Der Großmeister des Souveränen Malteserordens, Fra’ John T. Dunlap, hat Montenegro einen offiziellen Besuch abgestattet – den ersten eines Großmeisters in der Geschichte der Beziehungen zwischen dem Orden und dem Balkanland.
Der Besuch begann in Cetinje, der alten Hauptstadt Montenegros, mit einem offiziellen Treffen zwischen dem Großmeister und dem Präsidenten der Republik Jakov Milatović im Blauen Palast, der Residenz des Präsidenten. Nach der Begrüßungszeremonie führten Dunlap und Milatović ein privates Gespräch, gefolgt von einem bilateralen Treffen mit den jeweiligen Delegationen.
Die Gespräche bestätigten die ausgezeichneten Beziehungen zwischen dem Souveränen Malteserorden und Montenegro, die in diesem Jahr seit 20 Jahren bestehen.
Im Laufe des Treffens bedankte sich der Großmeister für die Einladung und die entgegengebrachte Gastfreundschaft, hob den historischen und symbolischen Wert des Besuchs hervor und bekräftigte das Engagement des Malteserordens, die humanitäre Zusammenarbeit mit Montenegro zu verstärken, insbesondere im Gesundheitswesen und bei der Unterstützung der am stärksten benachteiligten Menschen. Zu den behandelten Themen gehörten auch die Aussicht auf den Aufbau eines Freiwilligenkorps für soziale Unterstützung auf lokaler Ebene und die Bedeutung innovativer Gesundheitsprojekte, darunter die Einführung eines neonatalen Hämodialyse-Dienstes für Frühgeborene mit akutem Nierenversagen sowie die Einrichtung einer mobilen medizinischen Einheit, um Gesundheitsuntersuchungen in die entlegensten Gebiete des Landes zu bringen.
Zudem wurde große Anerkennung für das Engagement Montenegros für Frieden, regionale Stabilität und euro-atlantische Integration zum Ausdruck gebracht, gemäß einem Ansatz, der die Grundwerte der humanitären und diplomatischen Mission des Malteserordens widerspiegelt. Beide Seiten teilten die Besorgnis über die anhaltenden Konflikte und die Aushöhlung des humanitären Völkerrechts und bekräftigten die Notwendigkeit eines multilateralen Ansatzes zum Schutz der Zivilbevölkerung und der humanitären Helfer unter Einhaltung der Genfer Konventionen.
Am Rande des Treffens nahmen der Großmeister und Präsident Milatović an der symbolischen Zeremonie zur Pflanzung des „Baums der Freundschaft“ in den Gärten des Blauen Palastes teil, eine Geste, die die soliden Beziehungen zwischen dem Orden und Montenegro besiegelt.
Anschließend begaben sich die Delegationen zum Nationalmuseum von Montenegro, um der Ikone der Madonna von Philermos, dem Symbol par excellence der marianischen Spiritualität des Malteserordens, ihre Ehrerbietung zu erweisen. Das Fest der Muttergottes von Philermos wird am 8. September gefeiert . Die Ikone wird weltweit von den Mitgliedern des Malteserordens verehrt. Sie war jahrzehntelang verschollen und wird seit 1997 in Cetinje aufbewahrt.
Der Besuch war auch ein wichtiger Schritt in der bilateralen Zusammenarbeit, denn es wurde ein Kooperationsabkommen zwischen dem Souveränen Malteserorden und der Republik Montenegro unterzeichnet. Ziel ist die Entwicklung künftiger humanitärer und sozialer Initiativen im Land. Unterzeichnet wurde das Abkommen vom Großhospitalier des Malteserordens, Josef D. Blotz, und dem montenegrinischen Gesundheitsminister Vojislav Šimun in Anwesenheit des Großmeisters und von Präsident Milatović.
Am Nachmittag traf der Großkanzler Riccardo Paternò di Montecupo mit dem montenegrinischen Vizepremierminister Filip Ivanović zusammen, um die Perspektiven für eine Stärkung der diplomatischen Zusammenarbeit und des multilateralen Dialogs zu erörtern. In dem langen und herzlichen Gespräch wurden verschiedene Themen behandelt: die bilateralen Beziehungen zwischen dem Orden und Montenegro, die durch den aktuellen Besuch neuen Schwung erhalten werden; den Beitrittsprozess Montenegros zur Europäischen Union; die wichtigsten internationalen Krisenherde.
Parallel dazu besuchte der Großhospitalier in Begleitung des Gesundheitsministers das Klinische Zentrum von Montenegro, wo Kooperationsprojekte im Gesundheitsbereich und künftige Initiativen zur Unterstützung des Gesundheitssystems des Landes vertieft wurden.





