unsere Hilfsstellen 2012 in Br\u00fcssel und L\u00fcttich um \u00fcber 17.000 Obdachlose gek\u00fcmmert und jeden Gast eine kostenlose medizinische und zahn\u00e4rztliche Untersuchung, einen Kleiderwechsel, einen Haarschnitt und eine warme Mahlzeit geboten.<\/p>\n<p>\u2013 In <strong>Italien<\/strong> wird den Obdachlosen in Mailand, Rom und Neapel eine abendliche Betreuung geboten, bei der sie eine Mahlzeit und Decken erhalten. In den beiden Anlaufstellen in Rom sind 2012 an die Obdachlosen \u00fcber 17.000 warme Mahlzeiten ausgegeben worden. In 8 Sozialzentren in Rom werden an die Bed\u00fcrftigen Mahlzeiten und Bedarfsg\u00fcter verteilt.<\/p>\n<p>Zahlreiche \u00e4hnliche Projekte laufen in Spanien, Ungarn, Bulgarien, Litauen, Russland, Moldawien, Ukraine und auch au\u00dferhalb von Europa.<\/p>\n<p>\u2013 In <strong>Kuba<\/strong>, beispielsweise, wurden 2011 und 2012 mit Hilfe von Freiwilligen \u00f6rtlicher Pfarreien an Arme 800.000 Mahlzeiten in den 60 Mensen ausgegeben, die von der kubanischen Assoziation des Malteserordens, mit Sitz in Miami, finanzierten werden. In den gro\u00dfen St\u00e4dten von <strong>Australien<\/strong> hat der Malteserorden 2012 \u00fcber 2000 Winterjacken an die Obdachlosen verteilt.<\/p>\n<p>Die Obdachlosenhilfe bezieht auf internationaler Ebene auch die Fl\u00fcchtlinge mit ein,<\/p>\n<p>die in letzter Zeit im Mittleren Osten, Afrika und Asien viel zu leiden hatten.<\/p>\n<p>\u2013 Aus <strong>Syrien<\/strong> sind Fl\u00fcchtlinge in unser im Norden des Libanon gelegenes medizinisches Zentrum gekommen, nach Khaldieh, 40 Km von Tripoli entfernt, wo wir derzeit 500 Familien betreuen.<\/p>\n<p>\u2013 In der <strong>T\u00fcrkei<\/strong> betreut das Hilfswerk des Malteserordens w\u00e4hrend des Winters etwa 8.000 syrische Fl\u00fcchtlinge in zwei Provinzen. In Damaskus haben wir 15.000 Menschen mit Hilfspaketen versorgt.<\/p>\n<p>\u2013 Im Norden von <strong>Burkina Faso<\/strong> hat der Orden durch seine franz\u00f6sische Assoziation, in Zusammenarbeit mit Malteser International, \u00fcber 55.000 Fl\u00fcchtlinge aus dem B\u00fcrgerkriegsgebiet in Mali betreut und Krankentransporte aus den Fl\u00fcchtlingslagern in die umliegenden Krankenh\u00e4user oder nach Ouagadougou organisiert.<\/p>\n<p>\u2013 An der Grenze zwischen <strong>Myanmar<\/strong> und <strong>Thailand<\/strong> leistet der Orden in zwei Fl\u00fcchtlingslagern medizinische Hilfe f\u00fcr mindestens 35.000 Menschen, die vor lokalen Kriegswirren geflohen sind.<\/p>\n<p>Das sind nur einige Beispiele direkter Konsequenzen aus Arbeitslosigkeit, Armut und B\u00fcrgerkriegen, die nicht nur unannehmbares Leid f\u00fcr die Opfer sondern auch einen gro\u00dfen Verlust an menschlicher Schaffenskraft bedeuten. <strong>Nur wirkliche Solidarit\u00e4t kann hier als Gegenmittel helfen<\/strong>. Die Botschaft des Papstes zum Weltfriedenstag \u201eSelig die Friedensstifter\u201c, nach den Worten Jesu, finden starken Wiederhall bei den Ordensmitgliedern, die ihren Auftrag gem\u00e4\u00df den acht Seligpreisungen leben, die sich symbolisch im achtspitzigen Malteserkreuz finden. Die Solidarit\u00e4t kann im Dialog gef\u00f6rdert werden \u2013 wie der Papst gestern in seiner an Sie gerichteten Ansprache gesagt hat \u2013 \u201esie steht nicht mehr zur Wahl sondern ist eine Notwendigkeit\u201c, um stabile Friedensbedingungen zu schaffen, damit die Gesellschaften gedeihen k\u00f6nnen. In diesem Zusammenhang m\u00f6chte ich zwei Ereignisse des Jahres 2012 in Erinnerung rufen, die zum interkulturellen Dialog beitragen:<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst m\u00f6chte ich die lobenswerte Initiative erw\u00e4hnen, die im vergangenen Dezember der UN-Fl\u00fcchtlingskommissar, Antonio Guterres, ergriffen hat: zum allerersten Mal sind in Genf Religionsf\u00fchrer und Experten, Diplomaten, Mitarbeiter des Kommissariats und Fachleute aus dem humanit\u00e4ren Bereich mit Vertretern religi\u00f6ser Organisationen zusammengekommen, um dar\u00fcber zu beraten, welchen Beitrag die unterschiedlichen religi\u00f6sen Werte zum Schutz der Fl\u00fcchtlinge leisten k\u00f6nnen und wie die humanit\u00e4re Lage von Millionen von Fl\u00fcchtlingen und Staatenlosen verbessert werden kann. Unser st\u00e4ndiger Beobachter bei den Vereinten Nationen in Genf hat an der Tagung mit 400 Delegierten teilgenommen und die volle Unterst\u00fctzung dieses neuen Dialogs durch den Malteserorden zugesichert.<\/p>\n<p>Die zweite Initiative, die hier erw\u00e4hnt zu werden verdient, ist die im vergangenen November in Wien erfolgte Er\u00f6ffnung des \u201eInternationales Zentrum f\u00fcr den interreligi\u00f6sen und interkulturellen Dialog K\u00f6nig Abdullah bin Abdulaziz\u201c. Das Zentrum, dessen Gr\u00fcndung auf eine Initiative von Saudi-Arabien, \u00d6sterreich und Spanien zur\u00fcckgeht \u2013 und an dem der Heilige Stuhl als Gr\u00fcndungsbeobachter beteiligt ist \u2013 hat sich zum Ziel gesetzt, das gegenseitige Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die unterschiedlichen Religionen zu verbessern. Es soll aber auch eine geeignete Diskussionsplattform zur Thematisierung von Situationen sein, bei denen die Religions- und Gewissenfreiheit nicht geachtet oder ausreichend gesch\u00fctzt wird. Mit ganzem Herzen begr\u00fc\u00dfe ich diese Initiative, die dem Dialog zwischen Moslem, Juden und Christen dient.<\/p>\n<p>Die bedeutendste Friedensbotschaft war zweifellos die Reise Seiner Heiligkeit Benedikt XVI im vergangenen September in den Libanon. Der Malteserorden ist im Libanon stark vertreten, mit seinen 12 medizinischen Sozialstationen \u2013 einschlie\u00dflich des bereits erw\u00e4hnten Zentrums in Khaldieh, das derzeit die syrischen Fl\u00fcchtlingsfamilien kostenlos betreut. Wir waren tief beeindruckt von der Ermunterung des Heiligen Vaters, der in einer so entscheidenden Situation, nach seinen vorangegangenen Reisen in die T\u00fcrkei, nach Israel, Jordanien, in die Pal\u00e4stinensischen Territorien und nach Zypern, nochmals in den Mittleren Osten kommt, um die Christen zu best\u00e4rken und die Notwendigkeit der Koexistenz zwischen den Religionen zu betonen.<\/p>\n<p>Mit seinem an die Regierungsmitglieder und an das Diplomatische Korps gerichteten Gru\u00dfwort hat der Papst mit Worten um die Religionsfreiheit gebeten, die ich hier wiederholen m\u00f6chte: \u201eMan darf nicht vergessen, dass die Religionsfreiheit die Grundlage ist, von der viele andere Regelwerke abh\u00e4ngen. Die Freiheit, die eigene Religion zu bekennen und auszu\u00fcben, ohne Gefahr f\u00fcr Leib und Leben, muss f\u00fcr jeden einzelnen gew\u00e4hrleistet sein. \u2026 Die Religionsfreiheit hat eine soziale und politische Dimension, die unerl\u00e4ssliche Voraussetzung f\u00fcr den Frieden ist!\u201c<\/p>\n<p>Da die Verteidigung der Religionsfreiheit \u2013 im Sinne von Schutz \u2013 auch Teil des Auftrags des Malteserordens ist, als religi\u00f6ser Laienorden der katholischen Kirche, hat unser Kanzleramt seit 2007 ein ehrgeiziges Projekt zum Schutz und Erhalt des kulturellen und religi\u00f6sen Erbes insbesondere im Mittelmeerraum in Angriff genommen. Ein Unternehmen, das wir, zusammen mit anderen internationalen Organisationen, auf einer Reihe von Konferenzen vorantreiben, um unser Engagement f\u00fcr eine L\u00f6sung zu unterstreichen.<\/p>\n<p>Im M\u00e4rz haben wir zusammen mit der Europ\u00e4ischen Kommission ein Seminar \u00fcber den \u201eSchutz der Heiligen St\u00e4tten des Mittelmeeres, ein Beitrag zum interkulturellen Dialog\u201c abgehalten. Es hat in Br\u00fcssel im Palais Berlaymont stattgefunden unter der Leitung von Pr\u00e4sident Barroso. Er\u00f6rtert wurden verschiedene Wege, um \u00fcber den Schutz des kulturellen und religi\u00f6sen Erbes den interkulturellen Dialog zu vertiefen und so zur Stabilit\u00e4t und friedlichen Entwicklung im Mittelmeerraum beizutragen.<\/p>\n<p>Die Debatten waren engagiert und interessant. Lassen Sie mich einiges dar\u00fcber berichten: die Bedeutung des interkulturellen Dialogs f\u00fcr den Schutz der Heiligen St\u00e4tten ist von Charles Tannock, Mitglied des Europ\u00e4ischen Parlaments, hervorgehoben worden, der ein st\u00e4rkeres Engagement und Interesse seitens der EU bei der politischen L\u00f6sung der religi\u00f6sen Auseinandersetzungen um die Heiligen St\u00e4tten eingefordert hat.<\/p>\n<p>Der Gro\u00dfmufti von Bosnien-Herzegowina hat, unter Hinweis auf das Drama von Sarajevo, gesetzliche Regelungen vorgeschlagen, aber gleichzeitig darauf hingewiesen, dass es zwei Sachverhalte gibt, in denen solche Regeln nicht greifen: in der Liebe und im Krieg. Seiner Ansicht nach ist es aber erforderlich festzuhalten, dass die Zerst\u00f6rung geistigen und kulturellen Erbes ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist. Professor Abou Moussa Ramadan hat auf die Verbindung zwischen Heiligen St\u00e4tten und Menschenw\u00fcrde hingewiesen, ein wichtiges Band, weil es diese Heiligen St\u00e4tten damit auch in die religi\u00f6se Freiheit einbindet. Es handelt sich um Grundrechte. Der Rabbiner Bemporad hat sich daf\u00fcr ausgesprochen, dass nach einer M\u00f6glichkeit gesucht werde, die Heiligen St\u00e4tten in St\u00e4tten der Vers\u00f6hnung umzuwandeln.<\/p>\n<p>In seiner Eigenschaft als Europakommissar f\u00fcr Erziehung und Kultur hat S. Exz. Androulla Vassilou zu recht angemerkt, dass \u201eals Prozess der interkulturelle Dialog nicht leicht zu f\u00fchren ist. Er darf nicht nur auf der Basis von Absichtserkl\u00e4rungen und Reden gef\u00fchrt werden, sondern muss die Menschen dazu bringen, an bestimmten Projekten oder Aktivit\u00e4ten mitzuwirken, die einen realen Anreiz bieten, an dem man wachsen kann\u201c.<\/p>\n<p>Das war der Grund daf\u00fcr, dass der Malteserorden im November, zusammen mit dem Au\u00dfenministerium von Zypern, der UNESCO und der EU-Kommission, eine Folgekonferenz \u00fcber den \u201eSchutz und die Bewahrung des kulturellen Erbes im Mittelmeerraum\u201c in Limassol, in Zypern, organisiert hat. Dabei haben wir versucht, die Prinzipien f\u00fcr eine gemeinsame Erkl\u00e4rung \u00fcber den Schutz und die F\u00f6rderung der Heiligen St\u00e4tten zu definieren. Ich kann nicht anders, als mich ganz mit einem Berichterstatter des Forums einverstanden erkl\u00e4ren, mit Msgr. Sanchez Sorondo, Kanzler der P\u00e4pstlichen Akademie der Wissenschaften, der gesagt hat: \u201eWenn wir den Frieden pflegen wollen, m\u00fcssen wir die Sch\u00f6pfung und das kulturelle Erbe sch\u00fctzen!\u201c<\/p>\n<p>Damit will ich diese Gru\u00dfbotschaft abschlie\u00dfen und Ihnen f\u00fcr Ihre stete Unterst\u00fctzung und Mitarbeit danken. Ich entbiete meine herzlichsten Gl\u00fcckw\u00fcnsche Ihnen und Ihren Familien f\u00fcr das Jahr 2013 und hoffe viele von Ihnen am 9. Februar wiedersehen zu k\u00f6nnen, wenn wir den 900ten Jahrestag der Begebung der Bulle am 15. Februar 1113 durch Papst Paschalis II. begehen. Wir erwarten etwa 3.500 Teilnehmer, Mitglieder, ehrenamtliche Helfer und G\u00e4ste aus aller Welt, die mit uns dieses Ereignis feiern werden. Verehrte Botschafter, Sie sind alle eingeladen, sich uns anzuschlie\u00dfen, um diesen Jahrestag in der St. Petersbasilika in Anwesenheit von Papst Benedikt XVI. und von Staatssekret\u00e4r, Kardinal Tarcisio Bertone, zu w\u00fcrdigen, worauf sich ein Empfang in der Aula Paul VI. anschlie\u00dfen wird.<\/p>\n<p>Verehrte Botschafter und ehrw\u00fcrdige Mitglieder des diplomatischen Korps, nehmen Sie meine aufrichtigen W\u00fcnsche f\u00fcr die Nationen entgegen, die Sie vertreten, f\u00fcr Ihre Familien und f\u00fcr die Mission, die Ihnen anvertraut worden ist.<\/p>\n<p>Fra\u00b4 Matthew Festing<\/p>\n","news_gallery":"yes","news_gallery_elements":[{"id":34142,"url":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/08_01_2013_01.jpg"},{"id":34147,"url":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/08_01_2013_02.jpg"},{"id":34152,"url":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/08_01_2013_03.jpg"},{"id":34157,"url":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/08_01_2013_04.jpg"}]},"news_categories":[{"id":118,"name":"Gro\u00dfmeister News","slug":"grosmeister-news","description":"","link":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/nachrichten-kategorien\/nachrichten\/grosmeister-news\/"},{"id":115,"name":"Nachrichten","slug":"nachrichten","description":"","link":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/nachrichten-kategorien\/nachrichten\/"}],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/notizie\/42824","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/notizie"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/news"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/notizie\/42824\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=42824"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}