{"id":43266,"date":"2009-01-09T08:00:00","date_gmt":"2009-01-09T07:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/news\/die-ansprache-des-grossmeisters-an-das-diplomatische-korps-4\/"},"modified":"2009-01-09T16:58:24","modified_gmt":"2009-01-09T15:58:24","slug":"die-ansprache-des-grossmeisters-an-das-diplomatische-korps-4","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/nachrichten\/die-ansprache-des-grossmeisters-an-das-diplomatische-korps-4\/","title":{"rendered":"Die ansprache des Grossmeisters an das diplomatische korps"},"featured_media":0,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-43266","news","type-news","status-publish","hentry","news_categories-grosmeister-news","news_categories-nachrichten"],"acf":{"highlighted":"no","news_cover":{"id":27650,"url":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/2009.01.09-edited-Address-of-the-Grand-Master-to-the-diplomatic-corps_00125.jpg"},"news_content":"<p>Der Gro\u00dfmeister des Malteserordens, Fra\u2019 Matthew Festing, hat die Botschafter der 102 beim Orden akkreditierten L\u00e4nder zum traditionellen Neujahrsempfang empfangen. Der Empfang hat in der Magistralvilla des Ordens in Rom stattgefunden.<\/p>\n<p>Die Ansprache des Gro\u00dfmeisters<\/p>\n<p>Sehr geehrter Doyen, Exzellenzen, meine Damen, meine Herren,<\/p>\n<p>ich freue mich ganz besonders, heute die Mitglieder des beim Orden akkreditierten diplomatischen Korps anl\u00e4sslich des traditionellen gegenseitigen Gl\u00fcckwunschaustauschs zum Jahresbeginn empfangen zu k\u00f6nnen, wie dies stets auch meine Vorg\u00e4nger gehalten haben.<\/p>\n<p>Lassen Sie mich zun\u00e4chst ein tief empfundenes Wort des Dankes sagen f\u00fcr die liebensw\u00fcrdigen Worte, die der Botschafter von Honduras, S. Exz. Valladares Lanza, als Doyen namens des diplomatischen Korps an mich gerichtet hat. Ich darf ihn zugleich begl\u00fcckw\u00fcnschen zu seiner Ernennung als Doyen des diplomatischen Korps beim Heiligen Stuhl.<\/p>\n<p>(Fra\u2019 Andrew Bertie)<\/p>\n<p>Im Namen des Ordens m\u00f6chte ich danken f\u00fcr die einf\u00fchlsamen Beileidsbekundungen anl\u00e4sslich des Ablebens unseres Gro\u00dfmeisters Fra\u2019 Andrew Bertie. Mit Ihren Worten und Briefen haben Sie an die einpr\u00e4gsamen Zeichen erinnert, die er uns in der Welt hinterlassen hat.<\/p>\n<p>S. H. und E. Andrew Bertie, Gro\u00dfmeister des Souver\u00e4nen Malteserordens, wird in der Geschichte des Ordens als F\u00fcrst und Gro\u00dfmeister verewigt bleiben, der es verstanden hat, dem Orden die Kraft und den Willen zur Verfolgung der Ideale und Ziele zu verleihen, die seit Jahrhunderten seiner Identit\u00e4t und Berufung entsprechen: aus dem Glauben heraus, den Notleidenden, Kranken und Armen zu helfen. Fra\u2019 Andrew hat sich durch seine heiligm\u00e4\u00dfige Pers\u00f6nlichkeit mit gro\u00dfer Demut in den Orden eingebracht.<\/p>\n<p>Nach einer in der benediktinischen Tradition erfahrenen Ausbildung wurde er zun\u00e4chst Lehrer. 1981 legte er die feierliche Gel\u00fcbde als Professritter ab. Nach mehreren Jahren in Rom und im Dienst des Souver\u00e4nen Rates seit 1981, wurde er 1988 zum 78. Gro\u00dfmeister gew\u00e4hlt. Dies war ein gl\u00fcckliches Ereignis in seinem Leben und auch, so meine ich, in der beinahe tausendj\u00e4hrigen Geschichte unseres Ordens.<\/p>\n<p>Fra\u2019 Andrew hat aktiv an Diskussionen teilgenommen, seinen Gespr\u00e4chspartnern dabei aber stets den Raum zum Ausdruck eigener Meinung und \u00dcberlegung belassen und damit eine Atmosph\u00e4re herzlichen Gedankenaustausches geschaffen. Seine umfassende Bildung und seine Vielsprachigkeit waren die Grundlage f\u00fcr offenen Dialog und Meinungsaustausch \u00fcber das Tagegeschehen in der Welt. Was vielen von uns stets in Erinnerung bleiben wird, war seine im Glauben begr\u00fcndete Charakterfestigkeit und seine tiefe Spiritualit\u00e4t.<\/p>\n<p>Als Gro\u00dfmeister hat er es verstanden, in diesen schwierigen Zeiten der europ\u00e4ischen Geschichte Klugheit mit W\u00fcrde und Autorit\u00e4t zu vereinen. Er hat gegen S\u00e4kularismus und Relativismus gek\u00e4mpft, er ist f\u00fcr den Erhalt des in besonderer Weise global ausgerichteten Charakters unseres altehrw\u00fcrdigen religi\u00f6sen Ordens eingetreten, damit dieser als religi\u00f6ser Laienorden anerkannt werde, zugleich aber auch als Subjekt des V\u00f6lkerrechts unabh\u00e4ngig bleibe. Auf diese Weise hat er die Stimme des Ordens, seine moralische St\u00e4rke und seine humanit\u00e4ren Werke an die Seite der r\u00f6misch katholischen Kirche gestellt.<\/p>\n<p>Noch einmal m\u00f6chte ich Ihnen, Exzellenzen, danken f\u00fcr die Wertsch\u00e4tzung und den Respekt, die sie ihm w\u00e4hrend seiner langen Zeit als Gro\u00dfmeister erwiesen haben und f\u00fcr die Feinf\u00fchligkeit mit der sie ihm in seinen letzten Tagen begegnet sind. Wir waren ber\u00fchrt von der gro\u00dfen Zahl der Beileidsbekundungen in unserer Kirche auf dem Aventin. Ich danke ferner all jenen, die an dem vom Kardinalpatron des Ordens, S. Em. Kardinal LAGHI, im engeren Kreis zelebrierten Begr\u00e4bnis teilgenommen haben sowie am feierlichen Staatsbegr\u00e4bnis, das von S. Em. Kardinal SODANO in Anwesenheit des Pr\u00e4sidenten der Republik, S. Exz. Giorgio NAPOLITANO, zahlreicher W\u00fcrdentr\u00e4ger und \u00fcber 80 offizieller diplomatischer Delegationen aus allen Teilen der Welt zelebriert worden ist.<\/p>\n<p>(Was der Orden in j\u00fcngster Zeit erreicht hat)<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte einige der wichtigsten Ergebnisse hervorheben, die der Orden im Verlaufe des Jahres 2008 erreicht hat:<\/p>\n<p>\u2013 In Georgien, wo der Krieg im vergangenen August \u00fcber 100.000 Menschen zur Flucht gezwungen hat. Dank einer vom polnischen Pr\u00e4sidenten bereit gestellten Sondermaschine konnte die polnische Assoziation des Ordens mit Unterst\u00fctzung unseres Botschafters in Polen und unseres Charg\u00e9 d\u00b4affaires in Tiflis ab dem 14. August freiwillige Helfer, Lebensmittel, Medikamente und medizinische Ausr\u00fcstung in das Land bringen. F\u00fcr drei Wochen konnte so ein Team von acht \u00c4rzten des Ordens in den sechs Fl\u00fcchtlingslagern in der Umgebung der Stadt Gori helfen und in einer in der N\u00e4he der Botschaft des Malteserordens gelegenen Schule ein Krankenhaus einrichten. Mit den Spenden des Gro\u00dfmagisteriums, der Gro\u00dfpriorate und der nationalen Assoziationen des Ordens wurde der Erwerb von Medikamenten, Lebensmittel und notwendiger Gebrauchsg\u00fcter finanziert.<\/p>\n<p>\u2013 In Myanmar, wo wir seit 2001 pr\u00e4sent sind.<\/p>\n<p>Das internationale Hilfskorps des Malteserordens, Malteser International, war unter den ersten, die Anfang Mai 2008 den Opfern des verheerenden Wirbelsturms Nargis zu Hilfe kamen, der \u00fcber eineinhalb Millionen Obdachlose verursacht hatte. Malteser International hat medizinische Ausr\u00fcstung und Trinkwasser sowie f\u00fcr \u00fcber 100.000 Menschen dringend ben\u00f6tigte Bedarfsartikel, wie Seife, Decken, Geschirr und M\u00fcckennetze, geliefert. Malteser International hat die Rolle des logistischen Bezugspunktes f\u00fcr die internationale katholische Hilfe \u00fcbernommen. Malteser International ist weiterhin damit befasst, medizinische Zentren und Schulen einzurichten, Teiche und Brunnen zu sanieren und Beh\u00e4lter zum R\u00fcckhalt von Regenwasser zu bauen. Dar\u00fcber hinaus leisten besonders ausgebildete Berater den \u00dcberlebenden psychologischen und sozialen Beistand bei der Bew\u00e4ltigung von Trauer \u00fcber den Verlust von Angeh\u00f6rigen und Freunden. Die Arbeit geht weiter.<\/p>\n<p>\u2013 In der Demokratischen Republik des Kongo, ein Land das seit vielen Jahren von B\u00fcrgerkriegen verw\u00fcstet wird mit un\u00fcbersehbaren Fl\u00fcchtlinsstr\u00f6men, k\u00fcmmert sich der Orden vor allem um die Verteilung von Lebensmittel und Medikamenten und leistet psychologische Hilfe. In den vergangenen Monaten hat der Orden \u00fcber 1.000 Tonnen Lebensmittel an \u00fcber 6.000 Familien verteilt, die durch die kriegerischen Auseinandersetzungen in Nord-Kivu, in der Region von Bukavu, fl\u00fcchten mussten. Im Landesinneren mussten dar\u00fcber hinaus \u00fcber 30.000 Menschen ihre Heimat verlassen. Die Hilfe wird vom Weltern\u00e4hrungsprogramm finanziert. Malteser International hat mit der Registrierung von Fl\u00fcchtlingen begonnen, die traumatische Erlebnisse durchgemacht haben, wie vergewaltigte Frauen, Menschen, die gezwungen wurden an Massakern und Exekutionen teilzunehmen, Familien, die gewaltsam auseinander gerissen worden sind. Wir hoffen, uns in den kommenden Monaten noch st\u00e4rker einsetzen zu k\u00f6nnen und wollen versuchen, m\u00f6glichst nahe an die n\u00f6rdlichen Konfliktzonen heranzukommen.<\/p>\n<p>\u2013 In Bethlehem, hat sich unser Krankenhaus der Heiligen Familie in den letzten Jahren zum wichtigsten Geburtshilfe- und Kinderbetreuungszentrum in der Region entwickelt. Seit 1990 bis heute sind dort 44.000 Kinder zur Welt gekommen, zum \u00fcberwiegenden Teil muslimischer Religion. 2002 waren es noch 37% der Geburten in der Region und 2008 bereits 67%. Risikogeburten werden derzeit zu 100% in unserem Krankenhaus durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>\u2013 In Deutschland, hat der Malteserorden zum ersten Mal in seiner Geschichte in der N\u00e4he von D\u00fcsseldorf eine Schule erworben, von dem Orden der Oblaten. Ein Gymnasium mit 1.300 Sch\u00fclern und 75 Lehrkr\u00e4ften. F\u00fcr den Orden handelt es sich um ein neues Engagement zur Ausbildung der kommenden Generationen nach den Grunds\u00e4tzen der katholischen Morallehre.<\/p>\n<p>Unsere deutsche Assoziation hat au\u00dferdem auch die Ehre erfahren, mit dem angesehenen Preis des Westf\u00e4lischen Friedens ausgezeichnet zu werden, in Anerkennung des selbstlosen Einsatzes ihrer \u0084Jugendgruppe\u0093 f\u00fcr behinderte Jugendliche in Kriegs- und Krisengebieten. Die Jugendgruppe organisiert im Libanon und Jordanien Ferienlager f\u00fcr Waisenkinder und behinderte Jugendliche.<\/p>\n<p>\u2013 In der Welt, in der die Wirtschaftskrise und die moralische Krise allen Sorgen bereitet. Auch wenn der wirtschaftliche Globalisierungsprozess der zur\u00fcckliegenden zwanzig Jahre vielen L\u00e4ndern und V\u00f6lkern in der Welt sp\u00fcrbare Verbesserungen gebracht hat, so befinden wir uns jetzt doch in einer schweren Wirtschafts- und Finanzkrise. Eine Krise, die sich rasch in aller Welt ausbreitet und von der u. a. insbesondere auch die weniger entwickelten L\u00e4nder betroffen sind. Vor allem in diesen L\u00e4ndern, in deren \u00e4rmsten und schw\u00e4chsten sozialen Schichten, werden wir die negativen Auswirkungen dieser Krise sehen. Wir werden uns der internationalen Gemeinschaft anschlie\u00dfen und alle M\u00f6glichkeiten der Kooperation nutzen, um den Notleidenden zu helfen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Zahl der bewaffneten Auseinandersetzungen weiter zunimmt, nimmt gleichzeitig die Achtung vor den Menschenrechten ab. Wie erst k\u00fcrzlich vom internationalen Institut f\u00fcr Menschenrechte in San Remo mitgeteilt, werden die Bestimmungen der Genfer Konvention in vielen Teilen der Welt l\u00e4ngst nicht mehr beachtet. Die Missachtung dieser Grunds\u00e4tze erfolgt ganz bewusst. Die Gewalt gegen Frauen ist zu einem Kampfmittel geworden, die Zivilisten, vor allem Frauen und Kinder, sind Opfer von Soldatenbanden und Rebellen. Der Zugang zu humanit\u00e4rer Hilfe wird der leidenden Bev\u00f6lkerung h\u00e4ufig verwehrt. Dagegen m\u00fcssen wir uns \u00e4u\u00dfern und gemeinsam gegen diese Verbrechen und gegen die Verletzung der Menschenrechte vorgehen.<\/p>\n<p>(Beziehungen zu Italien)<\/p>\n<p>Hervorheben m\u00f6chte ich die fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Italien und dem Malteserorden. Unsere hervorragenden bilateralen Beziehungen wurden nicht nur best\u00e4tigt durch meinen k\u00fcrzlich erfolgten Besuch beim Pr\u00e4sidenten der Republik, S. Exz. Giorgio NAPOLITANO, im Quirinalpalast und den Besuch des Senatspr\u00e4sidenten, S. Exz. Renato SCHIFANI, im Magistralpalast, sondern auch durch zahlreiche bilaterale Vereinbarungen und gemeinsame Initiativen, die wir \u00fcber die italienische Assoziation und unser milit\u00e4risches Einsatzkorps im Gesundheits- und Krankenhauswesen entwickeln. Erlauben Sie mir, hier auch noch einmal unseren gegenseitigen Botschaftern besonders zu danken.<\/p>\n<p>Besonders stolz bin ich \u00fcber das, was der italienische Hilfsdienst des Ordens derzeit in Zusammenarbeit mit der italienischen K\u00fcstenwache bewirkt. Wir arbeiten zusammen bei der Versorgung der Immigranten in der Meerenge von Sizilien. Am 11. und 12. Oktober war ich auf der Insel Lampedusa, um mit den Offizieren und Mannschaften der italienischen K\u00fcstenwache zu sprechen, die mit den \u00c4rzten und freiwilligen Helfern des italienischen Hilfsdienstes des Malteserordens zusammenarbeiten. Seit 2008 haben sie \u00fcber 2.500 Immigranten auf den Bootseinheiten der K\u00fcstenwache medizinisch versorgt, zahlreiche Kinder, darunter Neugeborene, und schwangere Frauen. Bei den am h\u00e4ufigsten zu behandelnden Krankheiten handelt es sich um F\u00e4lle von Dehydrierung und Unterern\u00e4hrung, Verbrennungen, Hitzschlag und offene Wunden unterschiedlicher Ursache.<\/p>\n<p>Es handelt sich um einen noblen, sch\u00f6nen aber auch schwierigen Auftrag im Mittelmeer. Dank der italienischen Marine und der K\u00fcstenwache ist der Malteserorden damit in der Lage, seinen historischen Auftrag im Mittelmeer fortzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>(Beziehungen mit dem Heiligen Stuhl)<\/p>\n<p>Dankbar m\u00f6chte ich die Beziehungen hervorheben, die wir mit dem Heiligen Stuhl unterhalten. Die traditionelle j\u00e4hrliche Audienz, die Seine Heiligkeit Papst Benedikt XVI. am Festtag des Hl. Johannes des T\u00e4ufers, des Ordenspatrons, der Ordensregierung gew\u00e4hrt, wissen wir besonders zu sch\u00e4tzen. Mit dem Heiligen Vater teilen wir den Wunsch, Berufungen f\u00fcr unseren Orden zu gewinnen, insbesondere Oboedienzritter, unsere k\u00fcnftigen Professritter, und junge Ordensmitglieder. Er hat uns hier Mut zugesprochen wie auch f\u00fcr unsere Aktivit\u00e4ten im Mittleren Osten.<\/p>\n<p>Betonen m\u00f6chte ich auch unsere hervorragenden Beziehungen zu den Inhabern der h\u00f6chsten \u00c4mter in der kirchlichen Hierarchie des Heiligen Stuhls. Besonders dankbar bin S. Em. dem<\/p>\n<p>Kardinalstaatssekret\u00e4r f\u00fcr den aufmunternden Zuspruch, den er mir und dem Gro\u00dfmagisterium zu meiner Wahl im M\u00e4rz des vergangenen Jahres erwiesen hat. Danken will ich auch den Apostolischen Nuntien, mit denen unsere Botschaften in zahlreichen Ihrer L\u00e4nder so erfolgreich zusammenarbeiten.<\/p>\n<p>Ein auch von der Symbolik her bedeutsames Beispiel f\u00fcr diese guten Beziehungen ist die Unterzeichnung des Postabkommens \u2013 des 53. \u2013 zwischen dem Vatikanstaat und der Magistralpost. Das ist ein historisches Ereignis f\u00fcr unseren beidseitigen Postdienste, das uns gemeinsam die M\u00f6glichkeit er\u00f6ffnet, gemeinsam definierte humanit\u00e4re Aktionen zu finanzieren. F\u00fcr diesen Vertrauenserweis in unsere k\u00fcnftige Zusammenarbeit m\u00f6chte ich S. Em. dem Vorsitzenden des Kardinalstaatssekretariats besonders danken.<\/p>\n<p>Ein weiteres Beispiel f\u00fcr diese Beziehungen ist die Finanzierung von Stipendien f\u00fcr junge russische und wei\u00dfrussische orthodoxe Priester, die von ihren jeweiligen Patriarchaten zur Vollendung ihrer theologischen Studien nach Rom entsandt werden. M\u00f6glich ist das in Zusammenarbeit mit dem p\u00e4pstlichen Rat f\u00fcr die Einheit der Christen.<\/p>\n<p>(Diplomatische Beziehungen)<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte zun\u00e4chst die Botschafter von Serbien, Ecuador, Guatemala, der Ukraine und \u00c4gypten herzlich willkommen hei\u00dfen, die heute zum ersten Mal an diesem Empfang teilnehmen. Unsere rechtlichen Beziehung konnten in den vergangenen 12 Monaten weiter ausgebaut werden. Der Souver\u00e4ne Malteserorden unterh\u00e4lt heute diplomatische Beziehungen mit 102 Staaten. Hinzugekommen sind in letzter Zeit die Ukraine, die Bahamas und Sierra Leone. Offizielle Beziehungen wurden zu Kanada aufgenommen, eine f\u00fcr beide Seiten erfreuliche Entwicklung.<\/p>\n<p>2008 konnten wir zu offiziellen Besuchen die Pr\u00e4sidenten von Rum\u00e4nien, Albanien, Ost-Timor begr\u00fc\u00dfen sowie den stellvertretenden Premierminister von Bulgarien und die Au\u00dfenminister der Slowakei, von Wei\u00dfrussland und Ungarn. Erlauben Sie mir, auch den h\u00f6flichen Besuch des Gro\u00dfherzogs und der Gro\u00dfherzogin von Luxemburg bei dem vorangegangenen Gro\u00dfmeister zu erw\u00e4hnen, wenige Tage vor dessen Ableben. Ich m\u00f6chte den Mut des Gro\u00dfherzogs hervorheben, der sich geweigert hat, die Gesetzesvorlage seines Landes zur Legalisierung der Euthanasie zu unterzeichnen. Ich bewundere seine Entscheidung.<\/p>\n<p>Seit meiner Wahl bin ich zu Staatsbesuchen nach Lettland und Kroatien eingeladen worden, deren Pr\u00e4sidenten ich getroffen habe. Ich nehme die Gelegenheit wahr, den jeweiligen Botschaftern noch einmal zu danken f\u00fcr die umsichtige Organisation dieser Besuche. Au\u00dferdem wurde eine vom Gro\u00dfkanzler gef\u00fchrte Delegation des Ordens nach Litauen eingeladen und hatte die Ehre, offiziell vom Pr\u00e4sidenten des Landes empfangen zu werden.<\/p>\n<p>Wir sehen uns ermutigt durch die dabei erreichten Ergebnisse und w\u00fcnschen uns eine Fortf\u00fchrung dieses Dialogs.<\/p>\n<p>Wir hatten auch die Freude, den 62. Pr\u00e4sidenten der Vollversammlung der Vereinten Nationen, Dr. Kerim, zu begegnen, dem wir darlegen konnten, wie wichtig f\u00fcr den Orden die multilaterale Diplomatie ist, die den Frieden durch Dialog zwischen den Nationen f\u00f6rdert. Wir konnten ihm unsere volle Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Arbeit der Vereinten Nationen zusichern.<\/p>\n<p>Unter der Leitung meines Vorg\u00e4ngers und mit Unterst\u00fctzung durch Italien hat der Orden 1994 den Status eines st\u00e4ndigen Beobachters bei der UNO erhalten und unterh\u00e4lt seither st\u00e4ndige Missionen in New York, Genf, Rom, Wien und Paris.<\/p>\n<p>(Zukunft)<\/p>\n<p>Wir hoffen, weiterhin in unserem spirituellen Auftrag als Hospitalritter fortfahren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Unsere Mission ist die gleiche wie im XI Jahrhundert: Dienst an den Armen und Kranken. Wir wollen auch am Dialog zwischen den Kulturen teilnehmen, wie dies Papst Benedikt XVI. empfohlen hat.<\/p>\n<p>Das weite und wachsende diplomatische Netz des Ordens ist das Ergebnis des Vertrauens und der Anerkennung des internationalen, neutralen und unpolitischen Status des Ordens seitens Ihrer Regierungen. Wir sehen uns ermutigt durch dieses Vertrauen und diese besondere Anerkennung, die es uns erm\u00f6glicht, weltweit in L\u00e4ndern unterschiedlicher Ethnie und religi\u00f6ser Tradition t\u00e4tig zu sein. Gerne werden wir mit Ihnen weiter zusammenarbeiten, im Interesse der Armen und Kranken, wo immer es notwendig ist.<\/p>\n<p>Dieser besondere Status gibt uns auch die M\u00f6glichkeit, humanit\u00e4re Hilfe zu leisten oder bei kriegerischen Auseinandersetzung, sei es internationaler oder landesinnerer Art, zu vermitteln, sofern nur den humanit\u00e4ren Helfern Sicherheit und Schutz nach der Genfer Konvention gew\u00e4hrt wird. Hilfe, Wiederaufbau, Vers\u00f6hnung und Bewahrung des Friedens gehen gleichwertig einher und beginnen h\u00e4ufig mit kleinen Schritten.<\/p>\n<p>Wir sind eine vergleichsweise bescheidene Einheit in einer weiten und komplexen Welt. Wir wissen aber, dass Sie uns wegen der Loyalit\u00e4t und Integrit\u00e4t unserer Ziele vertrauensvoll begegnen. In wenigen Tagen werde ich eine internationale Tagung leiten, an der die Spitzen unseres Ordens teilnehmen werden. Zusammen mit 400 Delegierten aus allen f\u00fcnf Kontinenten, werde ich den Auftrag des Ordens und unsere Spiritualit\u00e4t zur Diskussion stellen. Ich werde darauf hinweisen, wie wertvoll uns die Zusammenarbeit mit Ihnen und Ihren Regierungen ist und ich werde dazu auffordern, neue Wege der Zusammenarbeit zu entwickeln, um den Armen, Kranken und Fl\u00fcchtlingen noch besser helfen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte Sie ermutigen, stets in enger Beziehung zum Orden und seinen Aktivit\u00e4ten zu bleiben und auf uns zu z\u00e4hlen, wann immer Sie eine Zusammenarbeit bei der Hilfe zugunsten Notleidender f\u00fcr erforderlich erachten.<\/p>\n<p>****<br \/>\nVerehrte Botschafter und Mitglieder der diplomatischen Missionen, lassen Sie mich abschlie\u00dfend sagen, wie stolz wir darauf sind, so enge und vertrauensvolle Beziehungen mit Ihren L\u00e4ndern unterhalten zu k\u00f6nnen und wie sehr wir Ihre pers\u00f6nliche Verf\u00fcgbarkeit zu sch\u00e4tzen wissen.<\/p>\n<p>F\u00fcr 2009 w\u00fcnschen wir Ihnen Frieden und Hoffnung.<\/p>\n<p>****<br \/>\nMeine besten W\u00fcnsche an Sie und Ihre Familien und Wohlstand und Harmonie den Nationen, die Sie so w\u00fcrdig vertreten.<\/p>\n","news_gallery":"no"},"news_categories":[{"id":118,"name":"Gro\u00dfmeister News","slug":"grosmeister-news","description":"","link":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/nachrichten-kategorien\/nachrichten\/grosmeister-news\/"},{"id":115,"name":"Nachrichten","slug":"nachrichten","description":"","link":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/nachrichten-kategorien\/nachrichten\/"}],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/notizie\/43266","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/notizie"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/news"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/notizie\/43266\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=43266"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}