Der Großkanzler des Malteserordens, Riccardo Paternò di Montecupo, traf die Botschafter der Europäischen Union bei einem Treffen im Sitz der Delegation in der Villa Europa.
Die Veranstaltung bot die Gelegenheit, eine Bilanz zu ziehen und die Zukunftsperspektiven der diplomatischen und humanitären Arbeit des Ordens auf dem Kontinent sowie in den wichtigsten internationalen humanitären Krisenszenarien – angefangen bei der Ukraine – zu skizzieren. Fünfunddreißig Jahre nach Aufnahme der Präsenz des Malteserordens im Land stellt die Reaktion auf die aktuelle Notlage das umfangreichste Hilfsprogramm seit dem Zweiten Weltkrieg dar. Über vier Millionen Menschen wurden mit Nahrungsmitteln, Medikamenten und Prothesen versorgt und Tausende Kinder erhielten psychologische Betreuung.
Im Nahen Osten wird das Engagement im Libanon und in den palästinensischen Gebieten fortgesetzt, um inmitten mehrerer humanitärer Krisen die Verteilung von Lebensmitteln und die medizinische Versorgung sicherzustellen. In diesem Bereich spielt das Krankenhaus der Heiligen Familie in Bethlehem eine zentrale Rolle. Es gilt in der Region als Anlaufstelle für Frühgeburten und die Versorgung von Neugeborenen. Im Gazastreifen wurden über Malteser International und in Zusammenarbeit mit dem Lateinischen Patriarchat von Jerusalem rund 200 Tonnen Nahrungsmittelhilfe verteilt. Zudem wurden zwei Erste-Hilfe-Kliniken in Gaza-Stadt und Deir al-Balah eingerichtet, die bald ihren Betrieb aufnehmen sollen.
Die humanitäre Arbeit des Ordens findet auch innerhalb Europas statt. Dort konzentrieren sich die Projekte auf die Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung. Zu den bedeutendsten Initiativen zählen die Wohnschiffe für Obdachlose in Frankreich, die Übergangszentren für Suchtkranke in Deutschland, die Integrationsprogramme für Roma-Gemeinschaften sowie die Nahrungsmittelhilfe in Spanien. Allein in Madrid wurden im letzten Jahr mehr als 220.000 Mahlzeiten bereitgestellt.
Angesichts der Zunahme extremer Wetterereignisse hat das Netzwerk der Hilfsdienste des Ordens – darunter das italienische CISOM, das auch auf europäischer Ebene mit dem Programm PPRD East 4 tätig ist – bei den dramatischen Überschwemmungen, die Deutschland im Jahr 2021, die Region Valencia im Jahr 2024 sowie jüngst Slowenien, Polen und Rumänien heimgesucht haben, große Koordinations- und Einsatzfähigkeit bewiesen.
Das Treffen endete mit dem Wunsch, die Zusammenarbeit mit den europäischen Ländern stetig zu vertiefen und den Charakter des Malteserordens als neutraler Partner zu bekräftigen, der sich dem Schutz der Menschenwürde in jeder Krisensituation verschrieben hat.





