Souveräner Ritter- und
Hospitalorden vom Hl. Johannes zu
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Die Lage im Libanon im Gespräch mit Premierminister Najib Mikati

16/03/2023

Der libanesische Premierminister Najib Mikati führte am Donnerstag im Magistralpalast Gespräche mit dem Großkanzler des Souveränen Malteserordens, Riccardo Paternò di Montecupo. Nach dem Treffen wurde der Premierminister vom Statthalter des Großmeisters, Fra‘ John Dunlap, empfangen.

In den Gesprächen, an denen auch der Großhospitalier Fra‘ Alessandro de Franciscis teilnahm, wurden die ausgezeichneten Verbindungen, die durch 70 Jahre diplomatische Beziehungen besiegelt wurden, erneut bekräftigt. Das erste medizinische Zentrum geht auf das Jahr 1957 zurück, während die Assoziation ihre medizinischen und sozialen Hilfsprogramme im Jahr 1981 aufnahm. Seitdem hat der Malteserorden eine Schlüsselrolle im Land der Zedern gespielt – und tut dies auch heute noch. Der Libanon wurde von einem 15-jährigen Bürgerkrieg und schweren sozialen und wirtschaftlichen Krisen heimgesucht.

„Der Malteserorden leistet hervorragende Arbeit in meinem Land“, sagte Premierminister Mikati und betonte, dass der Libanon eine sehr schwierige Krise durchmache und dass „die Prioritäten meiner Regierung Bildung und Gesundheit sind. Eine unserer Prioritäten ist die erfolgreiche Wahl des Präsidenten der Republik, ein Amt, das seit Oktober letzten Jahres unbesetzt ist.“

Bei den Gesprächen wurde auch die Frage der humanitären Korridore nach Syrien angesprochen, die nach dem Erdbeben im Februar dieses Jahres noch wichtiger geworden sind.
Der Großkanzler bekräftigte: „Der Libanon ist im Herzen des Malteserordens. Wir sind bereit und willens, alle möglichen Anstrengungen zu unternehmen, um unsere medizinischen und sozialen Programme zu verstärken“. In den kommenden Tagen ist in Beirut ein Treffen zwischen Premierminister Najib Mikati und dem Präsidenten der libanesischen Assoziation, Marwan Sehnaoui, geplant, um eine Bestandsaufnahme der Situation zu erstellen und die Bemühungen zu koordinieren“.

Seit 2019 befindet sich der Libanon erneut in einer humanitären Katastrophe, die durch die Pandemie und die Explosion im Hafen von Beirut im August 2020 noch verschärft wurde. Die Wirtschaftskrise hat das Gesundheitssystem stark geschwächt; Arzneimittel und Basismedikamente sind bei Händlern, Krankenhäusern und Apotheken Mangelware. Die Bevölkerung kann sich die medizinische Versorgung nicht mehr leisten, und die Nachfrage nach humanitärer Hilfe steigt. Die Inflationsrate im Libanon hat ein dramatisches Ausmaß erreicht, der Verbraucherpreisindex (VPI) verzeichnete einen Jahresanstieg von 123,5 %.

Der Malteserorden im Libanon ist mit seinen 11 sozialmedizinischen Zentren und Projekten im ganzen Land führend bei der Bereitstellung medizinischer und sozialer Hilfe für die besonders vulnerablen Personengruppen. Sieben mobile Kliniken sind im Einsatz und erreichen auch die entlegensten Gebiete des Landes. Die libanesische Assoziation des Malteserordens organisiert außerdem Präventions- und Sensibilisierungskampagnen gegen Krebserkrankungen und Herzkrankheiten und führt Programme zur Unterstützung schwangerer Frauen durch. Vor kurzem hat die Assoziation ein neues medizinisches Zentrum in Beirut eingeweiht, in dem täglich bis zu 500 Patienten behandelt werden können.

Es gibt auch spezielle Projekte für ältere und behinderte Menschen, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf Kindern mit Hirnfunktionsstörungen liegt. Jedes Jahr werden Sommercamps für Jugendliche und Kinder mit schweren Behinderungen organisiert, an denen Hunderte von Freiwilligen des Malteserordens aus der ganzen Welt teilnehmen. In den letzten Jahren hat die Assoziation auch Projekte im landwirtschaftlich-humanitären Bereich initiiert, um Landwirte und die lokale Wirtschaft zu unterstützen.

Alle Hilfsmaßnahmen werden durch bilaterale Abkommen zur Entwicklung der gesundheitlichen und humanitären Zusammenarbeit zwischen der libanesischen Regierung und dem Souveränen Malteserorden unterstützt. Das erste Kooperationsabkommen stammt aus dem Jahr 2009.

Von großem Wert sind auch die sozialen Projekte, die in enger Zusammenarbeit mit anderen im Land vertretenen Religionsgemeinschaften entwickelt werden, wie der sunnitischen Einrichtung Dar El Fatwa, der El Sadr Foundation – einer der einflussreichsten schiitischen Nichtregierungsorganisationen – und der Sheikh Abou Hassan Aref Halawi Foundation, die als wichtigste und angesehenste Einrichtung innerhalb der drusischen Gemeinschaft gilt.