Der offizielle Besuch des Großmeisters des Souveränen Militärordens von Malta, Fra’ John T. Dunlap, in Estland ist heute zu Ende gegangen. Dies war die letzte Etappe seiner Reise durch die baltischen Staaten.
Der Großmeister wurde vom estnischen Präsidenten Alar Karis in der Präsidentenresidenz in Tallinn empfangen. Bei einem herzlichen Gespräch wurden die wichtigsten aktuellen internationalen Themen erörtert, wobei der Schwerpunkt auf dem andauernden Konflikt in der Ukraine und der Bedeutung der multilateralen Zusammenarbeit bei der Bewältigung globaler Krisen lag.
Im Laufe des Treffens dankte Fra’ John T. Dunlap Präsident Karis für den herzlichen Empfang und brachte seine große Zufriedenheit über die Dynamik der Beziehungen zwischen Estland und dem Souveränen Malteserorden zum Ausdruck. Diese wurden zwar erst 2020 aufgenommen, haben sich in den letzten Jahren dank einer wachsenden Zusammenarbeit in den Bereichen Fürsorge, Soziales und Kultur jedoch besonders rasch entwickelt. Der Großmeister erläuterte zudem die wichtigsten internationalen Aktivitäten des Ordens und ging dabei insbesondere auf die humanitäre Hilfe für die von den Kriegen in der Ukraine und im Nahen Osten betroffenen Bevölkerungsgruppen ein. Er bekräftigte das Engagement des Malteserordens: „Wir wollen den Bedürftigsten beistehen und dabei die Achtung des Völkerrechts sowie den Schutz von Zivilisten und humanitärem Personal in Konfliktsituationen fördern.“
„Das Wirken des Malteserordens erinnert uns daran, dass Mitgefühl Grenzen, Kulturen und Generationen überwindet. In einer Welt, die oft von Spaltungen und Unsicherheiten geprägt ist, ist Ihre Mission ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Glaube, Dienst und Menschenwürde Menschen im Streben nach dem Gemeinwohl vereinen können.“ Mit diesen lobenden Worten bekräftigte Präsidentin Kersti Kaljulaid während des Besuchs den während des Besuchs zum Ausdruck gebrachten Willen Estlands, weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu erkunden – sowohl im eigenen Land als auch im Rahmen künftiger Hilfsinitiativen zugunsten der Ukraine.
Im Laufe der Gespräche wurde zudem an die kulturelle Zusammenarbeit erinnert, die sich in den letzten Jahren zwischen dem Malteserorden und Estland entwickelt hat und 2024 in einer Ausstellung über die Geschichte und Traditionen des Ordens im Museum der Ritterorden in Tallinn gipfelte.
Der Großmeister traf außerdem den estnischen Parlamentspräsidenten Lauri Hussar. Mit ihm setzte er die Diskussion über die Ukraine-Krise fort und bekräftigte dabei die Rolle der humanitären Diplomatie bei der Förderung von Frieden und internationaler Stabilität.
Anschließend besuchte Dunlap das Vilmsi Pansionaat, eine Altenpflegeeinrichtung, in der er sich mit Mitarbeitern, Bewohnern und Freiwilligen des Hilfsdienstes OMRO Estland austauschte und sich vor Ort über die Aktivitäten zugunsten der schutzbedürftigsten Menschen informierte. Seit 2024 führen die Freiwilligen des Ordens regelmäßig Initiativen zur Begleitung und sozialen Unterstützung der Bewohner der Einrichtung durch. Dazu gehören Einzelbesuche, Gesprächsrunden, Gymnastik, Kreativworkshops, Lesegruppen und kulturelle Veranstaltungen. Das Projekt zielt darauf ab, Einsamkeit und soziale Isolation älterer Menschen entgegenzuwirken und ihr Wohlbefinden sowie ihre Inklusion durch kontinuierliche zwischenmenschliche Beziehungen und gemeinschaftliche Aktivitäten zu fördern.
Im Rahmen des Besuchs traf Großkanzler Riccardo Paternò di Montecupo den estnischen Außenminister Margus Tsahkna, um ein Kooperationsabkommen zu unterzeichnen. Dieses soll die Entwicklung künftiger gemeinsamer Initiativen fördern und die Zusammenarbeit in den Bereichen Soziales und Humanitäres, Freiwilligenarbeit, Katastrophenvorsorge und Integration von Flüchtlingen festigen. Das Abkommen sieht zudem die Einrichtung eines gemeinsamen Ausschusses vor, der die durchzuführenden Initiativen identifizieren und überwachen soll.
Der Tag umfasste auch einen Besuch der Gedenkstätte für die Opfer des Kommunismus in Maarjamäe. Dort gedachte er des seligen Eduard Profittlich, während der sowjetischen Verfolgung verstorbener Erzbischof von Tallinn, sowie all jener, die während der Repressionen des Regimes ihr Leben verloren haben.
Der Souveräne Malteserorden in Estland
Der Souveräne Malteserorden ist in Estland durch seine Botschaft sowie das im Jahr 2023 gegründete Hilfswerk OMRO Estonia vertreten. Er engagiert sich in zahlreichen sozialen und karitativen Aktivitäten zugunsten älterer Menschen, Menschen mit Behinderungen, Obdachloser und schutzbedürftiger Bürger.
Mit über 300 Freiwilligen fördert das Hilfswerk des Malteserordens in Estland Programme zur häuslichen Pflege, die Verteilung von Mahlzeiten und lebensnotwendigen Gütern, Transportdienste für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Erste-Hilfe-Schulungen und Initiativen zur sozialen Inklusion. Zu den jüngsten Projekten zählen der Ausbau mobiler Gesundheitsdienste für ländliche Gebiete, die Stärkung der Notfallreaktionskapazitäten durch Schulung und Einbindung von Freiwilligen sowie das Programm „Maltese Shield“. Dieses wird in Zusammenarbeit mit dem estnischen Bankenverband und dem Police and Border Guard Board durchgeführt und zielt darauf ab, die Bevölkerung, insbesondere ältere Menschen, für die Risiken von Telefon- und Onlinebetrug zu sensibilisieren.






