Souveräner Ritter- und
Hospitalorden vom Hl. Johannes zu
Jerusalem von Rhodos und von Malta

Der Großkanzler trifft das beim Souveränen Malteserorden akkreditierte diplomatische Korps

08/09/2022

In Palazzo Orsini, Sitz der Botschaft des Ordens beim Heiligen Stuhl

Heute fand ein erstes Treffen zwischen dem Großkanzler des Souveränen Malteserordens, Riccardo Paternò di Montecupo, und dem beim Malteserorden akkreditierten diplomatischen Korps statt. Gastgeber des Treffens war Botschafter Antonio Zanardi Landi im Palazzo Orsini, dem Sitz der diplomatischen Vertretung beim Heiligen Stuhl.
Mehr als sechzig Diplomaten aus den zahlreichen Ländern, mit denen der Malteserorden diplomatische Beziehungen unterhält, hatten so die Möglichkeit, den Großkanzler persönlich zu treffen und sich über den Inhalt der neuen Verfassungscharta zu informieren, die am 3. September verkündet wurde.

„Ich freue mich über diese Gelegenheit, einander kennenzulernen und nach dieser komplizierten Zeit sofort einen offenen Dialog zu beginnen“, begann Riccardo Paternò di Montecupo: „Die jüngste Intervention von Papst Franziskus hat, wie schon bei anderen Gelegenheiten in der fast tausendjährigen Geschichte des Ordens, dazu beigetragen, einen fünfjährigen Aktualisierungsprozess der Verfassungscharta und des Kodex abzuschließen“, erklärte der Großkanzler in seiner Einführungsrede.
„Ich möchte betonen, dass die neu verkündeten Texte das Ergebnis der Arbeit von besonders beauftragten Sitzungen und Konferenzen des Ordens sind“, fuhr Riccardo Paternò di Montecupo in seiner Begrüßungsrede fort – und sie sind das Ergebnis eines normalen dialektischen Prozesses.“ „Eine solche Reform respektiert die gefestigten Werte und Prinzipien des Ordens und steht im Einklang mit seinem Charisma, um den Geist der Berufung weiter zu fördern und zu steigern und wirksam auf die ernsten und wachsenden humanitären Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu reagieren.“

Die Verfassungscharta und der Kodex beziehen sich im Wesentlichen auf das interne Leben des Malteserordens als religiöse Laieninstitution, während in Bezug auf die Souveränität des Ordens und seine internationale Rechtspersönlichkeit keine Neuerung eingeführt wurde.

„Die Souveränität des Malteserordens ist in der Charta eindeutig bekräftigt und verankert“, erklärte der Großkanzler vor den im Palazzo Orsini anwesenden Diplomaten. „Andererseits ist die Tatsache, dass der Orden ein staatliches Gebilde sui generis ist, allgemein bekannt und anerkannt und wird in allen Büchern des internationalen Rechts als Beispiel aufgeführt. Die neue Charta besagt, dass der Orden als Völkerrechtssubjekt eine diplomatische Vertretung beim Heiligen Stuhl hat. Dies beweist, dass der Souveräne Malteserorden und der Heilige Stuhl zwei unabhängige staatliche Einheiten sind. Außerdem wird festgestellt, dass der religiöse Charakter des Souveränen Ordens die Ausübung seiner Vorrechte als von den Staaten anerkanntes Völkerrechtssubjekt nicht ausschließt.“

Die Vertreter des beim Malteserorden akkreditierten diplomatischen Korps verfolgten die Rede des Großkanzlers mit großem Interesse und stellten ebenfalls Fragen. Am Ende des Treffens dankte Riccardo Paternò di Montecupo den Anwesenden für ihr Engagement, die bilateralen Beziehungen, die Zusammenarbeit im medizinischen, sozialen und humanitären Bereich und die besonderen Freundschaftsbande, die zwischen dem Malteserorden und ihren Ländern bestehen, weiter auszubauen.