{"id":42914,"date":"2012-01-11T14:08:46","date_gmt":"2012-01-11T13:08:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/news\/ansprache-des-grosmeisters-an-das-beim-souveranen-malteserorden-akkreditierte-diplomatische-korps\/"},"modified":"2023-01-16T15:37:54","modified_gmt":"2023-01-16T14:37:54","slug":"ansprache-des-grosmeisters-an-das-beim-souveranen-malteserorden-akkreditierte-diplomatische-korps","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/nachrichten\/ansprache-des-grosmeisters-an-das-beim-souveranen-malteserorden-akkreditierte-diplomatische-korps\/","title":{"rendered":"Ansprache des Gro\u00dfmeisters an das beim Souver\u00e4nen Malteserorden akkreditierte Diplomatische Korps"},"featured_media":0,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-42914","news","type-news","status-publish","hentry","news_categories-grosmeister-news","news_categories-nachrichten"],"acf":{"highlighted":"no","news_cover":{"id":29323,"url":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/11_01_2012_01.jpg"},"news_content":"<p>Der Gro\u00dfmeister Fra\u00b4 Matthew Festing hat gestern Vormittag das beim Souver\u00e4nen Malteserorden akkreditierte Diplomatische Korps anl\u00e4sslich des traditionellen Gl\u00fcckwunschaustausch zum Jahresbeginn feierlich empfangen. Der Empfang hat in der Magistralvilla in Rom stattgefunden.\u00a0<br \/>\n\u00a0<br \/>\n<strong>Nachfolgend die Ansprache des Gro\u00dfmeisters<\/strong><\/p>\n<p><br class=\"spacer_\" \/><\/p>\n<p>Herr Doyen, Exzellenzen, meine Damen, meine Herren,<\/p>\n<p>ich freue mich, Sie heute anl\u00e4sslich des traditionellen Gl\u00fcckwunschaustauschs zum Jahresbeginn begr\u00fc\u00dfen zu k\u00f6nnen. Ich danke dem Doyen des Diplomatischen Korps, S. Exz. dem Botschafter Valladares Lanza, f\u00fcr die liebensw\u00fcrdigen Worte, mit denen er uns Ihre W\u00fcnsche \u00fcbermittelt\u00a0 und\u00a0 Ihre Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr den Malteserorden und seinen tausendj\u00e4hrigen Auftrag zum Dienst am N\u00e4chsten ausgedr\u00fcckt hat.<\/p>\n<p>Ich richte meine besten W\u00fcnsche an Sie alle und hei\u00dfe besonders willkommen die Botschafter von Chile, Ungarn, Italien, Mali, der Demokratischen Republik des Kongo, von Slowenien, Rum\u00e4nien, Salvador, \u00d6sterreich, Liberia, Thailand, Kolumbien, Brasilien, den Seychellen, Kroatien und Spanien, die uns im abgelaufenen Jahr ihre Beglaubigungsschreiben \u00fcberreicht haben.<\/p>\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 ****<\/p>\n<p>Im Verlaufe des Jahres 2011 hatte ich Gelegenheit, zu offiziellen Besuchen nach Rum\u00e4nien, zu den Vereinten Nationen in Genf, in das F\u00fcrstentum Monaco, nach Liechtenstein, San Marino und Chile zu reisen. Zugleich hatte ich die Freude, hier in Rom hochrangige Delegationen ausl\u00e4ndischer Regierungen und der Europ\u00e4ischen Union zu empfangen, um unsere freundschaftlichen Beziehungen zu vertiefen und die Grundlagen unserer wechselseitigen Zusammenarbeit weiter zu entwickeln.<\/p>\n<p>So hat der Orden im vergangenen Jahr verschiedene internationale <strong>Kooperationsabkommen<\/strong> mit <strong>Liberia, Marokko<\/strong>, der <strong>Dominikanischen Republik<\/strong>, <strong>Kenia,<\/strong> mit der <strong>Weltgesundheitsorganisation<\/strong> sowie mit der Regierung von <strong>Mali<\/strong> abgeschlossen, um die Zusammenarbeit bei Projekten im Bereich des Hospital- und Gesundheitsdienstes zu intensivieren. Bei meinem Besuch in Chile, im vergangenen November, hat der Orden mit der Regierung ein Verst\u00e4ndigungsabkommen \u00fcber den Beitritt zum\u00a0 Memorandum des internationalen humanit\u00e4ren Network in Chile\u00a0 abgeschlossen, um im Falle einer neuerlichen Notfallsituation wie 2010, rasch und effizient humanit\u00e4re Hilfsma\u00dfnahmen koordinieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Im vergangenen Jahr hat der Orden an zwei f\u00fcr die Kirche erfreulichen Ereignissen teilgenommen. Das erste war die Seligsprechung des hochverehrten Papstes Johannes Paul II. im Mai, an der eine hochrangige Delegation des Souver\u00e4nen Malteserordens teilgenommen hat. Das zweite erfreuliche Ereignis war das im Juni begangene 60-j\u00e4hrige Priesterjubil\u00e4um von Papst Benedikt XVI. Lassen Sie mich in diesem Zusammenhang unsere hohe Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr seine spirituelle und moralische F\u00fchrung in diesen schwierigen Zeiten bekunden.<\/p>\n<p>Im Juni hat das Land, das uns Gastfreundschaft gew\u00e4hrt, den 150ten Jahrestag seiner Einheit begangen und ich habe mich sehr \u00fcber die Einladung des Pr\u00e4sidenten der Republik, Giorgio Napolitano, zu den Feierlichkeiten am 2. Juni, dem Nationalfeiertag, gefreut. Wir sind stolz auf die engen Bande, die uns mit der italienischen Republik verbinden und tief dankbar f\u00fcr die warmherzige Aufnahme, die wir seit je hier in Italien genie\u00dfen.<\/p>\n<p>****\u00a0<\/p>\n<p>Es ist jetzt das europ\u00e4ische Jahr des Ehrenamtes zu Ende gegangen und ich m\u00f6chte deshalb besonders die Arbeit hervorheben, die die ehrenamtlichen Helfer des Malteserordens im sozialen Bereich geleistet haben.<\/p>\n<p>In<strong> Italien<\/strong> haben wir den zwanzigsten Jahrestag der Vereinbarung gefeiert, durch die 3.000 ehrenamtliche Helfer des italienischen Hilfsdienstes des Malteserordens \u2013 CISOM \u2013 mit dem italienischen Zivilschutz zusammenarbeiten. Ihr j\u00fcngster Einsatz erfolgte anl\u00e4sslich der schweren \u00dcberschwemmungen, die im vergangenen Oktober die Regionen von Ligurien und der Toskana heimgesucht haben.<\/p>\n<p>In <strong>Irland<\/strong> ist der 1938 gegr\u00fcndete Ambulanzdienst des Malteserordens die bedeutendste Einrichtung f\u00fcr Erste Hilfe- und Ambulanzleistungen in den meisten gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dten des Landes. Der Ambulanzdienst untersteht mit 3.200 ehrenamtlichen Helfern der irischen Assoziation des Ordens.<\/p>\n<p>In <strong>\u00d6sterreich<\/strong> werden die vielfachen Ordensaktivit\u00e4ten, wie der normale Ambulanzdienst, die Alten- und Behindertenbetreuung von den ehrenamtlichen Helfern erbracht. Im Jahr 2011 waren insgesamt 1.200 Helfer im Einsatz.<\/p>\n<p>In <strong>Deutschland<\/strong> arbeiten \u00fcber 35.000 ehrenamtliche Helfer des Malteserordens neben hauptamtlichen Mitarbeitern an 700 Orten im ganzen Land. J\u00e4hrlich leisten sie medizinische, soziale und humanit\u00e4re Hilfe f\u00fcr \u00fcber zw\u00f6lf Millionen Menschen in Deutschland und in vielen anderen L\u00e4ndern, insbesondere in Mittel- und Osteuropa.<\/p>\n<p>In <strong>Frankreich<\/strong> sind \u00fcber 13.000 ehrenamtliche Helfer an einem weiten Spektrum von Sozialaufgaben in den Sozialstationen, in den Spezialkrankenh\u00e4usern f\u00fcr behinderte Kinder, in der F\u00fcrsorge f\u00fcr Menschen, die an Alzheimer erkrankt sind, und in der Obdachlosenbetreuung beteiligt.<\/p>\n<p>In <strong>Rum\u00e4nien, Albanien<\/strong> und <strong>Litauen<\/strong> haben unsere Hilfsdienste 2011 ihr 20j\u00e4hriges Bestehen begangen. Unmittelbar nach dem Fall des Eisernen Vorhangs gegr\u00fcndet, leisten sie den Menschen in diesen L\u00e4ndern seitdem einen unverzichtbaren Beistand.<\/p>\n<p>Der Hilfsdienst des Malteserordens in <strong>Ungarn<\/strong> ist eine der wichtigsten sozialen Hilfsorganisationen im Land sowie anerkannter Partner der ungarischen Sozialeinrichtungen mit \u00fcber 5.000 hauptamtlichen Helfern und 15.000 Helfern mit Sonderaufgaben. Der Hilfsdienst unterh\u00e4lt 200 Sozialeinrichtungen und ist mit einem eigenen Korps auch im Bereich des Zivilschutzes bei Naturkatastrophen im In- und Ausland t\u00e4tig.<\/p>\n<p>Diese Dienste stehen nur beispielhaft f\u00fcr die wichtigsten Hilfseinrichtungen des Malteserordens. Daneben gibt es noch viele andere, die einen bedeutenden Beitrag leisten indem sie ihre Zeit leidenden und sozial benachteiligten Menschen zuwenden.<\/p>\n<p>****<\/p>\n<p><strong>Schwere Naturkatastrophen<\/strong> haben auch 2011 wieder L\u00e4nder in Afrika, Asien und S\u00fcdamerika heimgesucht. Der Malteserorden war in der Lage Hilfe zu leisten und Ma\u00dfnahmen zur Trinkwasserversorgung, Gesundheitsvorsorge, Hygiene und Versorgung mit Nahrungsmittel in den L\u00e4ndern am <strong>Horn von Afrika<\/strong>, in <strong>Pakistan<\/strong>, <strong>Sri<\/strong> <strong>Lanka, Kambodscha, Bolivien, Japan,<\/strong> in der <strong>Demokratischen Republik des Kongo<\/strong> und auf den <strong>Philippinen<\/strong> einzuleiten. Einmal mehr zeigt sich hier, wie Projekte immer mehr an Bedeutung gewinnen, durch die die Menschen lernen, mit solchen Katastrophen umzugehen. Auf diesem Gebiet arbeitet der internationale Hilfsdienst des Malteserordens bereits eng mit den Beh\u00f6rden in <strong>Vietnam, Myanmar, Chile <\/strong>und<strong> Haiti<\/strong> zusammen.<\/p>\n<p>Aber, anstatt die weltweit durchgef\u00fchrten Hilfseins\u00e4tze einzeln aufzuz\u00e4hlen, von denen Sie im Laufe des Jahres bei verschiedenen Gelegenheiten erfahren haben, m\u00f6chte ich von einigen unserer neueren Projekte berichten, die wir 2011 in Angriff genommen haben und deren Ergebnisse sich in den n\u00e4chsten Jahren zeigen werden.<\/p>\n<p>Erste Initiative: Wie von Seiner Heiligkeit Papst Benedikt XVI. hervorgehoben, stellt in unserer s\u00e4kularen Welt von heute die Erziehung ein eminent wichtiges Element dar, um den Kindern Werte zu vermitteln und ihnen eine Hoffnung auf die Zukunft zu geben. Der Malteserorden hat beschlossen, diese Herausforderung anzunehmen, indem er eine Verbindung herstellen will zwischen der Ausbildung der Jugendlichen und deren Einsatzbereitschaft im humanit\u00e4ren Bereich. Demzufolge hat die deutsche Assoziation eine Schule mit 1.200 Sch\u00fclern in Willich \u00fcbernommen und plant, in den n\u00e4chsten Jahren zwei weitere Schulen in Westfalen und im Rheinland zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Zweite Initiative: Im vergangenen November, anl\u00e4sslich der <strong>VIII Konferenz der amerikanischen Ordensassoziationen<\/strong>, deren Gastgeber die peruanische Assoziation war, haben die teilnehmenden 200 Delegierten von 24 nationalen Assoziationen und 20 Botschafter \u00fcber die Koordinierung unserer humanit\u00e4ren und diplomatischen Aktivit\u00e4ten beraten. Es wurde beschlossen ein Regionalb\u00fcro in Miami zu er\u00f6ffnen, um bei Naturkatastrophen die Notfallhilfe auf dem Kontinent zu koordinieren und zu erleichtern.<\/p>\n<p>Dritte Initiative: Neben den Notfalleins\u00e4tzen, die eine gr\u00f6\u00dfere Aufmerksamkeit auf sich ziehen, betrifft ein Gro\u00dfteil der Ordensaktivit\u00e4ten in der Welt die Hilfe f\u00fcr sozial benachteiligte Menschen, die nicht im Mittelpunkt des Medieninteresses stehen und auch nicht auf den Titelseiten der gro\u00dfen Nachrichtenagenturen zu finden sind. Einige dieser vergessenen Aktivit\u00e4ten gelten den <strong>Alten, den missbrauchten, verlassenen und behinderten Kindern, den Fl\u00fcchtlingen, den Versto\u00dfenen und Obdachlosen.<\/strong><\/p>\n<p>Um das Spendenaufkommen zu steigern und das Bewusstsein f\u00fcr diese vergessenen F\u00e4lle in der Welt zu wecken, haben wir eine neue internationale Initiative gestartet \u2013 den <strong>Order of Malta\u00b4s Global Fund fort The Forgotten People<\/strong> \u2013 mit dem die bereits seit langem auf lokaler Ebene bestehenden Aktivit\u00e4ten gef\u00f6rdert werden sollen.<\/p>\n<p>Vierte Initiative: Im vergangenen September haben wir Verbindung mit den <strong>pal\u00e4stinensischen Beh\u00f6rden<\/strong> aufgenommen, um nicht nur die Arbeiten unseres Geburtshilfekrankenhauses, &#8211;\u00a0 das Krankenhaus der Hl. Familie in Bethlehem -sicherzustellen, sondern auch um unseren medizinischen und sozialen Aktivit\u00e4ten zu erweitern durch die Entwicklung von neuen Gesundheitsprojekten und Projekten\u00a0 zur Arbeitsbeschaffung. Es wird ein System von Mikro-Krediten eingerichtet werden, um gegen die Armut anzuk\u00e4mpfen und die Landflucht durch wirtschaftliche Entwicklung einzud\u00e4mmen, damit das in dieser Region so wertvolle vielf\u00e4ltige kulturelle Erbe bewahrt bleibt.\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>***\u00a0<\/p>\n<p>Zuletzt m\u00f6chte ich Sie an einigen unserer Gedanken \u00fcber die Zukunft der humanit\u00e4ren Aktivit\u00e4ten teilhaben lassen.<\/p>\n<p>Nach den umfangreichen humanit\u00e4ren Eins\u00e4tze im Irak, Afghanistan, Darfur, in der Sahelzone und zuletzt in Haiti hat die L\u00f6sung von Krisen an Bedeutung gewonnen und beeinflusst heute zunehmend die Beziehungen zwischen den milit\u00e4rischen und diplomatischen Kr\u00e4ften einerseits und den humanit\u00e4ren Organisationen andererseits.<\/p>\n<p>Die zunehmende Einschaltung von Massenmedien, multinationalen Organisationen, privaten Sicherheitsdiensten und sonstigen nicht \u00f6ffentlich-rechtlichen Einrichtungen, mit unterschiedlicher Interessenlage, hat zur Frage des Nebeneinander und des gemeinsamen Handelns gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Gleichzeitig sieht sich die humanit\u00e4re Hilfe durch neue Entwicklungen vor neue Fragen gestellt:<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Der Krieg hat sich nach und nach vom Konflikt zwischen Nationen hin zu inneren, regionalen und zivilen Konfliktszenarien verschoben;<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Trennung zwischen kriegerischen Auseinandersetzungen und humanit\u00e4rer Hilfe ist weniger deutlich definiert;<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Zivilbev\u00f6lkerung in diesen Krisenregionen ist zusammen mit den Helfern zu allererst\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 von dieser Situation betroffen;<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Regeln und internationale humanit\u00e4re Konventionen werden nicht beachtet;<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die heutigen Krisen haben ihre Ursache h\u00e4ufig in Naturkatastrophen, \u00dcberschwemmungen, D\u00fcrren, Migration, kulturellen Differenzen und verst\u00e4ndnislosen Umgang mit den Wasserressourcen;<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 In vielen F\u00e4llen h\u00e4ngt der Ausgang der Krise mit dem Fortbestehen der Bildung, der kulturellen und wissenschaftlichen Strukturen zusammen, die den Wiederaufbau beschleunigen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Einige westliche L\u00e4nder bem\u00fchen sich um L\u00f6sungen indem sie politische, milit\u00e4rische und humanit\u00e4re Strategien entwickeln und \u2013 zusammen mit betr\u00e4chtlichen finanziellen Mitteln \u2013 multilaterale Organisationen und internationale NGOs mit der Durchf\u00fchrung beauftragen. Mehrfach hat man sich dabei um Harmonisierung der Ma\u00dfnahmen bem\u00fcht, ohne aber bisher allgemeing\u00fcltige Richtlinien entwickeln zu k\u00f6nnen, weil jede Krise f\u00fcr sich einen Sonderfall darstellt.<\/p>\n<p>Es ist also notwendig einen neuen Ann\u00e4herungsversuch zu starten: w\u00e4hrend die Ver\u00e4nderungen bei den Beziehungen zwischen humanit\u00e4ren, diplomatischen, zivilen Organisationen und milit\u00e4rischen Streitkr\u00e4ften bekannt sind, haben neu entwickelte Konzepte der \u201ePflicht zum Eingreifen\u201c und der \u201ePflicht\u00a0 zu besch\u00fctzen\u201c der sogenannten <strong>\u201eHumanit\u00e4ren Diplomatie\u201c<\/strong> neue Wege aufgezeigt.<\/p>\n<p>Mit dieser Zielvorgabe haben im vergangenen Januar der Souver\u00e4ne Malteserorden und die franz\u00f6sische Marine, die sich in gleicher Weise sorgt, eine <strong>Konferenz \u00fcber humanit\u00e4re Diplomatie und die Bew\u00e4ltigung internationaler Krisen<\/strong> am Sitz der UNESCO in Paris einberufen.<\/p>\n<p>Zweck der Konferenz, an der bekannte Pers\u00f6nlichkeiten aus Milit\u00e4r, Diplomatie und dem zivilen Bereich teilgenommen haben, die mit humanit\u00e4ren Aufgaben betraut sind, war es, allgemeine Richtlinien zu erarbeiten, die von den hier t\u00e4tig werdenden Organen zu beachten w\u00e4ren und die Ziele und Ethik dieser Interventionen zu definieren.<\/p>\n<p>Bei dieser Gelegenheit wurden verschiedene bedeutsame Empfehlungen formuliert, die demn\u00e4chst ver\u00f6ffentlicht werden. Ich darf in diesem Zusammenhang an das erinnern, was im Verlauf der Konferenz von der EU-Kommissarin f\u00fcr humanit\u00e4re Angelegenheiten und Krisenbew\u00e4ltigung, Frau Kristalina Georgieva, hervorgehoben worden ist:<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wir ben\u00f6tigen gr\u00f6\u00dfere finanzielle Mittel f\u00fcr die humanit\u00e4re Hilfe, insbesondere von privater Seite und \u00fcber \u00f6ffentlich-private Partnerschaften;<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wir m\u00fcssen die Effizienz der Hilfsleistungen verbessern, indem wir die Kapazit\u00e4ten und damit die Ergebnisse des humanit\u00e4ren Einsatzes steigern. Das bedeutet f\u00fcr alle, besser auf Katastrophen vorbereitet zu sein, die F\u00fchrungsstrukturen und die Einsatzleitung vor Ort zu verbessern, insbesondere die Rolle der Koordinatoren f\u00fcr humanit\u00e4re Hilfseins\u00e4tze der Vereinten Nationen und der in das System der Vereinten Nationen eingebundenen Gruppierungen zu definieren;<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wir m\u00fcssen die politischen Kompetenzbereiche des Katastrophen- und Krisenmanagements \u201eentflechten\u201c,\u00a0 wie die Kommissarin gesagt hat. Die Leute m\u00fcssen aus ihren R\u00fcckzugsr\u00e4umen raus!<\/p>\n<p>Wie wir alle wissen, alle wollen koordinieren, aber keiner will koordiniert werden!\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Dem m\u00f6chte ich auch hinzuf\u00fcgen, was die Generaldirektorin der UNESCO, Frau Irina Bokova, richtig gesagt hat: Nichts bezeugt die Achtung zwischen Nationen besser als die Art und Weise, wie ein Land mit dem kulturellen Erbe eines anderen Landes umgeht. \u00dcbergriffe auf kulturelle Symbole sind Zeichen eskalierender Gewalt. Sie beschleunigen den moralischen Zerfall einer Gesellschaft indem sie die Menschen in dem treffen, was ihnen lieb und wertvoll ist. Die Zerst\u00f6rung der Buddha-Bildnisse im Tal von Bamiyan in Afghanistan und die Verw\u00fcstung der Museen in Kabul und Bagdad sind nur einige Beispiele.<\/p>\n<p>Diese internationale Konferenz, die \u00fcber 400 Diplomaten, Milit\u00e4rs und Vertreter von humanit\u00e4ren Organisationen f\u00fcr zwei Tage am Sitz der UNESCO zusammengef\u00fchrt hat, war ein wesentlicher Beitrag zur Suche nach den Leitlinien, die von den hier Verantwortlichen zu befolgen sind. Dar\u00fcber hinaus wurde die Notwendigkeit offenkundig, ethische Richtlinien f\u00fcr Krisenbew\u00e4ltigung zu definieren und zwar nicht nur f\u00fcr die gro\u00dfen humanit\u00e4ren Hilfseinrichtungen, sondern auch f\u00fcr die Streitkr\u00e4fte, die Politiker, die religi\u00f6sen Autorit\u00e4ten, Unternehmer, Meinungsbildner und f\u00fcr die Zivilgesellschaft ganz allgemein im Krisengebiet.<\/p>\n<p>Ich bin \u00fcberzeugt, dass die L\u00e4nder und Regierungen, die Sie, sehr geehrte Botschafter, vertreten, dabei helfen k\u00f6nnen, \u201eeinen erneuerten globalen Konsens \u00fcber die Aufgaben, Normen und Prinzipien humanit\u00e4rer Hilfe\u201c zu erstellen.<\/p>\n<p>****<\/p>\n<p>Das Jahr 2011 hat auf der internationalen B\u00fchne zu vielen \u00c4nderungen gef\u00fchrt, die sich zum Teil erst in diesem Jahr auswirken werden. Naturkatastrophen,\u00a0 wirtschaftliche Unsicherheiten,\u00a0 politische Ver\u00e4nderungen, aus ethnischer und religi\u00f6ser Verschiedenheit erwachsene Gewaltausbr\u00fcche, deren Zeugen wir in den vergangenen Wochen wieder geworden sind, und eine rasch wachsende Bev\u00f6lkerung fordern mehr denn je ein engeres Zusammenwirken, um im Zeichen menschlicher W\u00fcrde Frieden und Sicherheit unter den V\u00f6lkern herzustellen. Lassen Sie mich mit dem erneuerten Wunsch des Souver\u00e4nen Malteserordens abschlie\u00dfen, die internationale Zusammenarbeit mit Ihren Regierungen und lokalen Einrichtungen weiter zu verst\u00e4rken.<\/p>\n<p>Ich danke Ihnen f\u00fcr die Arbeit, die Sie im Dienst Ihrer L\u00e4nder leisten und schlie\u00dfe indem ich Ihnen, Ihren Angeh\u00f6rigen und den Nationen, die Sie so w\u00fcrdig vertreten, meine besten W\u00fcnsche f\u00fcr das Neue Jahr ausdr\u00fccke.<\/p>\n","news_gallery":"yes","news_gallery_elements":[{"id":29333,"url":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/11_01_2012_03.jpg"},{"id":29328,"url":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/11_01_2012_02.jpg"}]},"news_categories":[{"id":118,"name":"Gro\u00dfmeister News","slug":"grosmeister-news","description":"","link":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/nachrichten-kategorien\/nachrichten\/grosmeister-news\/"},{"id":115,"name":"Nachrichten","slug":"nachrichten","description":"","link":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/nachrichten-kategorien\/nachrichten\/"}],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/notizie\/42914","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/notizie"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/news"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/notizie\/42914\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=42914"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}