{"id":43614,"date":"2002-06-09T00:00:00","date_gmt":"2002-06-08T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/news\/der-orden-von-malta-ist-stolz-auf-seine-aktivitaten-im-libanon\/"},"modified":"2023-01-16T15:53:47","modified_gmt":"2023-01-16T14:53:47","slug":"der-orden-von-malta-ist-stolz-auf-seine-aktivitaten-im-libanon","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/nachrichten\/der-orden-von-malta-ist-stolz-auf-seine-aktivitaten-im-libanon\/","title":{"rendered":"Der Orden von Malta ist stolz auf seine aktivit\u00e4ten im Libanon"},"featured_media":0,"menu_order":0,"template":"","class_list":{"0":"post-43614","1":"news","2":"type-news","3":"status-publish","4":"hentry","5":"news_categories-humanitare-und-medizinische-werke","7":"news_categories-nachrichten","8":"news_categories-soziale-interventionen"},"acf":{"highlighted":"no","news_cover":{"id":25541,"url":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/news.jpg"},"news_content":"<p>\u201eDer Libanon ist Teil der Wiege der Zivilisation und des Christentums und wir sind stolz auf die Aktivit\u00e4ten des Malteserordens in diesem Land.\u201d Mit einem warmherzigen L\u00e4cheln gibt Graf Jacques de Liedekerke, Gro\u00dfkanzler des Souver\u00e4nen Milit\u00e4rordens von Malta (oder Minister f\u00fcr Inneres und \u00c4u\u00dferes) seinen Gef\u00fchlen f\u00fcr unser Land Ausdruck, in dem sich seine Institution auf eine sehr aktive Assoziation und eine diplomatische Vertretung verlassen kann. In seiner Anwesenheit und der seiner drei Regierungskollegen dieses souver\u00e4nen Staates ohne Staatsterritorium und ohne Staatsgrenzen tagten die Pr\u00e4sidenten der Assoziationen des Ordens am 4. und 5. Juni in Beirut im Hotel Riviera. \u201eDer warmherzige Empfang, der uns in diesem Land zuteil wurde, hat uns bewegt\u201d, betonte Graf Jacques de Liedekerke, der bei einem Interview mit L\u00b4Orient-Le Jour \u00fcber die Aktivit\u00e4ten seiner Organisation in aller Welt sprach, \u00fcber den Dialog zwischen den Zivilisationen und die Bedeutung seines Besuchs im Libanon.<\/p>\n<p>Graf Liedekerke ist belgischer Rechtsanwalt, der in Br\u00fcssel und in Antwerpen eine internationale Anwaltskanzlei gegr\u00fcndet hat. Im Jahr 1985 ist er dem Malteserorden beigetreten und bekleidet seit Beginn des Jahres 2002 das Amt des Gro\u00dfkanzlers. \u201eWir sind keine politische Macht\u201d, stellt Graf Liedekerke auf eine Frage nach den Interventionsm\u00f6glichkeiten und dem politischen Gewicht des Ordens von Malta klar. \u201eWir sind eine christlich inspirierte humanit\u00e4re Institution, weil wir praktizierende Katholiken sind. Unsere Position ist strikt neutral und das seit der Gr\u00fcndung des Ordens, d.h. seit \u00fcber 900 Jahren. Wir k\u00fcmmern uns um die Notleidenden, unabh\u00e4ngig von ihrer Rasse, Hautfarbe, Geschlecht oder Religion. Mit dieser Einstellung geh\u00f6rte der Orden schon im Mittelalter zur Avantgarde.\u201d<\/p>\n<p>Die Ordensritter sind also unpolitisch. Aber \u201edie Auswirkungen politischen Handelns im humanit\u00e4ren Bereich betreffen uns unmittelbar, auch wenn wir niemals die politischen Akte beurteilen, die kausal f\u00fcr eine bestimmte Situation sein k\u00f6nnen.\u201d Was geschieht aber, wenn sich der Orden in seinen Aktivit\u00e4ten durch bestimmte dramatische Umst\u00e4nde gehindert sieht? Antwort: \u201eIn diesem Fall apellieren wir an die internationalen Organisationen, damit auf die Kontrahenten Druck ausge\u00fcbt wird.\u201d<\/p>\n<p>Wie f\u00fchrt man einen Staat ohne Staatsterritorium? \u201eUnsere Souver\u00e4nit\u00e4t ist von besonderer Natur. Sie erlaubt uns, in allen L\u00e4ndern pr\u00e4sent zu sein und zwar mit dem Respekt und der Autorit\u00e4t, die allen Staaten zuerkannt wird\u201d, erkl\u00e4rt Graf Liedekerke . \u201eUnsere Aufgabe ist eine ausschlie\u00dflich humanit\u00e4re. Sie ist grenzenlos und diejenigen, die sich ihr in unserem Namen widmen, tun es einzig und allein, um dieser Sache zu dienen. Das ist unser Ideal, das unsere T\u00e4tigkeit pr\u00e4gt.\u201d<\/p>\n<p>Weltweit gibt es \u00fcber 10.000 Ordensritter: Etwa 3.000 in Lateinamerika, \u00fcber 5.000 in Asien. \u201eDas sind L\u00e4nder, in denen das Christentum noch nicht so alt ist wie in den beiden Kontinenten, in denen wir verwurzelt sind\u201d, merkt er an.<\/p>\n<p>\u201eDie Mystik ist der Welt erhalten geblieben\u201d<\/p>\n<p>Die christliche Religion ist tief im mittleren Osten verwurzelt. \u201eNicht zuf\u00e4llig ist das erste Hospital Ende des XI. Jahrhunderts in Jerusalem gegr\u00fcndet und von den Ordensrittern geleitet worden\u201d, f\u00fchrt Graf Liedekerke aus. \u201eDer Orden hat stets versucht, durch alle Wechself\u00e4lle der Geschichte seinen Auftrag treu zu bleiben. Die Christen haben Pal\u00e4stina verlassen und die Ritter sind nach Zypern, Rhodos und Malta gezogen und haben heute ihren Sitz in Rom. Gleichwohl haben wir immer versucht, in der N\u00e4he unserer Wurzeln zu bleiben. Im Libanon verf\u00fcgen wir \u00fcber eine Struktur, die uns mit Stolz erf\u00fcllt und in Bethlehem haben wir ein Krankenhaus, das uns sehr am Herzen liegt und das, trotz der Ereignisse, die das Land ersch\u00fcttern, noch steht.\u201d<\/p>\n<p>Denkt der Orden daran, seinen Einfluss in den \u00f6stlichen L\u00e4ndern auszubauen? Kann er in L\u00e4ndern Fuss fassen, in denen die katholische Religion keine oder nur wenige Anh\u00e4nger hat? \u201eUnser Auftrag ist es, Notleidenden zu helfen, ohne Unterschied der Religion\u201d, erinnert der Gro\u00dfkanzler. \u201eGleichwohl, um eine stabile Assoziation aufbauen zu k\u00f6nnen, bedarf es einer existierenden christlichen Gemeinschaft, aus der die erforderliche Zahl von Ordensrittern kommen kann. Wenn das nicht m\u00f6glich ist, dann bietet sich der indirekte Weg an, in dem wir Teams aus anderen L\u00e4ndern entsenden. Wir st\u00fctzen uns auch auf unseren jeweiligen Botschafter vor Ort, der die Hilfsma\u00dfnahmen organisiert. Wir nutzen somit alle M\u00f6glichkeiten. Die Tatsache, dass wir ein souver\u00e4ner Staat sind, gibt uns die M\u00f6glichkeit zu direkter Intervention in allen Teilen der Welt.\u201d<\/p>\n<p>Wie sch\u00e4tzen Sie die Arbeit des Malteserordens im Westen ein, wo das christliche Glaubensbekenntnis nicht mehr so weit verbreitet ist wie in der Vergangenheit? \u201eDie Ordensritter werden unter den wirklich Gl\u00e4ubigen erw\u00e4hlt, Menschen, die \u00fcberzeugt davon sind, dass sie einen geistigen und moralischen Auftrag zu erf\u00fcllen haben. Es ist richtig, dass in manchen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern der Glaube einen Stillstand erf\u00e4hrt. Das bedeutet aber nicht, dass sich der religi\u00f6se Geist in einer Phase der Dekadenz befindet. Die Mystik ist viel weiter verbreitet als man denken mag. Wenn wir aber feststellen, dass die Ideale, denen wir verpflichtet sind, angegriffen werden, so stellen wir uns und verteidigen sie.\u201d<\/p>\n<p>Als der Libanon f\u00fcr diese Versammlung gew\u00e4hlt wurde, hat der Gro\u00dfmeister (entspricht dem Pr\u00e4sidenten der Republik) ausdr\u00fccklich gew\u00fcnscht, dass auch die Vertreter der 4 Hohen \u00c4mter (die Minister mit den wichtigsten Gesch\u00e4ftsbereichen) daran teilnehmen. Es war dies das erste Mal in der Geschichte des Malteserordens. Weshalb diese au\u00dfergew\u00f6hnliche Massnahme und welcher Stellenwert hat der Libanon in der strategischen Planung des Malteserordens? \u201eDer Libanon geh\u00f6rt nicht nur zur Wiege unserer Zivilisation sondern auch des Christentums und der monotheistischen Religionen\u201d \u2013 betont Graf Liedekerke \u2013 \u201efolglich ist es ein Land, dem der Malteserorden, der eine europ\u00e4ische Institution ist, zu tiefst verbunden ist. Es handelt sich um ein Land von christlicher Zivilisation und Tradition. Es ist durch entsetzliche Pr\u00fcfungen gegangen und von daher sehen wir die Notwendigkeit ihm beizustehen. Das ist der Grund, weshalb wir uns besonders bem\u00fchen, unseren Hospitaldienst im Libanon zu entwickeln.\u201d<\/p>\n<p>\u201eWir sind Zeugen, nicht Touristen\u201d<\/p>\n<p>Und er f\u00fchrte weiter aus: \u201eWir sind stolz auf das, was hier nicht nur von den libanesischen Ordensrittern, deren Wirken bewundernswert ist, realisiert worden ist sondern auch von Menschen aus anderen L\u00e4ndern, die sich uneigenn\u00fctzig zusammengefunden haben, um mit Geldmittel und ihrem pers\u00f6nlichen Einsatz an der Verwirklichung eines unserer sch\u00f6nsten Projekte mitzuwirken.\u201d<\/p>\n<p>Kann man sagen, dass in Zukunft die Mission des Ordens im Libanon in gr\u00f6\u00dferem Umfang mit finanzieller Unterst\u00fctzung rechnen kann? \u201eDie Hilfe, die man Menschen in Not bringen kann, ist immer unzureichend\u201d, sagt er l\u00e4chelnd. \u201eWir werden niemals genug tun k\u00f6nnen. Unsere Mittel sind auch nicht unbegrenzt. Unsere Finanzquellen sind nicht unersch\u00f6pflich, w\u00e4hrend die Hilfsanforderungen gewaltig sind. F\u00fcr jedes Land haben wir punktuelle Hilfsprogramme, die in besonderen F\u00e4llen oder im Katastrophenfall abgerufen werden k\u00f6nnen. Sollten wir in der Lage sein, in gr\u00f6\u00dferen Umfang helfen zu k\u00f6nnen, werden wir das tun. Aber man mu\u00df auch bedenken, dass die jetzt gew\u00e4hrte Hilfe schon beachtlich ist.\u201d<\/p>\n<p>Auf die Bitte, einige Daten zu nennen, teilt der Minister mit, dass in den medizinischen Zentren j\u00e4hrlich \u00fcber 200.000 Eingriffe vorgenommen werden. Die Frage, ob die Ordensregierung all dies direkt finanziere, beantwortet Graf Liedekerke wie folgt: \u201eDiese Aktivit\u00e4ten werden \u00fcberwiegend durch Spenden finanziert. Es kommen aber auch noch andere Beitr\u00e4ge in Betracht, insbesondere die Erleichterungen seitens der libanesischen Beh\u00f6rden, zu denen hervorragende Beziehungen bestehen.\u201d<\/p>\n<p>Das ist der erste Besuch des Gro\u00dfkanzlers in diesem Teil der Welt. Aber das hindert ihn nicht, \u201edie dramatischen Ereignisse, die diese Region ersch\u00fcttern, ganz nah zu verfolgen. Aus diesem Grunde\u201d, so f\u00e4hrt er fort, \u201esind wir nicht als Touristen hier, sondern als Zeugen, um Ihnen Zuspruch zu bringen und um Ihnen unser Verst\u00e4ndnis zu versichern f\u00fcr die Schwierigkeiten, mit denen Sie sich konfrontiert sehen.\u201d<\/p>\n<p>Welche Rolle kann heute eine Institution wie der Malteserorden im Ann\u00e4herungsprozess zwischen dem Westen und dem Osten spielen? \u201eWir sind keine politische Macht, aber wir haben ein gewisses moralisches Gewicht\u201d, antwortet Graf Liedekerke. \u201eFestzuhalten ist, dass eine Intervention unsererseits niemals m\u00f6glich w\u00e4re, wenn wir nur von einer Seite gebeten w\u00fcrden, einen Dialog zu er\u00f6ffnen. Wir k\u00f6nnen humanit\u00e4re Hilfe leisten, ohne eine bestimmte politische Festlegung und ohne die Gr\u00fcnde zu beurteilen, die Ursache f\u00fcr das Leid sind.\u201d<\/p>\n<p>Neben Graf Liedekerke haben an der Versammlung teilgenommen: Der Ehrw\u00fcrdige Bailli Fra` Ludwig Hoffmann von Rumerstein, Gro\u00dfkomtur (Minister f\u00fcr Spirituelles), Bailli Albrecht Freiherr von Boeselager, Gro\u00dfhospitalier (Beauftragter f\u00fcr die Hospitalwerke des Ordens in der Welt) und Bailli Gian Luca Chiavari, Rezeptor des Gemeinsamen Schatzamtes (Finanzminister) sowie 30 Pr\u00e4sidenten von Assoziationen des Ordens aller 5 Kontinente. Es ist das erste Mal, dass die vier Minister, Inhaber der sogenannten Hohen \u00c4mter, gemeinsam an einer solchen Veranstaltung teilnehmen, die alle 2 oder 3 Jahre stattfindet.<\/p>\n<p>Suzanne Baaklini<\/p>\n","news_gallery":"no","news_gallery_elements":false},"news_categories":[{"id":120,"name":"Humanit\u00e4re und medizinische Werke","slug":"humanitare-und-medizinische-werke","description":"","link":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/nachrichten-kategorien\/humanitare-und-medizinische-werke\/"},{"id":120,"name":"Humanit\u00e4re und medizinische Werke","slug":"humanitare-und-medizinische-werke","description":"","link":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/nachrichten-kategorien\/humanitare-und-medizinische-werke\/"},{"id":115,"name":"Nachrichten","slug":"nachrichten","description":"","link":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/nachrichten-kategorien\/nachrichten\/"},{"id":122,"name":"Soziale Interventionen","slug":"soziale-interventionen","description":"","link":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/nachrichten-kategorien\/humanitare-und-medizinische-werke\/soziale-interventionen\/"}],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/notizie\/43614","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/notizie"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/news"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/notizie\/43614\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=43614"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}