{"id":43204,"date":"2017-01-10T16:38:19","date_gmt":"2017-01-10T15:38:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/news\/seine-hoheit-und-eminenz-der-furst-und-grosmeister-fra-matthew-festing-ansprache-an-das-beim-souveranen-malteserordens-akkreditierte-diplomatische-korps-magistralvilla-den-10-januar-2017\/"},"modified":"2023-01-16T15:42:16","modified_gmt":"2023-01-16T14:42:16","slug":"seine-hoheit-und-eminenz-der-furst-und-grosmeister-fra-matthew-festing-ansprache-an-das-beim-souveranen-malteserordens-akkreditierte-diplomatische-korps-magistralvilla-den-10-januar-2017","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/nachrichten\/seine-hoheit-und-eminenz-der-furst-und-grosmeister-fra-matthew-festing-ansprache-an-das-beim-souveranen-malteserordens-akkreditierte-diplomatische-korps-magistralvilla-den-10-januar-2017\/","title":{"rendered":"Seine Hoheit und Eminenz, der F\u00fcrst und Gro\u00dfmeister  Fra\u2019 Matthew Festing Ansprache an das beim Souver\u00e4nen Malteserordens akkreditierte Diplomatische Korps  Magistralvilla, den 10.Januar 2017"},"featured_media":0,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-43204","news","type-news","status-publish","hentry","news_categories-diplomatischen-aktivitaten","news_categories-grosmeister-news","news_categories-nachrichten","news_tags-breaking-de","news_tags-evidence-de"],"acf":{"highlighted":"no","news_cover":{"id":2762,"url":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/gm-speech-03.jpg"},"news_content":"<p><em>Sehr geehrter Doyen, Eure Exzellenzen, vereehrte Damen und Herren,<\/em><\/p>\n<p>Die Begr\u00fc\u00dfungsworte, die ich heute an Sie richte, sind weit mehr als eine Formalit\u00e4t. Der traditionelle Austausch von Neujahrsgr\u00fc\u00dfen zu Beginn eines Arbeitsjahres unterstreicht den Verdienst und die Wertsch\u00e4tzung, die ich Ihnen als Experten f\u00fcr internationale Beziehungen zukommen lassen m\u00f6chte. Diplomatie ist eine wesentliche Komponente des Souver\u00e4nen Malteserordens.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte dem Botschafter der Tschechischen Republik, Pavel Vosalik, f\u00fcr seine freundlichen Worte danken und ich begr\u00fc\u00dfe Sie alle recht herzlich, insbesondere diejenigen Botschafter, die zum ersten Mal an dieser Audienz teilnehmen. Dieses Treffen gibt mir die Gelegenheit, die humanit\u00e4ren Herausforderungen und Aufgaben, denen sich unser Orden im letzten Jahr in so vielen Erdteilen gestellt hat, Revue passieren zu lassen.<\/p>\n<p>Der Orden, der immer vom Glauben an Jesus Christus geleitet wurde, hat auf den unwegsamen Pfaden durch die Menschheitsgeschichte noch nie Zeiten erlebt, in dem seine humanit\u00e4re Arbeit eine so gro\u00dfe Herausforderung dargestellt h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Die Welt steht einer zunehmenden Missachtung der internationalen Menschenrechte gegen\u00fcber. Die willk\u00fcrliche Bombardierung von Schulen und Krankenh\u00e4useren zwingt Millionen Menschen in Kriegsgebieten dazu, ihre Heimat zu verlassen. Im krisengesch\u00fcttelten Aleppo in Syrien, das durch f\u00fcnf Jahre ununterbrochenen B\u00fcrgerkrieg verw\u00fcstet wurde, steigen die Opferzahlen st\u00fcndlich. Diejenigen, die in der Stadt geblieben sind, haben sehr geringe \u00dcberlebenschancen. Diese Kriegsgr\u00e4uel haben zu Vergleichen mit den dunkelsten Kapiteln der neueren Geschichte gef\u00fchrt: Srebrenica, Grozny, Guernica.<\/p>\n<p>Die Regeln der Kriegsf\u00fchrung, die einst in der Genfer Konvention festgeschrieben wurden, werden in Syrien und anderswo systematisch missachtet. Im Jemen und im S\u00fcdsudan gehen weitab der Fernsehkameras die K\u00e4mpfe unvermindert weiter und humanit\u00e4re Prinzipien werden \u00fcber Bord geworfen. Die Mehrheit der Migranten, die in den lybischen Auffanglagern festgehalten werden \u2013 darunter viele Frauen \u2013 wurde gefoltert und ist unterschiedlichsten Formen von Gewalt und Entbehrung ausgesetzt.<\/p>\n<p>Eine dezidierte und radikale neuerliche Bekr\u00e4ftigung der internationalen Menschenrechtsbestimmungen und die F\u00f6rderung derselben sind der Schl\u00fcssel zur L\u00f6sung der Gewalt. Kirchliche Institutionen und Organisationen k\u00f6nnen dabei eine wichtige Rolle spielen. Religionen teilen oft gemeinsame Werte und Prinzipien, die in ihren Glaubenss\u00e4tzen und ihrer Lehre verankert sind.<\/p>\n<p>Das Jahr 2016 war durch geopolitische Krisen und Notsituationen gekennzeichnet, aber auch durch Katastrophen, Kriege, Terroranschl\u00e4ge und Naturkatastrophen. Bei letzteren beziehe ich mich insbesondere auf die heftigen Erdbeben, die Italien w\u00e4hrend des letzten Jahres ersch\u00fcttert haben. Unser Italienisches Nothilfekorps, das milit\u00e4rische Korps des Ordens, reagierte am 24.August wie auch am 30.Oktober bereits wenige Stunden nach der Zerst\u00f6rungswelle, die Mittelitalien heimsuchte. In Amatrice, Norcia, Macerata und anderen erdbebenbetroffenen St\u00e4dten und D\u00f6rfern leisteten Rettungshelfer, Psychologen, und Krankenpflegepersonal Hilfe. Sie boten psychologische Unterst\u00fctzung und verteilten G\u00fcter des t\u00e4glichen Bedarfs an die traumatisierten Erdbebenopfer.<\/p>\n<p>Aber Italien ist auch die B\u00fchne f\u00fcr einen weiteren Ausnahmezustand: hierbei handelt es sich um die Migrationsstr\u00f6me, die seit einigen Jahren Europa durchqueren. Angestiftet von skrupellosen Menschenh\u00e4ndlern riskieren verzweifelte Menschen ihr Leben im Mittelmeer. Es braucht nur wenig, um eine Reise voller Risiken in eine \u00dcberfahrt ohne sichere Ankunft zu verwandeln. Darum arbeitet das Italienische Hilfekorps des Malteserordens seit 2008 auf der Insel Lampedusa. Unsere \u00c4rzte und Krankenschwestern sind darauf spezialisiert, Migranten auf Hoher See zur Hilfe zu kommen und garantieren rund um die Uhr einen hochqualifizierten Einsatz. Allein im Jahr 2016 wurden 31.000 Menschen, die das Mittelmeer \u00fcberquerten, von unseren italienischen Freiwilligen betreut. W\u00e4hrend meines Besuchs im r\u00f6mischen Quirinalspalast bat mich der Pr\u00e4sident der Italienischen Republik, Sergio Mattarella, aufgrund meiner Ausf\u00fchrungen zu unseren bedeutenden Ergebnissen, sein Lob und seine Anerkennung an unsere Freiwilligen weiterzugeben.<\/p>\n<p>Die Italienische Front ist nur eine von vielen Orten, an dem wir die Fl\u00fcchtlingssituation angehen. Dieses globale Problem ist zu den komplexesten und dramatischsten Themen unserer Zeit geworden. Mehr als 65 Millionen Menschen wurden durch Konflikte, Hunger, Diktaturen und religi\u00f6sen Fundamentalismus gezwungen, ihre Heimat zu verlassen und sich in der Hoffnung auf bessere Lebensumst\u00e4nden auf eine gef\u00e4hrliche \u201cReise der Hoffnung\u201d zu begeben. In diesem alarmierenden Szenario ist der Malteserorden mit einem Netzwerk von Assoziationen, Botschaften, Nothilfekorps und Freiwilligen aktiv und bietet Erst- und Nothilfe an. Zudem sorgt er f\u00fcr eine langfristige Projektentwicklung in den Herkunfts-, Transit- und Gastl\u00e4ndern. Viele dieser Interventionen konzentrieren sich auf den Mittleren Osten. Wir stellen unsere Hilfe insbesondere in Syrien, der T\u00fcrkei, dem Libanon und im Irak in Feldlazaretten, medizinischen Zentren und mobilen Kliniken zur Verf\u00fcgen und helfen so etwa 170.000 Verletzten und Kranken. Auf dem afrikanischen Kontinent betreiben wir Hygiene- und Sanit\u00e4rprojekte f\u00fcr 21.000 Fl\u00fcchtlinge und Benachteiligte in der Demokratischen Republik Kongo. Wir verteilen Lebensmittel an Binnenvertriebene im S\u00fcdsudan und in den Fl\u00fcchtlingscamps von Uganda. In Asien laufen Gesundheitsprojekte f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge in Myanmar und Thailand und wir unterst\u00fctzen Fl\u00fcchtlingen auch auf psychosozialem Niveau. In Europa betreuen wir die Opfer des Konflikts in der Ostukraine.<\/p>\n<p>Es w\u00fcrde an dieser Stelle zu weit f\u00fchren, alle einzelnen Projekte zu beschreiben. Ich stelle nur fest, dass unsere Projekte auf dieser \u201cgrenzenlosen Karte der Not\u201d auch viele weitere L\u00e4nder und Regionen erreichen. In diesen Gebieten sind wir in umfangreiche Initiativen involviert, wie z.B. medizinische und soziale Hilfe, die Verteilung von Medikamenten, Lebensmitteln, G\u00fctern des t\u00e4glichen Bedarfs, Schulen f\u00fcr Kinder und Unterst\u00fctzung f\u00fcr behinderte Migranten. Unsere ununterbrochene Arbeit setzt sich auch hinter den Frontlinien fort. Ein anschauliches Beispiel ist das umfassende Netzwerk von 140 Einrichtungen, mit denen der Orden in Deutschland, zusammen mit den Institutionen der L\u00e4nder und Kommunen, die 25 Jahre w\u00e4hrende Hilfe und Integration von Migranten und Fl\u00fcchtlingen fortf\u00fchrt.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Migration ist ein komplexes Ph\u00e4nomen mit vielen Facetten. Wir erleben weltweit momentan eine richtig gehende demographische Revolution. Im Angesicht des st\u00e4ndigen Bev\u00f6lkerungswachstums in Afrika werden wir Zeugen eines stetigen Bev\u00f6lkerungsr\u00fcckgangs in Europa. Was sind die Begleiterscheinungen und worin liegt das Ausma\u00df der Herausforderungen? Nach gemeinsame Strategien zu suchen, um den Herausforderungen zu begegnen und die M\u00f6glichkeiten auszuloten, ist ein Imperativ f\u00fcr die internationale Gemeinschaft.<\/p>\n<p>Wie ich schon k\u00fcrzlich in einem Seminar erw\u00e4hnt habe, das unsere Botschaft im Vatikan organisiert hat, sind es oft die Frauen, die im Kontext der Flucht am st\u00e4rksten leiden. Sie werden h\u00e4ufig versklavt oder zur Prostitution gezwungen und sind auf ihrer t\u00fcckischen Reise in ein anderes Land k\u00f6rperlicher oder psychologischer Gewalt ausgesetzt.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Die Erfolge im Zusammenhang mit dem Migrationsph\u00e4nomens sollten uns nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass es auch um uns herum Armut umgibt. W\u00e4hrend des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit hat unser Orden mit Hilfe des Gro\u00dfpriorats von Rom seine Hilfe und solidarischen Bem\u00fchungen auf der Stra\u00dfe, an den Tafeln und in den Sozialeinrichtungen der Stadt sowie den etablierten Suppenk\u00fcchen der Armen verst\u00e4rkt. Hier die aktuellen Jahreszahlen: Es wurden 210.000 Mahlzeiten f\u00fcr mehr als 11.000 Menschen angeboten und rund 3.000 Tonnen Essen verteilt. Dazu kam die medizinische Versorgung und Unterst\u00fctzung f\u00fcr Familien in Schwierigkeiten.<\/p>\n<p>Wie Sie wissen, erstrecken sich die Aktivit\u00e4ten des Ordens auf 120 L\u00e4nder in extrem unterschiedlichen Kontexten: Die Projekte reichen von medizinischen Programmen bis zur Wasserversorgung, von der Behindertenarbeit bis zum Krankenhausdienst. Das Krankenhaus zur Heiligen Familien in Bethlehem im Herzen eines konfliktreichen Landes ist f\u00fcr Tausende von Schwangeren und Neugeborenen verschiedener Ethnien und Religionen ein Hoffnungsschimmer. Dank des \u201cOrdre de Malte France\u201d und der Unterst\u00fctzung verschiedener Regierungen und Hilfsorganisationen laufen im Krankenhaus spezielle Programme, um werdende M\u00fctter vor einer der Zivilisationskrankheiten des Jahrhunderts zu sch\u00fctzen: Diabetes. Die Krankheit ist in L\u00e4ndern mit geringem Einkommen ohne Diagnose- und Behandlungsm\u00f6glichkeiten ein sog. \u201cstiller Killer\u201d. Ich m\u00f6chte auch auf die Aufkl\u00e4rungskampagne zum Zika-Virus hinweisen, die von Malteser International, unserem weltweiten Hilfswerk, in Kolumbien unterst\u00fctzt wurde. Im Krankenhaus \u201cSt. Jean de Malte\u201d in Njomb\u00e9 (Kamerun), betreibt der Orden ein Programm f\u00fcr Malaria- und Aidspatienten. Ich werde Ende Januar zu einem Staatsbesuch in Kamerun sein und freue mich schon darauf, mir ein pers\u00f6nliches Bild \u00fcber unsere Arbeit im Land zu machen.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Das ausgehende Jahr war auch f\u00fcr die diplomatischen Aktivit\u00e4ten, die an den Status des Ordens gebunden sind, bedeutsam. Mit unserer Teilnahme am Humanit\u00e4ren Weltgipfel, der auf Initiative des Generalsekret\u00e4rs der Vereinten Nationen in Istanbul stattfand, unterstrich der Beitrag des Ordens die Wichtigkeit von kirchlichen Institutionen und Organisationen bei der humanit\u00e4ren Hilfe. Wir machten hier deutlich, dass die zuverl\u00e4ssigsten Hilfeleistenden f\u00fcr die lokale Bev\u00f6lkerung in Krisensituationen oft kirchliche Organisationen sind. Aus diesen Gr\u00fcnden fordern wir einen st\u00e4rkeren inter-religi\u00f6sen Dialog, um den Opfern in diesen Situationen helfen zu k\u00f6nnen. Es ist nicht nur eine Hoffnung, sondern eine echte M\u00f6glichkeit, neue Regeln des Zusammenlebens und mehr Selbstlosigkeit f\u00fcr unsere Zeit zu schaffen, die durch Terrorismus und Konflikte traumatisiert ist. Wir sind aufmerksame Gespr\u00e4chspartner f\u00fcr all diejenigen, die diese \u00dcberzeugung teilen. Im Februar haben wir dies in einer Reihe von Gespr\u00e4chen mit F\u00fchrungskr\u00e4ften der Europ\u00e4ischen Union bewiesen, bei denen wir uns auf die Fl\u00fcchtlingskrise konzentrierten. Im September nahm der Malteserorden dann an der 71sten hochrangigen Generalkonferenz der Vereinten Nationen zum Thema Migration teil.<\/p>\n<p>In der ersten Jahresh\u00e4lfte fand ein strategisches Treffen zwischen hochrangigen F\u00fchrungskr\u00e4ften und Vertretern der libyschen Regierung und des Parlaments in der Magistralvilla statt. Hier diskutierten wir mit Delegierten der UN und der EU \u00fcber die gro\u00dfen Unbekannten wie Fl\u00fcchtlingskrise, Menschenhandel und die Infiltration von extremistischen Milizen, die mit Daesh in Kontakt stehen. Die Zukunft Libyens als einem strategischen Kreuzungspunkt der Migrationsrouten, die Stabilit\u00e4t des politischen Normalisierungsprozesses, der mit der Amtseinsetzung des Premiers Al Sarraj begonnen wurde, ist mit der L\u00f6sung dieser Unsicherheiten verbunden. Der Beweis f\u00fcr die Wichtigkeit des gemeinsamen Handelns der Staaten und Institutionen bei der L\u00f6sung von gr\u00f6\u00dferen Notsituationen ist die Operation \u201cSophie\u201d. Sie stellt eine europ\u00e4ische Mission dar, die 2015 lanciert wurde, um Menschenschmuggel und -handel entlang der Migrationsrouten von Libyen aus zu unterbinden. Eine Delegation des Ordens besuchte den Flugzeugtr\u00e4ger Garibaldi, das Flaggschiff der Operation Sophia.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Auf institutioneller Ebene gab es w\u00e4hrend der letzten Jahre sowohl innerhalb als auch au\u00dferhalb des Malteserordens exzellente Gespr\u00e4chsm\u00f6glichkeiten. Auftakt waren die jeweiligen Regionaltreffen im Verlauf des Jahres 2016: Die Mesoamerikanische Konferenz in Panama im Februar, die internationale Konferenz der Hospitaller auf Malta im M\u00e4rz und zwei Konferenzen im Herbst: das Zusammentreffen der zentral- und osteurop\u00e4ischen Organisationen und Botschaften des Ordens in Vilnius und die Asien-Pazifik-Konferenz in Seoul.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Die internationalen Beziehungen des Ordens zog auch die Unterzeichnung bedeutender Kooperationsabkommen nach sich: mit der Republik Albanien wurde ein Vertrag \u00fcber gemeinsame Projekte im Klinik- und Erziehungswesen sowie f\u00fcr den Zivilschutz ratifiziert; au\u00dferdem entstand ein Abkommen \u00fcber die medizinische Weiterbildung und die fachliche Unterst\u00fctzung zwischen dem r\u00f6mischen Kinderkrankenhaus \u201cBambino Ges\u00f9\u201d, das zum Heiligen Stuhl geh\u00f6rt, und dem Krankenhaus zur Heiligen Familie in Bethlehem. Zwei weitere wichtige Kooperationsabkommen wurden mit Gabun und Wei\u00dfrussland unterzeichnet.<\/p>\n<p>Die bilateralen Beziehungen betreffend hatte ich eine Reihe an offiziellen Staatsbesuchen, die es mir dank Ihrer fruchtbaren Zusammenarbeit erm\u00f6glichten, die Beziehungen und Kooperationen mit verschieden L\u00e4ndern zu intensivieren und medizinische und humanit\u00e4re Hilfe zu leisten. Mein Besuch beim italienischen Staatspr\u00e4sidenten bat uns die Gelegenheit zu einer tiefergreifenden Analyse der internationalen Krisengebiete. Im Februar stand mir auf meiner Reise nach Mittelamerika ein intensives Programm an Staatsbesuchen in El Salvador, Honduras und Panama bevor. Bei Gespr\u00e4chen mit den Institutionen vor Ort, war ich dankbar, die Wichtigkeit von weiteren Synergien im Bereich des Gesundheitswesens, der Sozialhilfe und des Katastrophenschutzes im Zusammenhang mit dem Klimaschutz geltend machen zu k\u00f6nnen. Das gesamte Jahr \u00fcber hatte ich bei Staatsbesuchen im Magistralpalast konstruktive Treffen mit dem Pr\u00e4sident von Costa Rica, Luis Guillermo Sol\u00eds, dem slowenischen Pr\u00e4sident, Borut Pahor, und mit dem Pr\u00e4sident von Albanien, Bujar Nishani. Mein Staatsbesuch in Armenien beinhaltete Gespr\u00e4che mit dem Pr\u00e4sidenten Serzh Sargsyan und ein freundschaftliches Zusammentreffen mit dem Patriarchen Karekin II.<\/p>\n<p>Der Orden half mir, im Vatikan eine internationale Tagung zur Behandlung von Menschen zu organisieren, die unter Morbus Hansen (Lepra) leiden. Dies ist ein traditionelles Anliegen des Ordens. Wir waren Gastgeber f\u00fcr die Delegierten des \u201cTransatlantic Policy Networks\u201d zum Thema Religion und Diplomatie, ein Komittee, das sich aus hochrangigen Vertretern der europ\u00e4ischen, amerikanischen und kanadischen Regierungen zusammensetzt und die Verbindungen zwischen Religion und internationalen Beziehungen analysiert.<\/p>\n<p>Ich kann meinen Exkurs nicht abschlie\u00dfen, ohne das Jubil\u00e4um der Barmherzigkeit zu erw\u00e4hnen, das eine einzigartige Gelegenheit zur spirituellen Weiterentwicklung f\u00fcr die gesamte katholische Welt darstellte. Wie Papst Franziskus in seiner Enzyklika Lumen Fidei schreibt: \u201eDas Leiden erinnert uns daran, dass der Dienst des Glaubens am Gemeinwohl immer ein Dienst der Hoffnung ist&#8230;\u201c Vielen von uns verlangte dieses Hoffnungsversprechen eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Kraftanstrengung zugunsten der Pilger ab, die w\u00e4hrend dieses au\u00dfergew\u00f6hnlichen Heiligen Jahres aus der ganzen Welt nach Rom kamen. 1.800 Freiwillige des Ordens wechselten sich t\u00e4glich in den Erste-Hilfe-Posten ab, die in den vier Basiliken eingerichtet worden waren. Glaube und Fr\u00f6mmigkeit standen auch im September im Mittelpunkt, als sich 120.000 Menschen auf dem Petersplatz dr\u00e4ngten, um der Kanonisierung von Mutter Theresa von Kalkutta beizuwohnen. Ihr Beispiel f\u00fcr einen unerm\u00fcdlichen Dienst an den Bed\u00fcrftigen ist eine Inspiration f\u00fcr den gesamten Freiwilligen-Dienst. Um mit den Worten dieser gro\u00dfen Interpretin der christlichen Wohlfahrt zu sprechen: \u201eEs geht nicht darum, wieviel wir tun, sondern wieviel Liebe wir in unser Handeln einflie\u00dfen lassen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Liebe Botschafter,<\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich des Jahreswechsel m\u00f6chte ich Ihnen daf\u00fcr danken, dass Sie das humanit\u00e4re Engagement des Souver\u00e4nen Maltesersordens f\u00f6rdern. Einer meiner illustren Landsleute, der seliggesprochene Kardinal John Henry Newman, beschrieb dieser alterw\u00fcrdige Institution so: \u201eGott erschuf mich, um Ihm einen eindeutigen Dienst zu erweisen&#8230; Ich habe eine Mission&#8230; Ich bin ein Glied in einer Kette, ein Bindglied zwischen Personen&#8230; Ich soll Gutes tun. Ich soll Seine Arbeit tun.\u201c<\/p>\n<p>So lange wie Schmerz und Leid auf dem menschlichen Leidensweg existieren, sollen wir versuchen diese zu bek\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte Ihnen allen, Ihren Familien und den Nationen, die Sie repr\u00e4sentieren, meine besten W\u00fcnsche f\u00fcr 2017 \u00fcbermitteln. M\u00f6ge dieses Jahr reich an spiritueller Gnade sein, so dass Frieden und Gnade als Zeichen der Hoffnung f\u00fcr all diejenigen, die Sie heute hier repr\u00e4sentieren, wachsen k\u00f6nnen.<\/p>\n","news_gallery":"yes","news_excerpt":"Die Begr\u00fc\u00dfungsworte, die ich heute an Sie richte, sind weit mehr als eine Formalit\u00e4t. 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