Souveräner Ritter- und
Hospitalorden vom Hl. Johannes zu
Jerusalem von Rhodos und von Malta

Internationales kooperationsabkommen zwischen Ungarn und dem Malteserorden

11/03/2011

Der Vizepremier der ungarischen Republik, Zsolt Semjén, ist am 9. März von Fra´ Matthew Festing, dem Großmeister des Malteserordens, im Magistralpalast in Rom empfangen worden.

Anlässlich der Begegnung wurden die Ratifikationsurkunden über das internationale Kooperationsabkommen zwischen der Republik Ungarn und dem Souveränen Malteserorden ausgetauscht, das am 3. November 2010 in Budapest unterzeichnet worden ist. Dieses Abkommen, das am 29. November 2010 mit großer Mehrheit vom ungarischen Parlament gebilligt worden ist, stärkt die vom Malteserorden in Ungarn entwickelten medizinischen, sozialen und humanitären Aktivitäten.

Im Einzelnen entspricht dieses zwischenstaatliche Abkommen – mit internationaler Bindungswirkung- sowohl förmlich wie inhaltlich der Vertragsrechtskonvention von Wien . Die Republik Ungarn und die ungarische Regierung übernehmen damit gegenüber dem Souveränen Malteserorden die internationale Verpflichtung, die Aktivitäten der ungarischen Hilfsorganisation des Malteserordens zu fördern (Art.4) und die finanzielle Unterstützung (Art. 5) sowie sonstige Unterstützung zu garantieren (Art. 6), einschließlich des Schutzes gegen Namensmissbrauch seitens Dritter, der Flagge und des Wappens des Malteserordens (Art. 6, Abs. 2). Es räumt ferner Zoll- und Steuerfreiheit für den Import von Gütern (Art. 7) sowie Bewegungsfreiheit innerhalb des ungarischen Staatsgebiets ein (Art. 8).

„Es ist ein historisches Abkommen, das von den ausgezeichneten Beziehungen zeugt, die zwischen der ungarischen Regierung und dem Souveränen Malteserorden bestehen“, erklärte der Vizepremier Semjén und unterstrich dabei die Bedeutung des Abkommens für Ungarn. „Für die Regierung hatte es absolute Priorität und wurde deshalb auch in so kurzer Zeit vereinbart, unterschrieben und vom Parlament ratifiziert“.

„Dieser Austausch, dem auch eine erhebliche symbolische Bedeutung zukommt“, so der Großkanzler Jean-Pierre Mazery, „bestätigt einmal mehr unser gemeinsames Bestreben, das gemeinsame Engagement im sozialen, medizinischen und humanitären Bereich zu konsolidieren und weiter zu festigen“.

Der 1989 gegründete Hilfsdienst des Malteserordens in Ungarn, der Magyar Máltai Szeretetszolgálat (MMsz), hat 5.000 reguläre Helfer und 15.000 ehrenamtliche Helfer. Unter der Leitung von Pater Imre Kozma, Ordenskaplan des Malteserordens, ist er heute eine der größten sozialen Organisationen des Landes und vertrauensvoller Partner der zuständigen ungarischen Behörden. Er hat 350 Niederlassungen, 142 lokale Freiwilligengruppierungen, 210 Einrichtungen und 840 Beschäftigte. Der MMsz ist mit einem eigenen Team auch im Zivilschutz tätig und kümmert sich um die Opfer von Naturkatastrophen, sowohl in Ungarn wie auch im Ausland.

An der Begegnung haben der ungarische Botschafter beim Souveränen Malteserorden, Gábor Györiványi, die Spitzen der ungarischen Assoziation des Malteserordens sowie der Botschafter des Malteserordens in Ungarn, Erich Kussbach, teilgenommen.