{"id":43697,"date":"2018-01-09T14:16:42","date_gmt":"2018-01-09T13:16:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/news\/rede-des-statthalters-des-grosmeisters-vor-dem-beim-souveranen-malteserorden-akkreditierten-diplomatischen-korps\/"},"modified":"2023-01-16T15:55:33","modified_gmt":"2023-01-16T14:55:33","slug":"rede-des-statthalters-des-grosmeisters-vor-dem-beim-souveranen-malteserorden-akkreditierten-diplomatischen-korps","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/nachrichten\/rede-des-statthalters-des-grosmeisters-vor-dem-beim-souveranen-malteserorden-akkreditierten-diplomatischen-korps\/","title":{"rendered":"Rede des Statthalters des Gro\u00dfmeisters vor dem beim Souver\u00e4nen Malteserorden akkreditierten Diplomatischen Korps"},"featured_media":0,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-43697","news","type-news","status-publish","hentry","news_categories-diplomatischen-aktivitaten","news_categories-nachrichten","news_categories-statthalter-des-grossmeisters-news","news_tags-breaking-de","news_tags-evidence-de"],"acf":{"highlighted":"no","news_cover":{"id":43698,"url":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/diplomatic-corps-audience-Order-of-Malta-2018-1.jpg"},"news_content":"<h2>Der Statthalter des Gro\u00dfmeisters, Fra\u2019 Giacomo Dalla Torre del Tempio di Sanguinetto, hat heute das beim Souver\u00e4nen Malteserorden akkreditierte Diplomatische Korps zum traditionellen Neujahrsempfang begr\u00fc\u00dft.<\/h2>\n<p> <a href=\"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/2018\/01\/09\/rede-statthalters-grossmeisters-vor-dem-beim-souveraenen-malteserorden-akkreditierten-diplomatischen-korps\/#more-118814\" class=\"more-link\"><\/p>\n<h2>Der Statthalter des Gro\u00dfmeisters, Fra\u2019 Giacomo Dalla Torre del Tempio di Sanguinetto, hat heute das beim Souver\u00e4nen Malteserorden akkreditierte Diplomatische Korps zum traditionellen Neujahrsempfang begr\u00fc\u00dft.<\/h2>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Der Empfang fand in der Magistralvilla\u00a0in Rom statt. Es folgt nachstehend die Ansprache des Statthalters des Gro\u00dfmeisters<\/strong><\/p>\n<p><em>Herr Doyen, Exzellenzen, meine Damen, meine Herren,<\/em><\/p>\n<p>herzlich willkommen! Ich freue mich sehr, Sie heute hier zum traditionellen Austausch von guten W\u00fcnschen zum Jahresbeginn willkommen zu hei\u00dfen. Ich gr\u00fc\u00dfe alle Anwesenden herzlich, insbesondere die Botschafter, die erst seit Kurzem als Vertreter bei uns fungieren. Die Audienz findet in diesem Jahr ausnahmsweise im Kapitelsaal der Magistralvilla statt, da in unserer Kirche Santa Maria in Aventino derzeit Restaurierungsarbeiten ausgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Mein aufrichtiger Dank gilt dem Botschafter der Tschechischen Republik, S.E.\u00a0Pavel Vosalik, f\u00fcr seine ermutigenden Worte und seine Arbeit. Er bleibt uns als wichtiger und aufmerksamer Doyen in Erinnerung, der w\u00e4hrend seiner diplomatischen Mission in Rom, die leider bald zu Ende geht, voller Engagement und Leidenschaft bewundernswerte Initiativen ins Leben gerufen hat, in deren Mittelpunkt einige der aktuellen Trag\u00f6dien stehen. Insbesondere m\u00f6chte ich an die Konferenz zum Thema Kinder als Opfer bewaffneter Konflikte erinnern, die am Weltkindertag letzten Juni stattfand. Ihr Bekenntnis zu gemeinsamen Idealen, lieber Botschafter, das Sie immer wieder erneuert haben, wird uns ebenso fehlen wie Ihre pers\u00f6nlich gelebte Menschlichkeit.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte die Gelegenheit heute nutzen, mit Ihnen zusammen auf ein Jahr voller Herausforderungen zur\u00fcckzublicken: ein Jahr, in dem der Souver\u00e4ne Malteserorden sich mit gro\u00dfen, v\u00f6llig neuen humanit\u00e4ren Herausforderungen konfrontiert sah und in vielen Teilen der Welt das Leiden vieler schutzbed\u00fcrftiger Menschen lindern konnte. Neutralit\u00e4t, Unvoreingenommenheit, Schutz der am st\u00e4rksten benachteiligten Gruppen in der Gesellschaft und F\u00fcrsorge f\u00fcr den N\u00e4chsten: Dies sind die Grundprinzipien unseres tausend Jahre alten Auftrags. F\u00fcr unseren Orden sind die Verteidigung der Menschenrechte und der Schutz der wehrlosesten Menschen\u00a0\u2013 also von Frauen, Kindern, Fl\u00fcchtlingen, Menschen mit Behinderungen, \u00e4lteren Menschen, aber auch religi\u00f6sen Minderheiten\u00a0\u2013 eine moralische Verpflichtung, die unserem christlichen Charisma umfassend Rechnung tr\u00e4gt und dieses spiegelt.<\/p>\n<p>Im Angesicht der gro\u00dfen humanit\u00e4ren Krisen in vielen, ja, zu vielen Winkeln unseres Planten stehen wir den Opfern mit medizinischer, psychologischer und sozialer Betreuung zur Seite. In den letzten Jahren haben wir uns auf folgende Bereiche konzentriert: <strong>die Unterst\u00fctzung von Migranten und Fl\u00fcchtlingen, den Kampf gegen Menschenhandel, die Betreuung von Demenzkranken und die Entwicklung neuer Therapien sowie den Kampf gegen endemische Krankheiten.<\/strong><\/p>\n<p>Unser Auftrag gilt nicht nur im akuten Notfall, er dauert auch dann fort, wenn die Kameras sich schon wieder abgewendet haben und die Lichter erloschen sind. Unser einziges Ziel ist es, f\u00fcr Linderung und Trost zu sorgen und auf jede erdenkliche Art dabei zu helfen, ein soziales Gef\u00fcge wiederherzustellen, um unter Krieg, Gewalt, Verfolgung oder Naturkatastrophen leidenden Menschen Hoffnung zu geben.<\/p>\n<p>Die humanit\u00e4ren Aufgaben 2017 waren massiv. Da reicht schon der Blick auf die Anzahl der Opfer weltweit, insbesondere der Kinder, unter denen die Hilfsbed\u00fcrftigkeit und Wehrlosigkeit am gr\u00f6\u00dften sind. 535\u00a0Millionen Minderj\u00e4hrige leben in L\u00e4ndern, in denen durch Menschen oder die verheerenden Auswirkungen des Klimawandels verursachte Notsituationen herrschen. Dabei denken wir auch an die blutigen Auseinandersetzungen im S\u00fcdsudan und in Syrien, wo sieben Jahre nach Ausbruch des B\u00fcrgerkriegs weiterhin Gewalt w\u00fctet. Wir gedenken der Opfer der Hungersnot und der Bombardierungen im Jemen und der Krisen aufgrund der D\u00fcrre in Somalia, der schlimmsten am Horn von Afrika jemals verzeichneten D\u00fcrre.<\/p>\n<p>Die sich daraus ergebenden Migrationsstr\u00f6me sind das tiefgreifendste menschliche Drama unserer Zeit. Zurecht halten wir die internationalen Konventionen \u00fcber die Individualrechte von Fl\u00fcchtlingen und Asylsuchenden f\u00fcr gro\u00dfe Errungenschaften, die es als zu sch\u00fctzen gilt. Dennoch m\u00fcssen wir uns aber auch eingestehen, dass diese Instrumente nicht geeignet sind, um Massenvertreibungen sowie massive Fluchtbewegungen und V\u00f6lkerwandungen zu bew\u00e4ltigen. Daf\u00fcr m\u00fcssen neue rechtliche Instrumente erarbeitet werden. Ebenso wenig ist es hinnehmbar, dass ein Fl\u00fcchtling durchschnittlich mehr als 12\u00a0Jahre in einem Lager zubringt. Es muss eine andere auf die aktuellen Herausforderungen zugeschnittene Neuansiedlungspolitik geschaffen werden.<\/p>\n<p>Unsere Aufgabe als eine Einrichtung mit einer Geschichte der humanit\u00e4ren Unterst\u00fctzung ist es, den Opfern zu helfen, sie aufzunehmen und ihnen R\u00fcckhalt zu geben, aber auch jeden Versuch, die Wahrnehmung dieser Wirklichkeit zu manipulieren, zu verurteilen. Wenn unsere ehrenamtlichen \u00c4rzte und Pflegekr\u00e4fte auf den Schiffen der italienischen K\u00fcstenwache und der Marine im <strong>Mittelmeer<\/strong> die H\u00e4nde verzweifelter, ersch\u00f6pfter und verletzter Menschen ergreifen, ist es ihnen egal, ob diese H\u00e4nde einem politischen Fl\u00fcchtling oder Wirtschaftsmigranten, einem Fl\u00fcchtling christlichen oder muslimischen Glaubens geh\u00f6ren. Ihnen geht es einzig und allein darum, diese Menschen zu retten und vor unmenschlichen Qualen zu bewahren. Dieser Einsatz reicht mittlerweile genau zehn Jahren zur\u00fcck: 2008 begann das <strong>italienische Hilfskorps des Malteserordens<\/strong> mit seinen lebensrettenden Diensten in der Meerenge zwischen Europa und Afrika, die viel zu oft schon f\u00fcr tausende von Migranten zur Todesfalle wurde.<\/p>\n<p>Trotz der schwankenden Anzahl der Menschen, die an der italienischen K\u00fcste ankommen, lassen die Migrantenstr\u00f6me von der nordafrikanischen K\u00fcste, insbesondere aus Libyen, nicht nach, und der Druck auf Libyen steigt weiter. Der verabscheuungsw\u00fcrdige Menschenhandel nimmt weiter zu. Vorschub leisten ihm die Hoffnung und Verzweiflung der Migranten, die vor ihrer Ankunft in Libyen W\u00fcsten durchquert und Grenzen \u00fcberwunden haben und nun skrupellosen Menschenh\u00e4ndlern zum Opfer fallen. Zur Bek\u00e4mpfung dieses schrecklichen \u00dcbels, das mittlerweile eine beispiellose Komplexit\u00e4t erreicht hat, haben wir <strong>vor Kurzem zwei Botschafter ernannt, deren Aufgabe es ist, daf\u00fcr zu sorgen, dass der illegale Transport von Menschen nicht aus dem Blickfeld ger\u00e4t<\/strong>. 2016 wurden um die 20\u00a0Millionen verzweifelte Menschen illegal transportiert, \u00fcber 70\u00a0% von ihnen waren Frauen und Kinder. Unsere Botschafter engagieren sich in Nigeria, das Ausgangspunkt vieler Opfer von Menschenhandel ist, und in Genf. Sie sollen humanit\u00e4re Einrichtungen f\u00fcr das Problem sensibilisieren und zur Umsetzung des Protokolls der Vereinten Nationen zur Verh\u00fctung, Bek\u00e4mpfung und Bestrafung des Menschenhandels beitragen.<\/p>\n<p><strong>Libyen<\/strong> steht kurz vor dem Kollaps. Das ist anhand der Bilder von den vielen, oft illegalen und unzug\u00e4nglichen, Internierungslagern im ganzen Land zu erkennen. Die Migranten, die von uns jeden Tag gerettet werden und die von der Folter, dem Missbrauch sowie der k\u00f6rperlichen und sexuellen Gewalt berichten, k\u00f6nnen dies bezeugen. Auch unsere Beauftragten f\u00fcr Libyen, Vertreter ihrer Einrichtungen und der Zivilgesellschaft, berichten dasselbe. Seit mehr als zwei Jahren dr\u00e4ngt das Gro\u00dfmagisterium bei Einrichtungen vor Ort und internationalen Delegationen auf die F\u00f6rderung des Dialogs \u00fcber humanit\u00e4re Themen in Libyen. Das letzte Gespr\u00e4ch einer ganzen Reihe fand vergangenen November in Tunis statt. Es l\u00f6ste eine lebhafte Debatte \u00fcber Menschenrechtsverst\u00f6\u00dfe und erforderliche lokale, regionale und internationale Strategien aus, die den Schutz des Einzelnen auf der Agenda ganz nach oben schieben. Ebenso wie der Malteserorden angef\u00fchrt von Gro\u00dfkanzler Albrecht Boeselager, Vertreter der Europ\u00e4ischen Union und der Internationalen Organisation f\u00fcr Migration nahmen auch Vertreter der Vereinten Nationen teil. Die in den Gespr\u00e4chen erarbeiteten Vorschl\u00e4ge werden in einen konkreten Aktionsplan einflie\u00dfen. Ziel dieses Plans ist es, den aktuellen wirtschaftlichen und sozialen Stillstand im Land, der die Bev\u00f6lkerung und die Infrastruktur des Landes immer weiter schw\u00e4cht, zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<p>Mit dem Ziel, die libyschen Einrichtungen unter der F\u00fchrung der international anerkannten Regierung von Tripolis zu st\u00e4rken, setzen wir unser Engagement unter dem Banner der Operation <strong>EUNAVFOR MED <\/strong>(European Union Naval Force Mediterranean) fort. Sie bildet ein Element einer breit angelegten EU-Reaktion auf die Migrationsproblematik. Zusammen mit der italienischen K\u00fcstenwache f\u00fchren wir f\u00fcr Angeh\u00f6rige der libyschen K\u00fcstenwache Lehrg\u00e4nge zum Thema \u201eSuche und Rettung auf dem Meer\u201c durch. Zwei Lehrg\u00e4nge an Bord der \u201eSan Giorgio\u201c und am italienischen Milit\u00e4rst\u00fctzpunkt Tarent wurden bereits durchgef\u00fchrt. An diesen nahmen rund 160\u00a0Mitglieder der libyschen Marine und K\u00fcstenwache teil. Von unserem italienischen Hilfskorps wird derzeit ein dritter Lehrgang vorbereitet.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich sind diese Initiativen nur ein Tropfen im Ozean der Grausamkeiten und Erniedrigungen, von denen unsere \u00c4ra Zeugnis ablegt. Trotzdem werden wir uns weiterhin bem\u00fchen, dieses schreckliche menschliche Leid zumindest etwas zu lindern. Irgendwo werden wir f\u00fcr unsere Bem\u00fchungen vielleicht mit wieder l\u00e4chelnden Familien, Kindern oder M\u00fcttern belohnt. Genau das ist die Motivation unserer 80.000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer.<\/p>\n<p>Ein weiterer Schwerpunkt unseres Engagements sind die Unterst\u00fctzung und Integration von Migranten und Fl\u00fcchtlingen. Allein in <strong>Deutschland<\/strong> kann der Malteserorden auf das unerm\u00fcdliche Engagement von 5.000 freiwilligen Helferinnen und Helfern sowie 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern z\u00e4hlen, die in diesem Bereich in rund 100 Einrichtungen im ganzen Land t\u00e4tig sind. Unsere Freiwilligen in Deutschland k\u00f6nnen auf 25 Jahre Erfahrung zur\u00fcckgreifen. Sie haben umfassende Kurse f\u00fcr die Eingliederung in die Gesellschaft erarbeitet, die bereits Fr\u00fcchte tragen. Diese Initiativen wurden k\u00fcrzlich vom Malteser Hilfsdienst in einem ausf\u00fchrlichen <strong>Bericht \u00fcber Migration <\/strong>mit einem kognitiven Tool basierend auf wissenschaftlichen Daten und Zahlenmaterial anstelle emotionaler, unwissenschaftlicher Antworten veranschaulicht. Eine aktuelle bedeutende Anerkennung der Arbeit des Malteserordens in Deutschland f\u00fchrte zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Souver\u00e4nen Malteserorden, die durch den Amtsbesuch von <strong>Au\u00dfenminister Sigmar Gabriel<\/strong> im November in Rom offiziell gemacht wurden.<\/p>\n<p>Das Engagement unserer Freiwilligen kennt weder Mauern noch geografische Entfernungen. Medizinische Teams kommen an den Hauptschaupl\u00e4tzen von Krieg im Nahen Osten zum Einsatz, um mit den verheerenden Auswirkungen des Konflikts in <strong>Syrien<\/strong> fertig zu werden. In der <strong>T\u00fcrkei<\/strong> sorgt ein Krankenhaus an der Grenze zu Syrien daf\u00fcr, dass die vor den Gr\u00e4ueltaten Geflohenen sofort medizinisch versorgt werden. Unsere internationale Hilfsorganisation Malteser International unterst\u00fctzt zudem Projekte, um Schulabbr\u00fcchen bei minderj\u00e4hrigen Fl\u00fcchtlingen entgegenzuwirken und ihnen den Zugang zu Grundschulbildung zu erm\u00f6glichen. Im <strong>Irak <\/strong>unterh\u00e4lt unsere internationale Hilfsorganisation mobile Praxen, die zu Fl\u00fcchtlingslagern fahren und die Verletzten erstversorgen.<\/p>\n<p>Im <strong>Libanon<\/strong> leisten unsere elf medizinischen Zentren und vier mobilen Praxen t\u00e4glich \u00e4rztliche und soziale Dienste f\u00fcr syrische Fl\u00fcchtlinge und die Menschen vor Ort. Ziel unserer humanit\u00e4ren Interventionen ist nicht nur, den Opfern von Trag\u00f6dien und Kriegen zu helfen, sondern auch die Aufnahmebev\u00f6lkerung zu unterst\u00fctzen, die oftmals \u00fcberlastet und verarmt ist. Der <strong>libanesische Pr\u00e4sident<\/strong>, Michel Naim Aoun, der letzten Oktober eine von mir angef\u00fchrte Delegation empfing, fand anerkennende Worte f\u00fcr unser Engagement. W\u00e4hrend unseres Besuchs betonte er, wie wichtig unsere medizinischen und humanit\u00e4ren Projekte in seinem Land seien.<\/p>\n<p>Durch unser diplomatisches Netzwerk, das auch unsere Missionen bei den Organisationen der Vereinten Nationen umfasst, spielt unser Orden eine aktive Rolle im <strong>globalen Fl\u00fcchtlings- und Migrationspakt<\/strong> der Vereinten Nationen. Unter der Federf\u00fchrung der UN-Vollversammlung wird diese erste zwischenstaatliche Vereinbarung zu diesem Thema derzeit vorbereitet. Die Vorschl\u00e4ge des Pakts sollen auf der n\u00e4chsten internationalen Konferenz zum Thema Migration vor Jahresende 2018 angenommen werden. Eine weitere Thematik, auf die unsere Bem\u00fchungen in diplomatischen Kreisen ausgerichtet sind, ist die besondere Rolle von religi\u00f6sen Organisationen bei der Rettung und Unterst\u00fctzung betroffener Gemeinschaften in Kriegsschaupl\u00e4tzen. Aufbauend auf den Ergebnissen des <strong>Weltgipfels f\u00fcr humanit\u00e4re Hilfe<\/strong> 2016 setzen wir unsere Bem\u00fchungen im Hinblick auf die Anerkennung dieser von religi\u00f6sen Organisationen und Einrichtungen get\u00e4tigten wichtigen Arbeit fort.<\/p>\n<p>Mit verschiedensten Ma\u00dfnahmen sind unsere Hilfs- und Aufnahmeeinrichtungen auch in Afrika, insbesondere in <strong>Uganda<\/strong> vertreten, wo die Zahl der Fl\u00fcchtlinge aus dem Nachbarstaat <strong>S\u00fcdsudan<\/strong> mittlerweile die Million \u00fcberschritten hat. Seit \u00fcber 20 Jahren beteiligt sich Malteser International vor Ort in diesen L\u00e4ndern am Kampf gegen epidemische Krankheiten und Nahrungsmittelunsicherheit. Die D\u00fcrre f\u00fchrt zu einer Verschlimmerung der Lebensbedingungen in <strong>Nord-Kenia<\/strong>. Malteser International unterst\u00fctzt hier ein medizinisches Zentrum, das Essen an unterern\u00e4hrte Kinder und rund 2.500\u00a0Familien ausgibt. 2017 feierte unser Zentrum in <strong>S\u00fcdafrika<\/strong> sein 25-j\u00e4hriges Bestehen. Dort werden HIV-Patienten und ihre Familien medizinisch und sozial betreut sowie ein Waisenhaus f\u00fcr Kinder betrieben, deren Eltern an der Krankheit gestorben sind. Aus diesem Anlass reiste letzten Oktober der Gro\u00dfhospitalier Dominique de La Rochefoucauld-Montbel an und sprach \u00fcber das langfristige Engagement des Ordens f\u00fcr die Bed\u00fcrftigen. Als weiteres Beispiel sei das Central Hospital des Malteserordens (CHOM) im senegalesischen <strong>Dakar<\/strong> genannt, das 2017 auf f\u00fcnfzig Jahre Hilfe und Unterst\u00fctzung zur\u00fcckblicken konnte.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des erst k\u00fcrzlich stattfindenden Besuchs des Gro\u00dfhospitaliers in Moskau z\u00e4hlte auch die Hilfe im Nahen Osten und in Afrika zu den mit den russischen Beh\u00f6rden er\u00f6rterten Themen. Im Rahmen einer gemeinsamen Kunstausstellung in Rom, in der vierzig gro\u00dfartige Ikonen gezeigt wurden, wurde der 25 Jahre diplomatischer Beziehungen zwischen dem Souver\u00e4nen Malteserorden und<strong> der Russischen F\u00f6deration <\/strong>gedacht.<\/p>\n<p>Vor ein paar Monaten zerst\u00f6rte Hurrikan <strong>Harvey <\/strong>in den <strong>Vereinigten Staaten <\/strong>ganze Landstriche und die texanische K\u00fcste. Das Ausma\u00df der Sch\u00e4den ist immens. Von den drei amerikanischen Assoziationen des Malteserordens wurden Rettungsma\u00dfnahmen f\u00fcr die Opfer koordiniert. Nach Hurrikan <strong>Irma<\/strong>, der \u00fcber <strong>Kuba<\/strong> hinweg zog, sorgten die Beh\u00f6rden vor Ort und die Caritas in Kuba f\u00fcr \u00fcber 100 Tonnen Lebensmittel und Medikamente, die in den am h\u00e4rtesten getroffenen Regionen der Insel verteilt wurden.<\/p>\n<p>Und in <strong>Italien<\/strong> eilten nach den <strong>Erdbeben <\/strong>in den zentralen Regionen unsere Ehrenamtlichen zu Hilfe und k\u00fcmmern sich nach wie vor um die Bed\u00fcrfnisse der betroffenen Gemeinden.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte an dieser Stelle aus der Enzyklika <em><strong>Laudato si\u2019<\/strong><\/em>\u00a0von Papst Franziskus zitieren: \u201eIch lade dringlich zu einem neuen Dialog ein \u00fcber die Art und Weise, wie wir die Zukunft unseres Planeten gestalten.\u201c Er mahnt an, die ethischen und sozialen Aspekte und Auswirkungen des neuen Entwicklungs- und Fortschrittsparadigmas kurz-, mittel- und langfristig zu betrachten. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind sich der verheerenden Auswirkungen des Klimawandels bewusst. Aus diesem Grund zielen viele Programme darauf ab, Katastrophen wie D\u00fcrren, \u00dcberschwemmungen und Wirbelst\u00fcrme vorzubeugen und auf diese vorbereitet zu sein. In <strong>Mittelamerika<\/strong> f\u00fchren unsere Assoziationen und Botschaften die Entwicklung wichtiger Gesundheitsprojekte fort. Leider kann ich die lobenswerten Initiativen nicht alle auflisten. Daher will ich an dieser Stelle lediglich die medizinische Mission nennen, in deren Rahmen 2017 75\u00a0Fach\u00e4rztinnen und -\u00e4rzte, unterst\u00fctzt von unseren Assoziationen auf Kuba und in der Dominikanischen Republik, \u00fcber tausend Kranke in einem Armenviertel der <strong>Dominikanischen<\/strong> <strong>Republik<\/strong> versorgten. Und das ist kein einzelnes Projekt: Seit \u00fcber 15 Jahren organisiert unsere kubanische Assoziation, die ihren Sitz in Miami hat, diese Missionen und leistet nicht nur \u00e4rztliche Untersuchungen, sondern verteilt auch kostenlos Medikamente in gro\u00dfen Mengen. W\u00e4hrend der Heiligen Woche organisierten unsere Assoziation und unsere Botschaft in <strong>El Salvador<\/strong> zusammen mit der Fondacion Barraquer aus Barcelona eine Gesundheitskampagne, in deren Rahmen hunderte an grauem Star erkrankte Patienten aus benachteiligten Verh\u00e4ltnissen, denen die Blindheit drohte, operiert wurden. In <strong>Costa Rica<\/strong> entwickeln und ver\u00e4ndern wir nach der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung mit der Regierung im vergangenen Juli unsere soziale, humanit\u00e4re und medizinische Zusammenarbeit und konzentrieren uns dabei insbesondere auf die Bereiche Gesundheit, Nahrungsmittelsicherheit und Katastrophenrisikominderung.<\/p>\n<p>In <strong>Timor-Leste<\/strong>, einem der \u00e4rmsten L\u00e4nder S\u00fcdasiens, hat der Malteserorden \u00fcber unsere Botschaft zuletzt eine neue prim\u00e4rmedizinische Versorgungsstation er\u00f6ffnet, in der sich insbesondere um Frauen und Kinder gek\u00fcmmert wird. In einem Land, in dem eins von sechs Kindern nicht einmal ein Jahr alt wird, weil sie an heilbaren Krankheiten und Unterern\u00e4hrung sterben, dient die Polyklinik als Richtwert im Hinblick auf die Verbesserung der Lebensqualit\u00e4t in den \u00f6rtlichen Kommunen. Im auch auf dem asiatischen Kontinent gelegenen <strong>Myanmar<\/strong> sind wir seit \u00fcber 15 Jahren pr\u00e4sent. Dort k\u00fcmmern wir uns um die Vertriebenen im Rakhaing-Staat. Erst k\u00fcrzlich erinnerte Papst Franziskus w\u00e4hrend seines Besuchs der Region daran, wie wichtig diese Hilfe f\u00fcr die Fl\u00fcchtlinge sei, die ein Leben voller Verzweiflung leben. Wir haben au\u00dferdem mit der <strong>Kommission des Indischen Ozeans<\/strong> eine Kooperationsvereinbarung \u00fcber Gesundheitsversorgung und medizinische Hilfe unterzeichnet.<\/p>\n<p>Zur Bekr\u00e4ftigung des zunehmenden Engagements des Malteserordens auf dem <strong>asiatischen Kontinent<\/strong> haben wir im vergangenen Jahr in Singapur ein erstes Sommerlager f\u00fcr junge Menschen mit Behinderungen organisiert. Die Teilnehmer kamen aus Australien, von den Philippinen, aus Thailand, Hongkong und Singapur. Neben den nationalen Camps in vielen L\u00e4ndern bieten wir auch unser j\u00e4hrliches internationales Sommerlager f\u00fcr junge Menschen mit Behinderungen an. Seit 30 Jahren organisiert der Orden mittlerweile dieses Lager, und zwar jedes Jahr in einem anderen Land in Europa. In diesem Sommer fand es im Juli in \u00d6sterreich statt. An das Lager habe ich positive und gl\u00fcckliche Erinnerungen, die ich mit dem <strong>\u00f6sterreichischen Bundespr\u00e4sidenten<\/strong> Alexander Van der Bellen bei seinem offiziellen Besuch im letzten November in der Magistralvilla geteilt habe.<\/p>\n<p>Seit nunmehr 90 Jahren gilt das klare Engagement des <strong>Ordre de Malte France<\/strong> dem Kampf gegen gesellschaftliche Ausgrenzung, der Betreuung von Wohnungslosen in den st\u00e4dtischen Au\u00dfenbezirken, der Unterst\u00fctzung von Menschen mit Behinderungen und dem Beitrag zur Erforschung der Hansen-Krankheit. Der Ordre de Malte France f\u00fchrt nicht nur zahlreiche Aktivit\u00e4ten in Frankreich durch, sondern ist auch im westlichen Afrika pr\u00e4sent, wo er etliche Praxen und Kliniken betreibt, sowie in S\u00fcdostasien mit Projekten in Laos, Vietnam und Kambodscha. Auch in <strong>Pal\u00e4stina<\/strong> bietet die Franz\u00f6sische Assoziation einen unverzichtbaren Dienst f\u00fcr M\u00fctter am <strong>Krankenhaus zur Heiligen Familie zu Bethlehem<\/strong>, wo im vergangenen Jahr 4.000 Babys das Licht der Welt erblickten. Die Einrichtung, die nur wenige hundert Meter von der Geburtskirche entfernt liegt, beherbergt auch die einzige Neugeborenen-Intensivstation in der Region.<\/p>\n<p>Zu zahlreich und zu breit gef\u00e4chert sind unsere Projekte in <strong>Europa<\/strong>, ebenso die vielen Partnerschaften und Aktivit\u00e4ten, die wir zusammen mit Staaten und Organisationen durchf\u00fchren, als dass ich sie hier alle aufz\u00e4hlen k\u00f6nnte. Dennoch m\u00f6chte ich betonen, wie erfreut wir sind, dass die Zusammenarbeit mit den jeweiligen L\u00e4ndern so gut klappt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p>Das gerade zu Ende gegangene Jahr ist auch f\u00fcr den Orden ein schwieriges gewesen. Wir haben eine <strong>Reform unserer Verfassung<\/strong> angesto\u00dfen, die noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird und viel Engagement erfordert. Wie ich bereits Papst Franziskus w\u00e4hrend meiner Audienz bei ihm letzten Juni gegen\u00fcber erw\u00e4hnte, soll eine m\u00f6glichst integrative Zusammensetzung erreicht werden, und zwar aufbauend auf der St\u00e4rkung unserer Spiritualit\u00e4t und unserer Leitungsebene, um mit der Zeit Schritt halten und die aktuellen humanit\u00e4ren Herausforderungen besser bew\u00e4ltigen zu k\u00f6nnen. Ein spezieller Lehrgang zu diesem Thema wird n\u00e4chsten Monat hier in Rom stattfinden. Anfang Mai kommt ein <strong>Gro\u00dfer Staatsrat<\/strong> zusammen, auf dem der neue Gro\u00dfmeister oder Statthalter gew\u00e4hlt werden soll. Diese Wahl findet vor unserer traditionellen internationalen Wallfahrt nach Lourdes statt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p>Bevor ich zum Ende komme, m\u00f6chte ich voller Dankbarkeit an Guillermo Le\u00f3n Escobar, ausgezeichneter Botschafter Kolumbiens, erinnern, der k\u00fcrzlich verstorben ist. Unsere Gedanken und Gebete sind mit seiner Familie.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p>Gesch\u00e4tzte Botschafter, die humanit\u00e4re Arbeit, die der Malteserorden leistet, ist weitreichend und umfassend. Ohne Ihre diplomatischen Bem\u00fchungen und Ihre wertvollen Anregungen w\u00e4re sie nicht so wirksam, wie sie ist. Am Abend des 70.\u00a0Jahrestags der Allgemeinen Erkl\u00e4rung der Menschenrechte m\u00f6chte ich Ihnen allen f\u00fcr Ihre Beitr\u00e4ge danken, mit denen Sie das humanit\u00e4re Engagement des Souver\u00e4nen Malteserordens unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche Ihnen und Ihren Familien alles Gute f\u00fcr 2018 und habe die Hoffnung, dass dieses Jahr Frieden bringt und Segen f\u00fcr die Menschheit und dass die Wunden aller geheilt werden k\u00f6nnen, die unter Schmerzen leiden.<\/a><\/p>\n","news_gallery":"no","news_excerpt":"The Lieutenant of the Grand Master, Fra' Giacomo Dalla Torre del Tempio di Sanguinetto received today the Diplomatic Corps accredited to the Sovereign Order of Malta for the traditional audience of the beginning of the new year.","news_gallery_elements":false},"news_categories":[{"id":117,"name":"Diplomatischen aktivit\u00e4ten","slug":"diplomatischen-aktivitaten","description":"","link":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/nachrichten-kategorien\/nachrichten\/diplomatischen-aktivitaten\/"},{"id":115,"name":"Nachrichten","slug":"nachrichten","description":"","link":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/nachrichten-kategorien\/nachrichten\/"},{"id":135,"name":"Statthalter des Grossmeisters News","slug":"statthalter-des-grossmeisters-news","description":"","link":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/nachrichten-kategorien\/nachrichten\/statthalter-des-grossmeisters-news\/"}],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/notizie\/43697","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/notizie"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/news"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/notizie\/43697\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=43697"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}