Souveräner Ritter- und
Hospitalorden vom Hl. Johannes zu
Jerusalem von Rhodos und von Malta

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Die XXVII. Internationale Hospitaliers-Konferenz

Die XXVII. Internationale Hospitaliers-Konferenz
25/03/2019

„Hand in Hand“: Unter diesem Leitmotiv, an das der Großhospitalier Dominique de la Rochefoucauld-Montbel zu Beginn der Arbeit erinnerte, fand vom 21. bis 24. März die XXVII. Internationale Konferenz der Hospitaliers des Malteserordens statt. Wie in den Vorjahren war die Beteiligung sehr hoch: Über 80 Hospitaliers (die für die medizinischen, sozialen und humanitären Aktivitäten verantwortlich sind) – „alte Gesichter und neue Gesichter“ aus aller Welt – kamen in das Krankenhaus „Johannes der Täufer“, das von der italienischen Assoziation betrieben wird und den stimmungsvollen Rahmen bot.

„Hand in Hand“ hat viele Bedeutungen – erklärte der Großhospitalier – von der Art und Weise, wie wir arbeiten, über die Art und Weise, wie wir mit den Armen umgehen, bis hin zur Art und Weise, wie wir uns um unseren Nächsten kümmern. Es bedeutet, unsere bedürftigen Brüder und Schwestern nicht von oben herab zu betrachten, sondern ihnen in die Augen zu schauen, Hand in Hand“. Die Mission des Ordens stützt sich auf die Arbeit von 80.000 Freiwilligen und 42.000 Fachleuten: bei der Verwaltung von mehreren hundert Krankenhäusern, Gesundheitszentren und Altenheimen – und 2017 bei der Verteilung von 5,5 Millionen Mahlzeiten. Es sei eine „wunderbare Mission“, weil sie Teil des gemeinsamen Glaubens und der gemeinsamen Werte aller Mitglieder und Freiwilligen sei, so der Großhospitalier. Es ist eine Mission, die rings um sich schaut, „weil die vergessenen Menschen überall sind“ und „von kleinen und großen Vereinen, mit kleinen und großen Projekten“ erreicht werden können, die alle Betrachtung und Aufmerksamkeit verdienen.

Auch Monsignore Jean Laffitte, Prälat des Ordens, sprach von „Empathie, Sympathie und Mitgefühl“. Er ergriff unmittelbar nach der Aussage von Rafael Enrique Abreu Anselmi, Vertreter des Venezolanischen Assoziation, das Wort. Diesem Augenzeugenbericht hatte der Großhospitalier Priorität einräumen wollen.

Venezuela steht kurz vor dem Zusammenbruch: „Es gibt keine Medizin, keine Soforthilfe; es gibt kein Essen, keine Arbeit, Ärzte und Krankenschwestern gehen, alle gehen weg. In den letzten fünf Jahren haben drei Millionen Menschen das Land verlassen. Die Kindersterblichkeitsrate ist um 50 Prozent gestiegen. Krankheiten wie Diphtherie und Tuberkulose sind zurückgekehrt, für andere, wie HIV oder andere Infektionen, gibt es keine Medikamente, Malaria verbreitet sich. Wir sterben, aber wir bleiben voller Hoffnung, weil wir Mut und Glauben haben und jetzt wissen, dass wir Eure Unterstützung haben“.

Es gab viele Themen: Notsituationen, Bedürfnisse, aber auch neue Projekte und Lösungen, die durch die Beiträge der Hospitaliers, die ans Mikrofon traten, deutlich wurden: über die klimabedingten Katastrophen, über die Ingo Radtke von Malteser International berichtete; zu den Netzwerken, die von den jungen Mitgliedern und Freiwilligen des Ordens gebildet werden, die Aleksandra Weglarzy beschrieb; zur grundlegenden Bedeutung der Kommunikation, um die Aktivitäten des Ordens bekannt zu machen, bis hin zum Crowdfunding. In Irland gibt es auch Ferienhäuser (Share to care) für Familien mit behinderten Kindern, neue Projekte zur Integration von Migranten mit Sprachkursen, für ältere Menschen allein oder zur Erfüllung des „letzten Wunsches“ von Sterbenden. Nicht zuletzt die Errichtung eines Veterinärdienstes für die Hunde von Obdachlosen in Italien. Die Vierbeiner sind oft der einzige Schatz derer, die auf der Straße leben.

Botschafter Franz Salm verdeutlichte den Anwesenden mit zwei einfachen Bildern die hervorragende Arbeit des Ordens gegen Marginalisierung und für die Integration der Roma-Bevölkerung: „Seht Euch diese Augen an! Mehr gibt es nicht zu sagen“, sagte er über die strahlenden Augen eines Roma-Kindes auf der Schulbank. Sowie das Foto eines Roma-Jungen, der während einer Trainingsübung auf dem Pferd wirbelt, was auszudrücken scheint: „Schau, ich kann fliegen, ich kann den Himmel berühren! In der anderen Hemisphäre, in Südafrika, gibt es andere Kinder, die eine Chance bekommen, durch die Arbeit und Mission von Fra‘ Gerhard Lagleder. Der Präsident der Bruderschaft des Seligen Gerard bekräftigte, dass „das beste Werkzeug für Entwicklung die Bildung ist“: 165 Stipendien wurden im vergangenen Jahr vergeben, um Waisenkindern ein Studium in Mandeni, in der Provinz Zulu/Nadl in Südafrika, zu ermöglichen.

Vor Abschluss der Sitzung erinnerte Großkanzler Albrecht Boeselager an das Engagement des Malteserordens, um den Menschenhandel zu bekämpfen, eine Situation, die immer ernster werde. „Noch nie zuvor gab es so viele Sklaven wie heute“, sagte Boeselager. Menschen lebten in moderner Sklaverei was sich in Prostitution, Organhandel und Kinderarbeit ausdrücke. Mit dem Hinweis, dass der Orden zwei Botschafter in Lagos und Genf eingesetzt hat, forderte der Großkanzler die Anwesenden nachdrücklich dazu auf, „die Augen offen zu halten, wachsam zu sein und alles zu tun“, um diese Plage zu bekämpfen.

Die Teilnehmer dankten dem Präsidenten der italienischen Assoziation, Riccardo Paternò di Montecupo, der die Gelegenheit nutzte, um die wichtige Erneuerung der Krankenhausstruktur von St. Johannes dem Täufer zu veranschaulichen.

Am Ende der Konferenz konnten die Hospitaliers einige Mitglieder des Militärkorps des Italienischen Verbandes des Malteserordens auf dem Gelände der italienischen Armee in Cecchignola treffen, wo sich auch das Museum des Militärkorps befindet: eine kleine Kiste mit Objekten und Fotos der Rettungstätigkeit des Korps von 1909 bis heute.

Die nächste Internationale Hospitaliers-Konferenz findet vom 26. bis 29. März 2020 in Wien statt. Dann folgen 2021 England, 2022 Polen und 2023 Irland als Veranstaltungsorte.

 

Kategorie: Nachrichten