{"id":44223,"date":"2022-01-11T12:13:36","date_gmt":"2022-01-11T11:13:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/news\/ansprache-des-statthalters-des-grosmeisters-fra-marco-luzzago-fur-das-beim-souveranen-malteserorden-akkreditierte-diplomatische-korps\/"},"modified":"2023-03-03T17:32:21","modified_gmt":"2023-03-03T16:32:21","slug":"ansprache-des-statthalters-des-grosmeisters-fra-marco-luzzago-fur-das-beim-souveranen-malteserorden-akkreditierte-diplomatische-korps","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/nachrichten\/ansprache-des-statthalters-des-grosmeisters-fra-marco-luzzago-fur-das-beim-souveranen-malteserorden-akkreditierte-diplomatische-korps\/","title":{"rendered":"Ansprache des Statthalters des Gro\u00dfmeisters Fra&#8216; Marco Luzzago f\u00fcr das beim Souver\u00e4nen Malteserorden akkreditierte Diplomatische Korps"},"featured_media":0,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-44223","news","type-news","status-publish","hentry","news_categories-diplomatischen-aktivitaten","news_categories-nachrichten","news_categories-statthalter-des-grossmeisters-news","news_tags-breaking-de","news_tags-evidence-de"],"acf":{"highlighted":"no","news_cover":{"id":32167,"url":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/NICU4615.jpeg"},"news_content":"<p><em><strong>\u00a0Der Statthalter des Gro\u00dfmeisters Fra&#8216; Marco Luzzago hielt heute die Audienz zum Jahresbeginn mit dem beim Souver\u00e4nen Malteserorden akkreditierten Diplomatischen Korps, die aufgrund der Pandemie in reduzierter Form stattfand. Das Treffen mit dem Dekan des Diplomatischen Korps fand in der Magistralvilla in Rom statt und wurde live \u00fcbertragen.<\/strong><u><\/u><\/em><\/p>\n<p><em><strong><u><span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/2022\/01\/11\/ansprache-dekans-diplomatischen-korps-akkreditiert-malteserorden\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Im Anschluss an die Rede des Dekans des diplomatischen Korps<\/a><\/span><\/u>, Antoine Zanga, Botschafter der Kamerun, hielt der Statthalter des Gro\u00dfmeisters seine Ansprache. Wir dokumentieren sie hier ausf\u00fchrlich.<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em>Herr Dekan, Exzellenzen, meine Damen und Herren,<\/em><\/p>\n<p>Auch in diesem Jahr hat uns die Pandemie dazu gezwungen, unsere traditionelle Audienz mit dem akkreditierten diplomatischen Corps in reduzierter Form abzuhalten. Die Technik erlaubt es mir jedoch, mich direkt an Sie zu wenden, die Sie diesen Termin aus der Ferne verfolgen.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte dem Botschafter von Kamerun, Seiner Exzellenz Antoine Zanga, Dekan des Diplomatischen Korps, der heute als Vertreter des gesamten beim Souver\u00e4nen Malteserorden akkreditierten Diplomatischen Korps anwesend ist, f\u00fcr seine Worte und \u00dcberlegungen danken.<\/p>\n<p>Wir alle hoffen, dass das gerade begonnene Jahr auch den Anfang vom Ende dieser langen und schwierigen Zeit bedeutet, die von Unsicherheit und Instabilit\u00e4t aufgrund einer weltweiten Krise gepr\u00e4gt ist, in der wir alle &#8222;im selben Boot&#8220; sitzen, wie Papst Franziskus uns oft erinnert.<\/p>\n<p>Die Daten \u00fcber die epidemiologische Entwicklung der Pandemie zeigen, dass diese gesundheitliche und soziale Notlage leider noch nicht \u00fcberwunden ist. Die Daten der Weltbank belegen eine starke Rezession in der Weltwirtschaft, die durch die Pandemie verursacht wurde. Diese Zahl ist umso entmutigender, wenn man bedenkt, dass der Anteil der in extremer Armut lebenden Bev\u00f6lkerung in den letzten Jahrzehnten deutlich zur\u00fcckgegangen ist: von 60 % im Jahr 1970 auf 9,2 % im Jahr 2017.<\/p>\n<p>Die seit Jahrzehnten bestehende Ungleichverteilung des Reichtums hat sich versch\u00e4rft, wodurch die Armen immer weiter an den Rand der Gesellschaft gedr\u00e4ngt wurden und Millionen von Familien in Armut gest\u00fcrzt wurden. Nach 20 Jahren hat die Armut auf globaler Ebene wieder zugenommen. Die Gesamtzahl neuer von Armut Betroffener durch Covid im Jahr 2020 wird auf 125 Millionen gesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>Die Auswirkungen dieser wachsenden Ungleichheit sind un\u00fcbersehbar. Da nicht in allen L\u00e4ndern der Welt Impfstoff verf\u00fcgbar ist, breitet sich Covid nicht nur unter den ungesch\u00fctzten Menschen aus, die der Impfstoff nicht erreicht, sondern mutiert auch, und neue Varianten bedrohen alle L\u00e4nder ohne Unterschied.<\/p>\n<p>In vielen L\u00e4ndern des S\u00fcdens liegen die Impfquoten immer noch gef\u00e4hrlich weit unter dem Zielwert von 40 %. Das Ergebnis ist, dass selbst heute nur 3 % der Menschen in L\u00e4ndern mit niedrigem Einkommen vollst\u00e4ndig geimpft sind, w\u00e4hrend es in L\u00e4ndern mit hohem und mittlerem Einkommen \u00fcber 60 % sind. Dies ist ein sehr kurzsichtiger Trend angesichts einer bereichs\u00fcbergreifenden Gesundheitsbedrohung, die wahllos und unterschiedslos auftritt. Dieses Thema steht im Mittelpunkt der zahlreichen<strong> &#8222;Doctor to Doctor&#8220;<\/strong>-Treffen, die der Malteserorden seit fast zwei Jahren organisiert und an denen Minister, Gesundheitspolitiker und \u00c4rzte aus verschiedenen L\u00e4ndern Europas, des Nahen Ostens, Asiens sowie Mittel- und S\u00fcdamerikas teilnehmen, um die Kenntnis und den Umgang mit dem Virus zu verbessern. Wir sind davon \u00fcberzeugt, dass der bestm\u00f6gliche Ansatz zur Bew\u00e4ltigung dieser globalen Herausforderung eine gemeinsame und \u00fcbergreifende Antwort ist. Der Malteserorden ruft erneut dazu auf, Br\u00fcderlichkeit und Ethik in den Mittelpunkt der so genannten &#8222;Impfdiplomatie&#8220; zu stellen, damit niemand au\u00dfen vor bleibt.<\/p>\n<p><strong>Einige der Ver\u00e4nderungen, die wir erleben, sind unvermeidlich: Die Wirtschaftssysteme wurden hart getroffen; die Notwendigkeit, die globale Wertsch\u00f6pfungskette zu verk\u00fcrzen, bringt weitere Unbekannte mit sich; die Handelsbeziehungen haben sich ver\u00e4ndert und das geopolitische Gleichgewicht wurde gest\u00f6rt. Die Welt ist zunehmend gespalten zwischen denjenigen, welche die Werte der Demokratie verteidigen, und denjenigen, die eine autorit\u00e4re Haltung einnehmen, die den Grundrechten zuwiderl\u00e4uft. Es ist kein Zufall, dass die Notwendigkeit, die Grunds\u00e4tze der Demokratie und der Menschenrechte mit Nachdruck zu verteidigen, wieder in den Vordergrund ger\u00fcckt ist.<\/strong><\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte die zentrale Bedeutung des Individuums angesichts der immer weiter um sich greifenden technologischen Hilfsmittel hervorheben. Das Recht auf Wissen und Transparenz darf angesichts der zunehmenden Entwicklung des Sektors der k\u00fcnstlichen Intelligenz nicht schwinden.<\/p>\n<p>In diesem Rahmen von Unbekanntem, Zerbrechlichem und Ungewissem erneuert der Souver\u00e4ne Malteserorden jeden Tag seine tausendj\u00e4hrige Mission, die in seinem Proprium Tuitio Fidei et Obsequium Pauperum &#8211; Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Armen und Leidenden &#8211; zum Ausdruck kommt. W\u00e4hrend unsere 80.000 Freiwilligen, 42.000 Mitarbeiter und 13.500 Mitglieder in allen Teilen der Welt t\u00e4tig sind, um Menschen in Not zu helfen und sie zu tr\u00f6sten, ist das diplomatische Netzwerk des Ordens aktiv damit besch\u00e4ftigt, neue Synergien zu schaffen, um die Achtung und Unantastbarkeit des Lebens jedes Einzelnen und die Einhaltung der Menschenrechte, wie sie in den Genfer Konventionen verankert sind, zu f\u00f6rdern. Die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren im Bereich der humanit\u00e4ren Hilfe ist nach wie vor unerl\u00e4sslich. <strong>Der Malteserorden ist der festen \u00dcberzeugung, dass die Menschen, die von den Werten einer aufrichtigen Leidenschaft f\u00fcr den Frieden und den Schutz der Menschenw\u00fcrde beseelt sind, sich zusammenschlie\u00dfen m\u00fcssen, um die Herausforderungen des Jahrtausends zu bew\u00e4ltigen. Bei diesen Bem\u00fchungen spielt die Rolle der religi\u00f6sen F\u00fchrer eine entscheidende Rolle<\/strong>.<\/p>\n<p>Die Unterst\u00fctzung der Rolle der humanit\u00e4ren Einrichtungen, die Erleichterung des interreligi\u00f6sen Dialogs &#8211; insbesondere im Nahen Osten &#8211; und die F\u00f6rderung des humanit\u00e4ren V\u00f6lkerrechts und der Menschenrechte geh\u00f6ren zu unseren wichtigsten Zielen. Papst Franziskus hat uns k\u00fcrzlich daran erinnert: &#8222;Wenn die Armen abgelehnt werden, wird der Frieden abgelehnt. Die Geschichte lehrt uns, dass Abschottung und Nationalismus zu katastrophalen Folgen f\u00fchren.<\/p>\n<p>Als Reaktion auf die zunehmenden fremdenfeindlichen und populistischen Bewegungen hat der Malteserorden zahlreiche Appelle an die internationale Gemeinschaft gerichtet, um die Menschenw\u00fcrde und die Menschenrechte zu verteidigen und die wachsende Ungleichheit, die durch die Pandemie verursacht wird, zu verurteilen, aber nicht nur. Es ist allen klar, dass der Kampf gegen den Klimawandel ein vorrangiges und gemeinsames Ziel bleiben muss: Die j\u00fcngste Einigung in Glasgow gibt uns Hoffnung, dass es uns gemeinsam gelingen wird, den scheinbar unaufhaltsamen Temperaturanstieg einzud\u00e4mmen, der die Geografie, den Reichtum und die biologische Vielfalt unseres Planeten ver\u00e4ndert und zunehmend auch die schw\u00e4chsten Gemeinschaften bedroht.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">*********<\/p>\n<p>Mit gro\u00dfer Sorge verfolgen wir die Krise, die in den letzten Tagen in <strong>Kasachstan<\/strong> ausgebrochen ist, und die dramatischen Nachrichten von der <strong>polnischen und wei\u00dfrussischen<\/strong> Grenze, wo Tausende von Migranten seit Monaten festsitzen, Opfer einer Mauer gegen politische Mauern. Ihre Lage hat sich mit dem Einsetzen des kalten Winterwetters noch weiter verschlechtert. Unsere deutsche Organisation und unsere Botschaft in Minsk haben die Hilfsma\u00dfnahmen der Caritas unterst\u00fctzt. An die Migranten werden Lebensmittel und lebensnotwendige G\u00fcter verteilt. Es ist absolut inakzeptabel, Migranten f\u00fcr politische Zwecke zu benutzen.<\/p>\n<p>Mit gro\u00dfer Sorge verfolgen wir auch die Entwicklung der Lage in <strong>Afghanistan<\/strong>, die seit August wieder die Zeitungen f\u00fcllt mit tausenden geflohener Menschen. Auf der einunddrei\u00dfigsten Sondersitzung des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen zur Lage in Afghanistan in Genf betonte die Mission des Ordens die Notwendigkeit von &#8222;Bem\u00fchungen um einen integrativen Friedens- und Vers\u00f6hnungsprozess&#8220;. Die <strong>albanische<\/strong> Organisation des Malteserordens ist in Zusammenarbeit mit dem Au\u00dfenministerium in Tirana aktiv an der Unterst\u00fctzung afghanischer Fl\u00fcchtlinge beteiligt. Mehrere italienische Delegationen und unsere Hilfsorganisation in Litauen haben sich ebenfalls f\u00fcr die Aufnahme und Unterst\u00fctzung mehrerer afghanischer Familien eingesetzt.<\/p>\n<p>Das Jahr 2021 war das zehnte Kriegsjahr in <strong>Syrien<\/strong>. Mit rund 600 000 Toten und mehreren Millionen Vertriebenen ist er der t\u00f6dlichste Konflikt des 21. Jahrhunderts. Seit Beginn des B\u00fcrgerkriegs leistet Malteser International &#8211; das internationale Hilfswerk des Malteserordens &#8211; humanit\u00e4re Hilfe, stellt Wasser und sanit\u00e4re Anlagen in Lagern f\u00fcr Vertriebene bereit und leistet dringende medizinische Versorgung und psychosoziale Unterst\u00fctzung. Die Situation wird durch die Verbreitung von Covid noch dramatischer. Aus diesem Grund haben sich unsere Strukturen aktiv an der Versorgung der Krankenh\u00e4user mit Sauerstoff und pers\u00f6nlicher Schutzausr\u00fcstung beteiligt und Sensibilisierungskampagnen zur Eind\u00e4mmung der Ansteckung organisiert.<\/p>\n<p>Es gibt viele eingefrorene Konflikte, die in der Tat ungel\u00f6st sind und weiterhin zu Spannungen f\u00fchren. Auch hier appelliere ich an die uneingeschr\u00e4nkte Achtung der Menschenrechte.<\/p>\n<p>Die Pr\u00e4senz des Ordens in der Region des Nahen Ostens ist weiterhin stark. Im <strong>Irak<\/strong> hat unser internationales Hilfswerk ein 30-Millionen-Euro-Projekt durchgef\u00fchrt, um die R\u00fcckkehr von Menschen zu unterst\u00fctzen, die durch Verfolgungen in der Ninive-Ebene vertrieben wurden. Durch den Wiederaufbau der besch\u00e4digten H\u00e4user konnte Malteser International nicht nur ein nachhaltiges und menschenw\u00fcrdiges Alltagsleben erm\u00f6glichen, sondern auch Bargeld und Unterst\u00fctzung bei der Gr\u00fcndung von Unternehmen bereitstellen, um den Lebensunterhalt zu verbessern und die wirtschaftliche Entwicklung von Familien zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">*********<\/p>\n<p>Der Schutz der Rechte von Minderheiten ist in einer Zeit, in der die Gefahr einer R\u00fcckkehr zur Logik der Macht, des Nationalismus und Populismus auf Kosten der Logik des Dialogs w\u00e4chst, nach wie vor unerl\u00e4sslich. Menschen guten Willens sind aufgerufen, sich Geh\u00f6r zu verschaffen, um die Rechte aller Menschen und von Minderheiten, die Achtung der Menschenw\u00fcrde, die internationale Zusammenarbeit und die Solidarit\u00e4t zu gew\u00e4hrleisten. In diesem Sinne entwickelt Malteser International seine Projekte in <strong>Bangladesch<\/strong> zum Schutz der Rohingya-Minderheit, die seit Jahren unter Diskriminierung und Verfolgung leidet.<\/p>\n<p>Der Zusammenbruch der libanesischen Wirtschaft, die seit Jahren andauernde soziale Krise und der anhaltende politische Stillstand bedrohen die Stabilit\u00e4t des Landes, das ein wichtiger Akteur in der Region, die Wiege des Christentums und ein Beispiel f\u00fcr die friedliche Koexistenz der verschiedenen Konfessionen ist. Der Malteserorden im <strong>Libanon<\/strong> hat sein Unterst\u00fctzungsnetz ausgebaut und seine Reichweite auf die am st\u00e4rksten ausgegrenzten Bev\u00f6lkerungsgruppen erweitert. Wir betreiben etwa zehn medizinische und soziale Zentren sowie mehrere mobile Kliniken und haben vor kurzem Kooperationsvereinbarungen mit zwei Krankenh\u00e4usern unterzeichnet, um das nationale Gesundheitssystem, das durch die Krise und die Pandemie besonders geschw\u00e4cht ist, weiter zu unterst\u00fctzen. Die libanesische Assoziation hat durch ihre lobenswerte Arbeit auch Projekte im Agrar- und Ern\u00e4hrungssektor initiiert, um die Lebensgrundlage der lokalen Bev\u00f6lkerung zu verbessern und zu ihr beizutragen.<\/p>\n<p>Der Libanon ist nicht der einzige Krisenherd, in dem unsere Dienste und Organisationen t\u00e4tig sind. Malteser International engagiert sich in <strong>Haiti<\/strong>, das im vergangenen August &#8211; nach dem katastrophalen Erdbeben von 2010 &#8211; erneut von einem schweren Erdbeben heimgesucht wurde, f\u00fcr den Wiederaufbau mehrerer Schulen und Gesundheitseinrichtungen.<\/p>\n<p>Im vergangenen Sommer stand auch <strong>Deutschland<\/strong> im Mittelpunkt des Engagements des Malteserordens nach der Hochwasserkatastrophe in einigen Regionen. Mehr als 2.000 Freiwillige aus ganz Deutschland waren aktiv, um den Betroffenen zu helfen. Wieder einmal waren unsere Freiwilligen mit Hingabe und Professionalit\u00e4t im Einsatz, auch wenn sie aufgrund der dramatischen Ereignisse, die viele Menschenleben forderten sowie H\u00e4user und Infrastruktur zerst\u00f6rten, anstrengende Schichten und Momente gro\u00dfer Verzweiflung zu bew\u00e4ltigen hatten.<\/p>\n<p>Jahr f\u00fcr Jahr nehmen die Pr\u00e4senz und die medizinischen Leistungen unserer medizinischen Einrichtungen in Afrika zu. Malteser International hat k\u00fcrzlich ein neues Notfallzentrum f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Rettungsdienst in Nairobi, <strong>Kenia<\/strong>, eingeweiht. Das Projekt bietet auch Schulungen f\u00fcr Notfallhelfer an und erg\u00e4nzt zahlreiche Projekte, insbesondere zur Diagnose, Behandlung und Pr\u00e4vention von Tuberkulose und HIV\/AIDS.<\/p>\n<p>Gleichzeitig wird unsere Pr\u00e4senz in <strong>Benin<\/strong> weiter ausgebaut. Das Krankenhaus, das vom Ordre de Malte France in Djougou, im Norden des Landes, gef\u00fchrt wird, ist ein nationales Referenzzentrum f\u00fcr die Behandlung von Neugeborenen und Kindern. Es ist das einzige Krankenhaus in der Region &#8211; an der Schnittstelle zwischen Togo, Burkina Faso, Niger und Nigeria &#8211; mit voll ausgestatteten Operationss\u00e4len und einem wichtigen Labor.<\/p>\n<p>Ich erinnere mich auch an die wertvolle Arbeit der \u00c4rzte und Krankenschwestern des Krankenhauses zur Heiligen Familie in <strong>Bethlehem<\/strong>, in dem jedes Jahr rund 4.000 Neugeborene zur Welt kommen. Ein Leuchtturm der Hoffnung in einem geplagten Land, in dem die Pandemie die Lebensbedingungen vieler Familien verschlechtert hat, was zu einem erheblichen Anstieg der Fr\u00fchgeburten gef\u00fchrt hat. Seit 1990 wurden im Krankenhaus zur Heiligen Familie mehr als 90.000 Babys geboren und mehrere Tausend wegen Fr\u00fchgeburten oder angeborener Krankheiten behandelt.<\/p>\n<p>Schutz, aber auch Wertsch\u00e4tzung der verschiedenen Kulturen und F\u00f6rderung der Integration von Minderheiten bleiben ein Eckpfeiler der sozialen Arbeit des Malteserordens, der in den letzten Monaten sein zweiundzwanzigstes Sozialzentrum f\u00fcr die <strong>Roma<\/strong> er\u00f6ffnet hat. Das neue Zentrum in der Ukraine reiht sich in eine Reihe von Einrichtungen ein, die bereits in vielen anderen Regionen Osteuropas wie Ungarn, Rum\u00e4nien, Albanien und Kroatien bestehen und die Kindern Freizeit- und Bildungsaktivit\u00e4ten anbieten, um ihre Integration zu verbessern und Schulabbr\u00fcche zu verhindern.<\/p>\n<p>Die jahrhundertealte Mission des Malteserordens dr\u00fcckt sich t\u00e4glich in der Betreuung von Sozialkantinen, der Verteilung von Mahlzeiten und der Hilfe f\u00fcr die einsamsten und am st\u00e4rksten ausgegrenzten Menschen aus, deren Lage sich durch die Pandemie noch verschlechtert hat. Mehr als f\u00fcnf Millionen Mahlzeiten werden jedes Jahr in der ganzen Welt verteilt, von Europa \u00fcber Amerika bis nach Ozeanien. K\u00fcrzlich besuchte eine Delegation der Europ\u00e4ischen Union die vom Malteserorden in <strong>Pompeji<\/strong> betriebene Sozialk\u00fcche &#8222;Papst Franziskus&#8220; und z\u00f6gerte nicht, sie wegen ihrer Sauberkeit, Ordnung, Lebensmittelqualit\u00e4t und Organisation als &#8222;ausgezeichnet&#8220; zu bewerten.<\/p>\n<p>Mit der gleichen Ernsthaftigkeit und dem gleichen Engagement k\u00fcmmern wir uns weiterhin um die \u00e4lteren Menschen und versuchen dar\u00fcber hinaus, zum medizinischen Fortschritt im Bereich der <strong>Demenz<\/strong> beizutragen. Die in vielen Altenpflegezentren entwickelten Programme gehen von einem ganzheitlichen Ansatz aus: Der Mensch wird in seinen tiefsten Bed\u00fcrfnissen betrachtet. K\u00f6rperliche Belange werden mit sozialen, spirituellen, relationalen und kognitiven Bed\u00fcrfnissen gleichgesetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">*********<\/p>\n<p><strong>Die diplomatische T\u00e4tigkeit des Malteserordens hat bei der Durchf\u00fchrung all dieser humanit\u00e4ren Aktivit\u00e4ten, die ich gerade erw\u00e4hnt habe, eine wichtige Rolle gespielt.<\/strong> Die F\u00f6rderung des interreligi\u00f6sen Dialogs und die Anerkennung der grundlegenden Rolle, die religi\u00f6se F\u00fchrer, Institutionen und Organisationen in Krisengebieten spielen, sind zunehmend ein zentrales Thema in der Arbeit des Malteserordens. Der <strong>Religious Compact<\/strong>, ein Dokument, das durch die Zusammenarbeit von Vertretern verschiedener Religionen auf Initative des Ordens entstanden ist, soll die gemeinsamen Grunds\u00e4tze der wichtigsten Religionen hervorheben, in denen wir die Werte der Br\u00fcderlichkeit, der Solidarit\u00e4t und der Achtung der humanit\u00e4ren Grunds\u00e4tze anerkennen.<\/p>\n<p>Dies war auch das zentrale Thema des <strong>G20-Gipfels der Religionen<\/strong>, der im September in Bologna im Rahmen des G20-Gipfels unter italienischem Ratsvorsitz stattfand. Unter dem Motto &#8222;Zeit zu heilen&#8220; leistete der Malteserorden unter der Leitung von Gro\u00dfkanzler Albrecht Boeselager seinen Beitrag, indem er an zahlreichen Treffen teilnahm, die sich mit der Rolle religi\u00f6ser Institutionen in Krisensituationen und der F\u00f6rderung der Menschenrechte angesichts der zahlreichen Krisen in der Welt befassten: von der Pandemie bis zu den Kriegen, die in Afrika s\u00fcdlich der Sahara und im Nahen Osten toben.<\/p>\n<p>Die Teilnahme des Malteserordens an internationalen Debatten und Symposien nimmt weiter zu. Im November nahmen wir am <strong>Global Interfaith Summit<\/strong> im Rahmen der Expo in Dubai teil. An dieser Veranstaltung beteiligten sich prominente F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten aus den arabischen L\u00e4ndern sowie Vertreter der muslimischen, j\u00fcdischen und christlichen Religion. W\u00e4hrend des Besuchs in den VAE hatten wir hochrangige Treffen mit mehreren Ministern. Diese Begegnungen und die Teilnahme am Gipfeltreffen waren einmal mehr eine Gelegenheit, den Wert und die Bedeutung des interreligi\u00f6sen Dialogs zu unterstreichen und das Engagement des Malteserordens in dieser Richtung aufzuzeigen. Dieses Engagement wird im kommenden Februar durch die Organisation einer Debatte \u00fcber Migration und Sicherheit anl\u00e4sslich der <strong>M\u00fcnchner Sicherheitskonferenz<\/strong>, dem wichtigsten j\u00e4hrlichen Forum zu diesem Thema, an dem der Malteserorden seit mehreren Jahren teilnimmt, bekr\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>Ein weiteres Beispiel f\u00fcr das Engagement des Ordens f\u00fcr die F\u00f6rderung der Menschenrechte ist die Organisation eines <strong>Kurses f\u00fcr libysche Beamte<\/strong> \u00fcber den Schutz von Migranten und Fl\u00fcchtlingen in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Institut f\u00fcr Humanit\u00e4res Recht in Sanremo im vergangenen Februar. An dem Kurs nahmen verschiedene Vertreter libyscher Regierungen und Institutionen teil. Libyen ist nach wie vor ein hei\u00dfes Thema auf der geopolitischen B\u00fchne, sowohl wegen der politischen Instabilit\u00e4t als auch wegen der Migrationsstr\u00f6me, die wieder zugenommen haben, wie die Mitarbeiter des Italienischen Hilfskorps des Malteserordens an Bord der italienischen Einheiten, die Schiffbr\u00fcchige im Mittelmeer retten, wissen. Es handelt sich um ein Ph\u00e4nomen, das eng mit dem <strong>Menschenhandel<\/strong> verbunden ist, den der Malteserorden durch seine Botschafter f\u00fcr die Beseitigung des Menschenhandels auf breiter Ebene und durch seine St\u00e4ndigen Vertretungen bei den Vereinten Nationen in New York und Genf unmissverst\u00e4ndlich verurteilt. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 16 Online-Veranstaltungen mit mehreren hundert Teilnehmern aus \u00fcber 100 L\u00e4ndern organisiert, um die internationale Gemeinschaft auf dieses abscheuliche und kriminelle Ph\u00e4nomen aufmerksam zu machen.<\/p>\n<p>Im Rahmen des italienischen G20-Vorsitzes organisierten wir im Oktober eine <strong>Konferenz \u00fcber Telemedizin<\/strong>, einen Sektor, der &#8211; wie der Gro\u00dfhospitalier Dominique de La Rochefoucauld-Montbel in Erinnerung rief &#8211; infolge der Pandemie einen gro\u00dfen Aufschwung erlebt hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">*********<\/p>\n<p>Obwohl das soeben zu Ende gegangene Jahr von starken Einschr\u00e4nkungen gepr\u00e4gt war, war unsere institutionelle T\u00e4tigkeit sehr fruchtbar. Ein Beweis daf\u00fcr ist die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit der Hellenischen Republik und dem K\u00f6nigreich Lesotho, womit sich die Zahl der L\u00e4nder, mit denen der Malteserorden diplomatische Beziehungen unterh\u00e4lt, auf 112 erh\u00f6ht.<\/p>\n<p>Die Pr\u00e4senz des Malteserordens in internationalen Foren nimmt zu, wie die k\u00fcrzlich erfolgte Aufnahme als st\u00e4ndiger Beobachter in die<strong> Interparlamentarische Union<\/strong> zeigt, dem internationalen Gremium, das Parlamente aus der ganzen Welt zusammenbringt, um Frieden und Zusammenarbeit zwischen den V\u00f6lkern zu f\u00f6rdern und die parlamentarischen Institutionen zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Unsere ausgezeichneten Beziehungen zu Deutschland wurden durch den Besuch des deutschen <strong>Bundespr\u00e4sidenten Frank-Walter Steinmeier<\/strong> im vergangenen Oktober weiter gest\u00e4rkt. Es war eine Gelegenheit, eine Bilanz der vielen gemeinsamen Projekte im humanit\u00e4ren Bereich zu ziehen, vom Libanon bis zum Irak.<\/p>\n<p>Zur Best\u00e4tigung der engen Beziehungen empfing ich im vergangenen Mai den <strong>lettischen Staatspr\u00e4sidenten Egils Levits<\/strong>, der seine tiefe Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr den Auftrag des Ordens und seine Hilfe f\u00fcr die schw\u00e4chsten Menschen zum Ausdruck brachte.<\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich des 70-j\u00e4hrigen Bestehens diplomatischer Beziehungen wurde die <strong>Au\u00dfenministerin von El Salvador<\/strong>, <strong>Alexandra Hill Tinoco<\/strong>, im Magistralpalast empfangen. Es war ein herzliches und fruchtbares Treffen, bei dem die Pr\u00e4senz des Malteserordens in dem mittelamerikanischen Land hervorgehoben wurde, der \u00fcber ein Netz von Kliniken humanit\u00e4re Hilfe und Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung leistet.<\/p>\n<p>Im Jahr 2021 feierten wir auch das 30-j\u00e4hrige Bestehen des Hilfsdienstes des Malteserordens in Litauen, der in 30 St\u00e4dten medizinische und soziale Programme durchf\u00fchrt, um \u00e4ltere, bed\u00fcrftige und behinderte Menschen sowie Kinder aus benachteiligten Familien zu unterst\u00fctzen. Aus diesem Anlass fanden hochrangige Treffen statt, darunter ein Treffen mit dem <strong>Pr\u00e4sidenten Litauens, Gitanas Naus\u0117da<\/strong>.<\/p>\n<p>Im Laufe des Jahres wurden auch Au\u00dfenminister aus Argentinien, Serbien, Pal\u00e4stina, der Elfenbeink\u00fcste, El Salvador, Estland, Panama und Griechenland sowie zwei stellvertretende Minister aus Russland empfangen.<\/p>\n<p>Die gro\u00dfen Herausforderungen und pl\u00f6tzlichen Ver\u00e4nderungen, welche die Pandemie mit sich bringt, und ihre weitreichenden sozialen und wirtschaftlichen Folgen &#8211; abgesehen von den medizinischen &#8211; standen im Mittelpunkt des Arbeitstreffens zwischen dem Gro\u00dfkanzler Albrecht Boeselager und \u00fcber 20 Botschaftern aus verschiedenen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern, das im vergangenen Juni in der Magistralvilla in Rom stattfand und die immer engeren Beziehungen zu den europ\u00e4ischen L\u00e4ndern best\u00e4tigte.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">*********<\/p>\n<p>Was Sie bisher geh\u00f6rt haben, war vor allem dank der Souver\u00e4nit\u00e4t des Ordens m\u00f6glich, die ein Grundelement unserer Verfassung ist. Diese Souver\u00e4nit\u00e4t hat es dem Malteserorden erm\u00f6glicht, durch seine eigene Diplomatie ein umfangreiches Netz internationaler Beziehungen aufzubauen, das der st\u00e4ndigen Unterst\u00fctzung seiner tausendj\u00e4hrigen humanit\u00e4ren Mission dient.<\/p>\n<p>Die Arbeiten an der <strong>Reform unserer Verfassungscharta<\/strong> wurden im vergangenen Jahr fortgesetzt und befinden sich in einem fortgeschrittenen Stadium. In den kommenden Wochen sind weitere Treffen geplant, um die noch offenen Fragen weiter zu analysieren und zu pr\u00fcfen. Ein au\u00dferordentliches Generalkapitel wird einberufen, um die Reform zu verabschieden, wenn ein gr\u00f6\u00dftm\u00f6glicher Konsens in allen wichtigen Fragen erzielt wurde.<\/p>\n<p>Ihre Exzellenz, Herr Dekan, meine Damen und Herren Botschafter, mit dem Wunsch nach Frieden, Gesundheit und Gelassenheit schlie\u00dfe ich unser traditionelles Treffen zu Jahresbeginn. Ich danke allen, die an der Audienz teilgenommen haben. Ich bin sicher, dass trotz der noch vor uns liegenden Herausforderungen unsere Zusammenarbeit und Solidarit\u00e4t zur Unterst\u00fctzung der Bed\u00fcrftigsten nicht nachlassen wird.<\/p>\n","news_gallery":"yes","news_gallery_elements":[{"id":32187,"url":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/NICU4617.jpeg"},{"id":32192,"url":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/NICU4628.jpeg"},{"id":32197,"url":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/NICU4637.jpeg"}],"news_excerpt":"Der Statthalter des Gro\u00dfmeisters Fra' Marco Luzzago hielt heute die  Audienz zum Jahresbeginn mit dem Diplomatischen Korps, die aufgrund der Pandemie in reduzierter Form stattfand.","focus_on":"no","breaking":"yes","evidence":"yes","hidden_news":"no"},"news_categories":[{"id":117,"name":"Diplomatischen aktivit\u00e4ten","slug":"diplomatischen-aktivitaten","description":"","link":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/nachrichten-kategorien\/nachrichten\/diplomatischen-aktivitaten\/"},{"id":115,"name":"Nachrichten","slug":"nachrichten","description":"","link":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/nachrichten-kategorien\/nachrichten\/"},{"id":135,"name":"Statthalter des Grossmeisters News","slug":"statthalter-des-grossmeisters-news","description":"","link":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/nachrichten-kategorien\/nachrichten\/statthalter-des-grossmeisters-news\/"}],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/notizie\/44223","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/notizie"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/news"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/notizie\/44223\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.orderofmalta.int\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=44223"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}